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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0113

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Die Canabae von Kastell Hüfingen

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4. Topf, grau geschmaucht, mit senkrechtem, oben abgestrichenen Rand, auf der Schulter ein mit
einer vierzinkigen Gabel angebrachtes Wellenband, darunter senkrechte Punktreihen (Taf. 12,
15).
5. Randstück mit Steilrand, auf der Schulter waagerechte Rillen (Taf. 12, 13).
6. Randstück mit nach außen gebogenem Rand, an der Innenseite Rillen für den Deckel, schwarz
geschmaucht (Taf. 12, 9).
7. Ganzes Profil eines Topfes mit Trichterrand, grau geschmaucht, der Rand oben durch vier
Rillen gegliedert. Auf Schulter und Bauch wechseln metopenartig senkrechte Kammstrichreihen
mit Punktreihen (Taf. 13, 10).
8. Ganzes Profil eines Topfes mit Trichterrand, auf dem Bauch waagerechte Rillen, die 4,5 cm
über dem Boden aufhören, grau geschmaucht (Taf. 13, 8).
9. Profil des oben unter Al schon erwähnten verbogenen Tellers, schlecht geschlämmter, grau-
grüner Ton (vgl. Taf. 20, 4 und 12, 1).
10. Weite, tiefe Schüssel aus grau-grünem Ton. Eine ähnliche Schüssel, aber handgemacht und mit
Besenstrich verziert, bei d gefunden (Taf. 14, 9).
11. Weite, tiefe Schüssel mit ausgebildeter Lippe aus demselben grau-grünen Ton (Taf. 14, 7).
12. Vorratsgefäß, tongrundig, braun-rötlicher Ton, ohne Schmauchung. Ein ähnliches Stück Ger-
mania 18, 1934, 100 Abb. 3, 7 (Taf. 13, 9).
13. Topf mit ausgeprägter Schulter und Schulterring, rötlicher Ton, leicht geschmaucht, auf dem
Bauch umlaufende Reihen von „Blättchen“. Bruchstücke von mindestens 6 weiteren Schulter-
töpfen mit Zickzackreihen, teils schwarz, teils grau geschmaucht und geglättet. Vgl. Vindonissa
Taf. 6, 98; zu den „Blättchen“ vgl. Ettlinger, Augster Thermen Taf. 30, 2 (Taf. 13, 5).
14. Bruchstücke von etwa 8 Deckeln, grau geschmaucht. Das Profil Taf. 12, 6 von dem verbogenen
Beispiel A 2 (Taf. 20, 5) Auf dem Deckelknopf von Taf. 12, 7 konzentrische flache Rillen,
desgleichen bei einem weiteren Stück von ähnlichem Profil.

V. Gefäße von hellem Ton, tongrundig
1. Großer Vorratstopf, hellgelber Ton, tongrundig, Trichterrand mit Rille für den Deckel, auf
der Schulter ein flacher Reifen, begleitet von einer Rille. Die Form entspricht Vindonissa Taf. 6,
100, kommt aber dort nur in Nigra-Technik vor (Taf. 13, 11).
2. Reibschalenbruchstück aus hellgelbem. Ton. Auf der Innenseite Quarzkörner (Taf. 14, 5).
3. Ähnliches Profil, rötliche Streifen an der Außenwand. Tonkern ziegelrot (Taf. 14, 3).
4. Randstück eines Doliums von rötlich-gelbem Ton, schlecht geschlämmt und gebrannt (Taf.
14, 2).
Die Bedeutung des Fundes beruht darauf, daß es sich um eine geschlossene Fundmasse
handelt, hervorgegangen zum Teil aus den Abfallprodukten einer Töpferei, und daß
diese Fundmasse genau datiert ist durch die mitgefundenen Sigillaten vespasianischer Zeit,
den Strichelrand der Schüssel Drag. 29 und das Bruchstück eines Schälchens Drag. 27,
ferner durch die in dem Abfallhaufen liegenden Imitationen von Sigillatatypen Drag. 29.
27 und 24/25 (Drack Gruppe 11). Die Imitation von Drag. 29 (Taf. 12, 5) ahmt die
ausgebildete Form von Drag. 29 mit ausgeprägtem Bauchknick und ausladendem Rand
nach. Es handelt sich um Stücke vespasianischer Zeit, in der die Töpferei gearbeitet
haben muß.
Die Fehlbrandstücke zeigen nach der Schmauchung eine graue, ins Grünliche, bei hartem
Brand auch ins Graublaue spielende Farbe. Der Ton hat kleine Knollen, die sich bei allen
Stücken zeigen. Als Dekorationselement bevorzugt der Töpfer entschieden die Zickzack-
reihen; die sonstigen Ornamentmotive treten diesen gegenüber stark zurück. Diese Eigen-
art verbindet die Fehlbrandware mit den meisten der auf dem Abfallhaufen gefundenen
Stücke, so daß man annehmen muß, daß auch sie an Ort und Stelle entstanden sind.
Das gilt auch für die rot bemalte Ware mit weißen umlaufenden Bändern; denn die
 
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