Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

DOI issue: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0290
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
284

Fundschau 1954—1956: Mittelalter — Neuzeit

Oftersheim (Mannheim) „Grabenäcker“, 0,6 km SO. — Einzelfund.
1952 fand ein Munitionsräumkommando in 1 m Tiefe einen Henkelkrug des 12. bis
14. Jhdts., der ohne Befund in braunem Lehm eingebettet war. Bauchiger Henkelkrug
mit breiter Standfläche aus scharf gebranntem, gelbrotem Ton mit scharfen Rillen auf
der ganzen Außenseite. An der Stelle größten Durchmessers Ansatzstelle eines breiten
Henkels. Henkel und Oberteil fehlen; H. noch 18 cm, Bodendm. 8 cm, gr. Dm. 16 cm
(5275).
Mtbl. 31/6617 Schwetzingen. — Verbleib: Museum Mannheim. (Gember)
Radolfzell (Konstanz), Ortsetter.
1955: Kunstmaler Pfannendörfer legte einen frühgotischen flachen Deckel mit Kehle
und Knauf vor, der im Auffüllmaterial der Brühlstraße in etwa 0,90 m Tiefe bei Grab-
arbeiten zum Vorschein gekommen war. Datierung: zweite Hälfte des 13. Jhdts.
Mtbl. 147/8219 Radolfzell. — Verbleib: Heimatmuseum Radolfzell. (Hammel fi)
Schönbrunn (Heidelberg) „Glasbrunnen“, 2 km SO. — Siedlung.
In der quellenreichen Senke südl. der Straße Schönbrunn—Schwanheim liegt das Glas-
brünnele. Bogenförmig um seinen Quellaustritt verteilt liegen vier Erdhügel von 3—
4 m Dm. und 0,5 m H., in denen sich neben angebrannten Buntsandsteinstücken dicke,
mit heller bis grüner Glasur überzogene Tiegelscherben finden. Es scheint sich um eine
mittelalterliche Glasmacherstelle zu handeln. Bauunternehmer J. Moser, Neckarsteinach,
hatte auf die Fundstelle aufmerksam gemacht (5625).
Mtbl. 24/6519 Eberbach. — Verbleib: Archiv Karlsruhe. (Dauber)
Steinbach (Tauberbischofsheim), Ortsetter. — Siedlung.
1955: Beim Ausheben einer Baugrube hinter dem Anwesen E. Heu (Lgb. Nr. 5) wurde
in 0,4 m Tiefe eine mittelalterliche Kulturschicht angeschnitten und daraus ein fast ganz
erhaltenes Gefäß geborgen. Bauchiger Topf mit gotischem Rand über eingezogenem
Hals, Schulter gerillt, von schwarzbrauner Farbe und hartem Brand; H. 13 cm, Rand-
dm. 10,5 cm, Bodendm. 6,5 cm. Zeit etwa 15.Jhdt. (5544).
Mtbl. 8/6322 Hardheim. — Verbleib: Heimatmuseum Tauberbischofsheim.
(Stang, Dauber)
Sulzburg (Müllheim), Ortsetter.
1955: Seit Jahren wurden im Garten der Witwe Amalie Lacher, Klostergasse 85, inner-
halb der alten Stadtmauer Scherben gefunden. Darunter befindet sich das Bruchstück
eines größeren Deckels, Rest einer flachen, henkellosen Tasse mit waagrecht abgestriche-
nem Rand und das Randstück eines Kugeltopfes. Datierung: 12.Jhdt., ottonisch-salisch.
Herkunft und ursprüngliche Verwendung behauener großer Steine, darunter einer mit
wannenartiger Eintiefung, waren nicht zu ergründen.
Mtbl. 128/8112 Staufen. — Verbleib: Städt. Slg. Freiburg.

(Helm)
 
Annotationen