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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0109

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Die Canabae von Kastell Hüfingen

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Die Canabae von Kastell Hüfingen*
Alte und neue Funde
In meiner Publikation des Kastells Hüfingen im Limeswerk hatte ich (S. 28 f.) wohl alle
mir bekannt gewordenen Aufschlüsse im Gebiet der Canabae bis zum Jahre 1936 ver-
zeichnet. Die Funde selbst konnte ich nicht mehr darstellen, da E. Fabricius im Interesse
des Gesamtwerks auf einen raschen Abschluß drängte. Die Funde von 1952 geben nun
Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen und als Ergänzung zum Limeswerk alles dar-
zubieten, was aus den Canabae bis jetzt bekannt geworden ist. Immerhin sind diese Funde
aus der bürgerlichen Niederlassung unweit des Kastells nicht belanglos für die Beurteilung
der Verhältnisse im Kastell selbst. Eine Übersicht über Lage und Art der bisher bekannt-
gewordenen Fundstellen gibt Taf. 11, B.
Die neuen Funde wurden gemacht im April 1952 bei der Anlage einer Behelfssiedlung
für das Fürstl. Fürstenbergische Sägewerk und gelangten m die Fürstl. Fürstenbergischen
Sammlungen in Donaueschingen. Die früheren Funde liegen teils ebenfalls dort, teils im
Fleimatmuseum Bräunlingen (Ldkrs. Donaueschingen). Diese letzteren stammen aus-
schließlich aus dem Grundstück Ferdinand Rosenstiel auf Hüfinger Gemarkung, Lgb.-
Nr. 519.
Angeschlossen sind noch die Meisterzeichnungen Friedrich Leonhards von den Sigillaten
aus der von mir im Jahre 1913 ausgegrabenen Villa rustica im Deggenreuschenwald bei
Hüfingen (Taf. 19, 3—8) sowie meine Zeichnungen der sonstigen Sigillaten aus dieser
Villa (Taf. 19, 9—12).
Die Behelfssiedlung im Gewann „Mühlöschle“, Gemarkung Hüfingen, Ldkrs. Donau-
eschingen (vgl. die Lageskizzen Taf. 11, A—B und den Meßtischblattauszug in Kastell
Hüfin gen Taf. 1), grenzt im VFesten an den Hofraum der Seemühle am Westrand von
Hüfingen. Sie ist ausgerichtet auf den vom Hofraum der Seemühle nach Osten führenden
Feldweg. Die Fundamentmäuerchen der Siedlung (vgl. Taf. 11, A). die nur 0,30 m
in den Boden eingetieft sind, erreichten zunächst die römische Schicht nicht, da diese erst
in einer Tiefe von 0,70 — 0,90 m beginnt; wohl aber durchschlugen die Wasserzu- und
-ableitungsgräben, die bis in eine Tiefe von 1,40 m geführt waren, und die Abortgruben
AI — IV die römische Schicht. Der Wasserleitungsgraben führte an der Nord- und Ost-
seite der beiden ersten Baracken entlang. Leider konnte ich seine Aushebung nicht voll-
ständig beobachten, da seine Anlage zunächst vor mir verheimlicht worden war. Die
reichsten Funde brachte der Nordgraben. Dieser durchschnitt in einer Tiefe von 0,90 m
eine etwa 0,15 m starke römische Brandschicht, die bei Punkt d zahlreiche Sigillata-
scherbcn enthielt. Die interessantesten Funde traten bei Punkt e zutage. Hier durchschnitt

Für die abgekürzt zitierte Literatur wird ein für allemal auf das Literaturverzeichnis am
Schlüsse dieses Aufsatzes verwiesen.
 
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