Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

DOI issue: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0226

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
220

Fundschav. 1952—1953: Latenezeit

5. Bruchstück eines eisernen Nagels mit breitem Kopf. An anderer Stelle des Wasser-
leitungsgrabens fanden sich Bronzestückchen (Fibelreste?).
Beim Gymnasiumsbau wurden im Aushub zwei rotbemalte Scherben, ein Bodenstück
eines stark abgescheuerten Gefäßes und ein schwarzgraues Scherbenstück mit Drehriefen
auf gelesen. Wohl Spätlatene.
Mtbl. 166/8413 Säckingen. •—• Verbleib: Heimatmuseum Säckingen.
(Em. und Eg. Gersbach)
Stühlingen (Waldshut) „Weiler Tal“.
Beim Aufforsten wurden 1953 Scherben (s. unter „Vorrömische Scherben“) in den
Pflanzenlöchern gefunden. Darunter ist das Randstück eines graubraunen Töpfchens
mit Einkehlung unter dem Rand und schrägem Besenstrich auffallend (vgl. Bad. Fund-
ber. 19, 1951, 175 und Taf. 33, B 2).
Mit diesen neuen Funden zeigt sich, daß sich die im westlichen Teil des Weiler Tales
= „Schönboden“ festgestellten Siedlungsreste auch weiter ostwärts fortsetzen.
Mtbl. 144/8216 Stühlingen. — Verbleib: Heimatmuseum Waldshut. (Salm)

Tauberbischofsheim „Burgweg“ — „Krautgärten“, 0,5 km O.
Der Kanalisationsgraben zwischen den Gewannen „Burgweg“ und „Krautgärten“ (s. un-
ter „Jüngere Eisenzeit“) legte in 1,8 — 2,5 m Tiefe auf 70 m Länge eine leicht nach
Westen zur Tauber hin fallende Siedlungsschicht frei, in der im Bereich von Lgb. Nr.
8939 zwei noch tiefer reichende Abfallgruben angeschnitten wurden. Nach den Funden
aus den beiden Gruben scheint es sich um eine Siedlung der älteren Latenezeit zu han-
deln.
Funde: Aus der Grube 1 in 2,5 m Tiefe: 1. Großes, dickwandiges Vorratsgefäß mit
gewölbter Schulter und leicht auswärts gebogenem Steilrand. Ton mit feinem, glimmer-
haltigem Material schwach gemagert, hart gebrannt. Außenwand unterhalb des Um-
bruchs kräftig gerauht durch Fingereindrücke, die stellenweise beinahe zu regelmäßigem
Flächenmuster geordnet erscheinen. Farbe schwarzbraun, die geglättete Innenseite hel-
ler. H. 54 cm, Randdm. 40,5 cm, Bodendm. 22 cm, größter Dm. 56 cm (Taf. 37, 1;
50, 3). — 2. Randscherben einer Schüssel mit eingezogenem Rand. Dichter, kaum ge-
magerter Ton von schwarzbrauner Farbe mit poliertem Glättüberzug (Taf. 50, 1). —
3. Randstück einer plumpen Schale mit eingezogenem Rand. Rand unregelmäßig ab-
geformt, Wanddicke wechselnd. Ton im Bruch hellbraun, kaum gemagert, überfangen
mit schwarzbraunem Überzug in dem einzelne Glimmerflitterchen eingeschlossen sind
(Taf. 50, 2).
Aus der Grube 2 in 3 m Tiefe: Steilwandiger, eimerartiger Topf mit eingezogenem,
verdicktem Rand und breitem Boden. Schwach gebrannter, poröser Ton von grau-
gelber Farbe. Auf der Außenwand noch größere Platten eines hellen bis 1 cm starken,
nachträglich aufgebrachten Dichtungsmantels aus luftgetrocknetem oder schwachge-
branntem Lehm, H. 36,6 cm, Randdm. 30 cm, Bodendm. 24 cm (Taf. 50, 4) (5246).
Mtbl. 10/6324 Grünsfeld. — Verbleib: Heimatmuesum Tauberbischofsheim.
(Stang-Dauber)
 
Annotationen