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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0109

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Das alamannische Gräberfeld von Binningen im Hegau, Ldkrs. Konstant

101

Grab 7 :
Taschen mit großen Zierscheiben kommen nach geläufiger Vorstellung erst im siebten
Jahrhundert in Mode, wodurch der von der Schnalle mit kräftig profiliertem Schild-
dorn gegebene Zeitraum (Mitte des sechsten — erste Jahrzehnte des siebten Jahrhun-
derts) präzisiert werden kann. Die übrigen Beigaben sind für die zeitliche Einstufung
bedeutungslos.
Erste Jahrzehnte des siebten Jahrhunderts.
Grab 10:
Durch Bülach Grab 14 70), wo die Goldblechanhänger eine Grablegung vor Einsetzen des
langobardischen Importstroms unmöglich; machen, ist wenigstens ein Hinweis für die
Einstufung der tauschierten Schnalle gegeben. Die Beifunde sind chronologisch nicht
auswertbar, eine entsprechende Datierung des Binninger Grabes scheint das Nächst-
liegende.
Anfang — erste Hälfte des siebten Jahrhunderts.
Grab 12:
Gut datierbar ist die größere der beiden Scheibenfibeln durch ein in Köln-Müngersdorf
mit filigranbelegten Goldblechanhängern zusammen gefundenes Vergleichsstück71). Die
weiteren Parallelen geben keine Datierungshinweise, ebensowenig die aus Grab 6 des
gleichen Gräberfeldes stammende Scheibenfibel, die bei der Besprechung der kleineren
Brosche aus Grab 12 herangezogen wurde. Das Rippengefäß bestätigt den oben belegten
Zeitansatz in die ersten Jahrzehnte des siebten Jahrhunderts.
Grab 13:
Die S-Fibel ist chronologisch sehr schwer zu beurteilen, da keine guten Vergleichsstücke
bekannt sind. Nach Umriß und Verzierung scheint sie der „Spätphase“ der von H. Bott
skizzierten Entwicklung dieses Typs anzugehören72). Durch das aus einem münzdatier-
ten Grab von Weinheim 73 74) stammende Exemplar sind ähnliche Formen für die erste
Hälfte des siebten Jahrhunderts belegt. In die gleiche Zeitstufe führt der Vergleich mit
„späten“ langobardischen Fibeln (vgl. Anm. 32).
Erste Hälfte des siebten Jahrhunderts.
Grab 14:
Schnalle mit festem Beschläg:
Keines der besseren Vergleichsstücke aus dem Rheinland, aus Frankreich und Spanien
(vgl. Anm. 55—57) gehört zu einem gut datierbaren Inventar. Anhaltspunkte bietet
lediglich eine ähnliche Schnalle (mit Schilddorn!) aus der Nekropole von S. Giovanni
in Cividale (Friaul) ‘4), die zwar keinem Grab zugewiesen werden kann, jedoch sicher

70) Werner, Bülach, 30 und 85 (Grabinventar).
71) Fremersdorf, Müngersdorf, Grab 131, Taf. 23.
72) H. Bott, Bajuwarischer Schmuck der Agilolfingerzeit (1952), 50 ff.
7S) Werner, Austrasische Grabfunde, Gruppe IV, Taf. 23, 3.
74) Cividale, Museo Civico.
 
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