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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0281

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Fundschau 1952—1953: Gräber unbestimmbarer Zeitstellung

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Gräber unbestimmbarer Zeitstellung

Altdorf (Lahr), Ortsetter.
In der westlichen Hälfte der von Nord nach Süd orientierten Kirche stieß man 1952
beim Einbau einer Heizung auf vier Skelette, die nach Angaben der Arbeiter in geoste-
ter Richtung bestattet gewesen sein sollen.
Vereinzelte Scherben wurden von Studienrat a. D. K. Hammel als spätgotisch bestimmt.
Diese wenigen keramischen Reste reichen wegen der unklaren Fundumstände zur Da-
tierung der Bestattungen nicht aus.
Es bleibt fraglich, ob die 1952 in der Kirche beobachteten Gräber zu dem Reihengräber-
friedhof von 1781 gehören.
E. Wagner (Fundstätten und Funde 1 [1908] 209) erwähnt auf der Gemarkung ein
„großes alamannisches Gräberfeld“, das in den Jahren 1820 aufgedeckt wurde.
Der 1819 verstorbene Pfarrer Josef Tritschler berichtet in seiner Chronik u. a. „. . nil
igitur impedit credere primam Altdorfensiam Ecclesiam eodem in Colle ubi nunc est,
primitus aedificatam fuisse; nec quod cum praesens Ecclesia in anms 1781 — 82 et 83 a
fundamentis neoaedificatur, in loco ubi nunc chorus est arma militaria aut Romana aut
Allemannica una cum ossibus, corporum humanorum in quantitate non parva eruta
fuerint . . .“.
Da sich Wagners Nachricht auf seinen Fragebogen von 1881 stützt, also von Leuten
beantwortet wurde, die von den Skelettfunden selbst nichts gesehen hatten, dürfte als
Fundzeit doch wohl 1781 — 83 anzunehmen sein.
Dieser alamannische Friedhof lag offenbar nur südlich der heutigen Kirche; denn bei
einer 800 qm großen modernen Neuanlage östlich der Kirche wurde das nach Norden
fallende Gelände 1 m tief abgehoben, wobei keine Funde zutage kamen.
Mtbl. 91/7712 Ettenheim. (Gerbig, A. Eckerle)
Bleichheim (Emmendingen), „Pfarräcker“.
Bei Anlage von Drainagegräben wurden 1953 von einem Spezialbagger zwei Mauer-
züge durchschnitten. In ihrem Bereich sollen nach Angabe der Arbeiter Scherben und
Skeletteile gelegen haben. Die Funde ermöglichen keine Datierung, um so mehr, da die
Fundsituation nicht mehr klar zu erkennen war. Die Fundstelle liegt offensichtlich in
früher schon bewegtem Boden, also wahrscheinlich sekundär.


(Gerbig)

Breisach (Freiburg), Münsterberg.
Im Bereich des kriegszerstörten früheren Bezirksamtes stieß man 1952 bei Ausschach-
tungsarbeiten auf beigabenlose Skelette, die nach Angabe des Münsterpfarrers von
Mönchen stammen sollen. Dem Wunsche nach anderweitiger Beisetzung dieser christ-
lichen Skelette wurde entsprochen.

Mtbl. 105/7911 Breisach.

(Gerbig)

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