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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0221

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Fundschau 1952—1953: Hallstattzeit

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Müllheim, Ortsetter.
Von 1951 ist noch nachzutragen: dank der Aufmerksamkeit eines Schülers wurde beob-
achtet, wie beim Neubau Heumann in der Wehrgasse ein Skelettgrab aus Unkenntnis
zerstört wurde. Oberlehrer Fesenbecker konnte von Maurern außer einem Teil eines
menschlichen Unterkiefers und eines Wirbels noch Teile der Beigaben erhalten.
Funde : 1. Lignitring von halbovalem Querschnitt, Dm. 6,7 cm (Taf. 48, B 2). —
2. Kleines Näpfchen, graubraun, grob gemagert, Rand mit sichtbaren Fingereindrücken
leicht nach außen gezogen. H. 6 cm (Taf. 48, B 1). Zeitstellung: Späte Hallstattzeit
(Hallstatt D) (Mü 52/1—52/2).
Mtbl. 121/8111 Müllheim. — Verbleib: MfU. Freiburg. (A. Eckerle)

Oberbergen (Freiburg) „Breitental“.
Bei Ausschachtungsarbeiten zum Winzerkellerneubau wurde 1952 an der Südwand der
4,5 m tiefen Baugrube ein schwarzbraunes Schlickband angetroffen. Die Untersuchung
des Profils an dieser Wand ergab: Humus bis — 0,20 m, brauner, verlehmter Löß; bis
— 3 m schwarzbraunes Schlickband, nach Westen hochziehend und auskeilend, dar-
unter zäher, brauner Lehm, unter dem nur an der Auskeilung der gewachsene Löß zum
Vorschein kam, der sonst aber noch tiefer ging als die Baugrube. Das anschließende
Profil der Westwand zeigte bis zu der Stelle, wo die von der Südwand kommende Aus-
keilung des Schlickbandes aufhörte, unter dem Humus bis zu einer Tiefe von 2,70 m
braunen, verlehmten Löß, darunter hellen, gewachsenen Löß.
Nach Angabe der Arbeiter soll in diesen hellen Löß eine Grube von 1,20 m eingetieft
gewesen sein.
Das Schlickband in der Südwand dürfte von einem alten Wasserlauf herrühren, wie
sie im Kaiserstuhl bei Wolkenbrüchen immer wieder zu beobachten sind. Da dieses
Schlickband in der Baugrube offenbar von Südwest nach Nordost zog, dürfte die Grube
zur Hallstattzeit am Westrand des Wasserlaufs gelegen haben.
Funde : (soweit sie noch gerettet werden konnten) a) aus dem Schlickband: Schlan-
genfibel aus Bronze mit Kopfscheibe und großem doppelschaligem Kugelfuß. Rast und
Nadel bewußt nach unten ausgewölbt. Bandförmiger, längsgerillter Bügel. Nadelrast
vor Eintritt in den Kugelfuß durch eine gerillte Zwinge Zusammenhalten. Die Rast ist
durch den Fuß geführt und endigt — nach beiden Seiten gespalten — in einem vasen-
förmigen Schlußknopf. Als Füllung des Kugelfußes ist Bienenwachs verwandt (Bestim-
mung E. Schmid). L. 10 cm (Taf. 51, B 7).
b) aus der Grube: 1. Zwei Randstücke von flach gewölbten Schalen (Taf. 51, B 1—2). —
2. Zwei Wandstücke von groben Töpfen mit aufgesetzten Zierleisten (Taf. 51, B 3—4).
— 3. Bauchiges Töpfchen mit weich ausgelegtem Rand, H. 10,4 cm (Taf. 51, B 5). —
4. Kleines eierbecherartiges Näpfchen, H. 4,2 cm (Taf. 51, B 6). Weitere hallstattzeit-
liche Fundstellen von Gemarkung Oberbergen: „Mondhalde“ (Bad. Fundber. I, 1925—
1928, 372) und „Spührenloch“ (ebenda III, 1933—-1936, 365; 18, 1950, 235). Zeitstel-
lung: Späte Hallstattzeit (Hallstatt D) (Fr 52/1—52/5).
Mtbl. 105/7911 Breisach. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Unser, A. Eckerle)
 
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