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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0210

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204

Rundschau 1952—1953: Urnenfelderzeit

Als Zeitstellung kommt späte Hügelgräber- bzw. frühe Urnenfelderkultur in Betracht.
Entsprechende Materialien hat etwa die Freiburger Gegend (Oberrimsingen, Merdin-
gen, Bad. Fundber. 17, 1941 —1947, 170 ff., Taf. 49 C; 50) geliefert (5154).
Mtbl. 12/6416 Mannheim. (Gember, Kimmig)

St. Ilgen (Heidelberg) „Sandbuckel“, 1 km SW.
In der Gemeindesandgrube beim Friedhof (vgl. Bad. Fundber. 19, 1951, 138) wurde
in der Berichtszeit an 22 Tagen weitergegraben.
Funde: Neben vielen Wandscherben grober und feiner Ware 152 Randstücke, 23
Bodenscherben, 72 Scherben mit Ornamentresten, 26 Henkel und Henkelbruchstücke,
zwei Siebstücke, zwei Bruchstücke von konischen Hohlfüßen. Dazu kommen Reste von
gebranntem Hüttenlehm, kalzinierten Knochenstücken, einige Tierzähne, Spatstückchen
zum Magern des Tones. Ferner zwei Stückchen von Bronzespangen, ein Bronzetropfen,
eine Bronzenadel L. 16,3 cm, Di. 2,8 mm. Sehr schöne Patina hell-blaugrün. Schaft
rund, die oberen 4 cm auf einer Seite etwas flach gehämmert und um 90° gedreht. Kein
Kopf! Ende etwas abgerundet.
Von der Siedlung selbst wurde untersucht: eine Grube von 1 m Dm. bis 0,48 m unter
Unterkante der Verlehmungszone mit wenigen kleinsten Scherben, ein Pfostenloch,
0,30 x 0,27 m unter Unterkante der Verlehmungszone mit vielen Holzkohleresten,
kleine Grube Dm. 0,24 m; 0,18 m unter Verlehmungszone mit vielen Scherben (4926).
Mtbi. 32/6618 Neckargemünd. (Hormuth)

Singen (Konstanz) „Rußäcker“.
Bei Grabungskampagnen in der Berichtszeit wurden 19 weitere Gräber der frühen
Bronzezeit untersucht. Den in Bad. Fundber. 19, 1951, 1938 erwähnten Beobachtungen
über Grabbeigaben wäre diesmal als besonderes Stück eine Scheibennadel hinzuzufügen.
Der Typ wäre vergleichbar mit F. Holste, Frühbronzezeitliche Scheibenkopfnadeln aus
Bayern (Bayer. Vorgesch. Bl. 16, 1942, Taf. 1, 3 Heroldingen; Taf. 2, 2 München-Send-
ling) oder R. Pittioni, Urgeschichte des österr. Raumes (1954) Abb. 238, 4 Gollnsdorf.
Insgesamt sind bisher 43 frühbronzezeitliche Gräber untersucht worden.
Mtbl. 147/8219 Radolfzell, — Verbleib: Hegaumuseum Singen, (A. Eckerle)

Urnenfelderzeit
Bargen. (Sinsheim) „Unterm Löhl“.
Gelegentlich der Untersuchung des fränkischen Gräberfeldes wurden 1952 am Nord-
ende des Gräberfeldes stark zersetzte prähistorische Grubenfüllungen angetroffen. Eine
1953 am Südende des Gräberfeldes geschnittene kleine Grube enthielt Scherben der
Urnenfelderzeit, so daß an dem nach Süden geneigten Hang über der wasserreichen
Talaue des Wollenbachs eine kleine urnenfelderzeitliche Siedlung als gesichert gelten
kann (5372).
Mtb. 43/6720 Wimpfen. — Verbleib: Bad. Landesmuseum Karlsruhe. (Dauber)
 
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