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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0218

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Fundschau 1952—1953: Hallstattzeit

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dm. 4,7 cm. —■ 4. Scherben und Bodenkante einer flachwandigen Schüssel von grau-
brauner Farbe. Hart gebrannter, durch Überzug geglätteter Ton. Bodendm. etwa
13 cm. — 5. Randscherben einer Kalottenschale von etwa 15 cm Randdm. Graubrauner,
mit Glättüberzug versehener Ton von mäßiger Härte (Taf. 42, B 3) (5391).
Mtbl. 10/6324 Grünsfeld. — Verbleib: Heimatmuseum Tauberbischofsheim.
(Stang-Dauber)
Ältere Eisenzeit: Hallstattzeit

Dürrn (Pforzheim), Wald Mühlau, 1,3 km NNO.
Der südlich des Waldes „Mühlau“ gelegene Hügel 1 der Grabhügelgruppe Dürrn
(Pforzheim) „Mühlau“ (s. unter „Grabhügel“) mußte im Frühjahr 1953 untersucht
werden, da ein Mast der Starkstromleitung Enzberg—Bretten auf dem Hügel erstellt
werden sollte. Der Hügel war schon zur Zeit der Wagnerschen Grabung 1886 vom
Weg geschnitten und nur noch in seiner Südhälfte vorhanden. Diese alte Beschädigung
und die Gefahr, daß der Hügel als Hindernis der landwirtschaftlichen Nutzung (er
sperrt die Zufahrt zu den Grundstücken Lgb. Nr. 6642 und 6643) eines Tages un-
kontrolliert beseitigt werden könnte, rechtfertigte die Untersuchung und anschließende
Aufgabe des Hügels. Die Untersuchung wurde mit Mitteln des Landesdenkmalamtes
und mit einem Zuschuß des Landkreises Pforzheim ausgeführt, wofür auch an dieser
Stelle Herrn Landrat Dissinger gedankt werden soll.
Form des Hügels. Die erhaltene Flügelhälfte hatte eine größte Höhe von 0,9 m.
Sie fiel nach Osten und Süden gleichmäßig steil, nach Westen unregelmäßig sich ver-
flachend ab. Der Durchmesser des Hügels wurde mit 16 m bestimmt.
Aufbau des Hügels. Das Liegende bildete ein oben scharf abgeschnittener Keu-
permergel (km 1) von graugrüner Farbe, der mit etwa 30° nach Osten einfiel. Darüber
erhob sich die eigentliche Hügelaufschüttung, die aus dunkel- graubrauner, fast stein-
freier Erde von dichter, toniger Beschaffenheit bestand. Sie war intensiv durchsetzt mit
Streuscherben, Kohleschmitzen und kleinen, z. T. verbrannten Knochensplittern. Ver-
einzelt wurden verbrannte Stückchen von Kcupersandstein beobachtet. Über diese ge-
wölbte Hügelaufschüttung legte sich als „Rinde“ von 0,10—0,25 m Mächtigkeit ein
hellbrauner Boden von Lößlehmcharakter, wie er in der Umgebung als Decke über
dem Gipsmergel überall ansteht. Zwischen dieser Rinde und der eigentlichen Hügel-
aufschüttung fanden sich häufig etwa handgroße Schollen graugrünen Keupermergels.
Diese Beobachtungen erläutern schön das technische Vorgehen bei Aufschüttung des
Hügels. Hierbei wurde zunächst die Erde bis auf den anstehenden Gipsmergel abgeho-
ben und beiseite gelegt. Dabei kamen auf den abgestochenen Lehmboden einzelne
Schollen des abgeschürften Mergelgrundes zu liegen. Für die eigentliche Hügelaufschüt-
tung wurde alter Siedlungsboden, d. h. regelrechte mit Siedlungsabfällen durchsetzte
Kulturschicht beigefahren. Nach Aufschüttung des Hügels wurde die beiseite gelegte
Deckerde über den Hügel gebreitet, vielleicht sogar (was selbstverständlich nicht nach-
zuweisen war) ausgestochene Grasnarbe aufgesetzt. Bei diesem Überdecken des Hügels
kamen die abgeschürften Gipsmergelschollen zwischen die Kernaufschüttung und die
Lehmbodenschale. Die Kernaufschüttung hatte einen Dm. von 11m.
 
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