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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0257

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Fundschau i952—1953: Alamannisch-fränkische Zeit

251

Da aber die genaue topographische Lage der letztgenannten Fundstelle nicht bekannt ist
und die beiden Flurnamen „Degental“ und „Obere Riedel“ auf der Gemarkungskarte
1:10 000 immerhin etwa 300 m voneinander entfernt erscheinen, ist die Identität bei-
der Fundplätze unwahrscheinlich. Es dürfte sich danach wohl um zwei verschiedene
Gräberfelder handeln.
Das Ergebnis der Untersuchung von 1953:
Grab 1 : Großenteils durch Erdbewegungen gestört. Geostete Lage aus der Richtung
der Unterschenkel noch zu erkennen. — Keine Beigaben.
Grab 2: Frau, — 0,80 m. — Skelett fast vergangen. — Beigaben: 1. Silbervergol-
dete Bügelfibel (L. 7,6 cm; Br. 4,1 cm), am Ende der halbrunden KopfplatteTierkopf (See-
hund), zu beiden Seiten vier einwärts blickende Vogelköpfe mit eingelegten Almandin-
augen. Der ovale Fibelfuß endigt in einem Vogelkopf mit eingelegtem flachem Almandin-
auge, der Schnabel ist in Kerbschnittmanier profiliert. Kopf- und Fußplatte sind mit
einer 2 mm breiten erhöhten Randleiste eingefaßt, die durch inNiello eingelegte Dreiecke
ein Zickzackmuster erhält. Das Innere der Kopfplatte füllen vergoldete Spiralornamente
in Kerbschnitt. Auf dem Fibelbügel beiderseits des mit Niello-Einlagen verzierten
Mittelstegs vergoldetes, zopfartiges Geflecht in Kerbschnitt. Der Fibelfuß ist durch eine
schmale Mittelrippe längsgeteilt, zu beiden Seiten vergoldete symmetrische Spiralver-
zierungen in Kerbschnitt. — Auf der Unterseite: Silberne Nadelrast und gelochte sil-
berne Stege für die eiserne Nadelspirale (Taf. 56, 2 und 57, E 2). Die Fibel lag quer
über dem Becken, Kopfplatte nach links. — 2. Flache Glasschale (H. 3,9 cm; DM. 11,2
cm) mit wellenartigen Schlieren unter dem Rand, fast konisch, Rand leicht einbezogen,
Boden verdickt und aufgewölbt (Taf. 55, 1 und 57, E 1) an der Außenseite des rechten
Fußes.
G r a b 3: Skelett in normaler Rückenlage, — 0,80 m, sehr brüchig; Beine bei Weganlage
schon früher herausgerissen. — Beigabe: Graues, weitmündiges, doppelkonisches
Tongefäß (H. 10,4 cm; Dm. 12,4 cm; Bodendm. 5 cm), oberhalb des Bauchknicks drei
umlaufende Rillen, unterhalb umlaufendes Winkelband aus drei parallelen Rillen (Taf.
55, 2 und 57, C), südlich des rechten Unterarms.
Grab 4 : Skelett nur in Spuren erkennbar. Keine Beigaben.
Grab 5 : Zerstörtes Grab ohne Skelettreste. Nach Entfernung eines kräftigen Wur-
zelstockes zeigten sich folgende Funde: 1. Silbervergoldete Fünfknopffibel (L. 7,5 cm:
Br. 4,5 cm) mit vergoldeter Kerbschnittverzierung auf Kopfplatte und Fuß und niellier-
tem Mittelsteg, Knöpfe ebenfalls gekerbt und vergoldet. Nadelrast mit eingraviertem
Gittermuster (Taf.57, F 1). — 2. Chalcedonperle (Dm. 1,8 cm), asymmetrisch (Taf. 57,
F 2). — 3. Gehäuse einer Cyprina-Schnecke (L. 7,4 cm; Br. 2,8 cm) (Bestimmung E.
Schmid).
Grab 6: Bestattung in normaler Rückenlage, — 0,40 cm. — Beigaben: 1. Bronze-
zängchen (L. 6,5 cm; Br. 0,7 cm) mit an den Rändern eingepunzten, nach außen offenen
Halbkreisen (Taf. 57, B), senkrecht im Becken. — 2. Kleines Eisenringchen, zerbrochen,
an der Innenseite des rechten Oberschenkels.
Grab 7 : Mann in normaler Rückenlage — 1,20 m; Skelett fast vergangen. — Bei-
gaben: 1. Spatha (L. noch 85 cm; Griff 9,4 cm; Br. 4,8 cm) entlang des rechten Bei-
 
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