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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0118

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110

Gerhard Fingerlin

Grab 11: Mann, ziemlich gut erhalten, ungestört.
Umriß nicht erkennbar; T. 0,40 m.
Bestattung in gestreckter Rückenlage, Unterarme leicht angewinkelt. Knochen brüchig, jedoch
vollständig erhalten.
Beigaben :
Entlang der linken Körperseite, teilweise auf dem Oberarm, Griffende dicht unterhalb der
Schulter:
1. Spatha (Sn 59/45: 11) mit gut erhaltener, damaszierter Klinge. Griffangel abgebrochen, Frag-
ment von 8,8 cm Länge vorhanden; L. mit Griffangelfragment 88,8 cm (vor der Präpa-
ration 92,0 cm), Br. 3,8 cm (bzw. 4,2 cm) (Taf. 33, 11 und 12).
Auf der linken Brustseite:
2. Eisenstück; fehlt. Nicht inventarisiert. Versehentlich erhielt die Griffangel der Spatha die für
dieses Stück vorgesehene Inventarnummer (Sn 59/46: 11); eine Identität beider Stücke ist
jedoch ausgeschlossen.
Grab 12: Frau, schlecht erhalten, ungestört (?).
Umriß nicht erkennbar; T. 0,75 m.
In 0,65 m Tiefe Reste eines Holzsarges mit Boden- und Deckbrett; Innenmaße 1,95 x0.45 m,
Brettstärke 0,05—0,07 m.
Bestattung in gestreckter Rückenlage, der rechte Arm und die Mehrzahl der Rippen fehlen. Mit
Ausnahme der Schenkelknochen ist das Skelett ziemlich brüchig, das Fehlen größerer Teile muß
daher nicht unbedingt als Zeichen alter Beraubung gewertet werden (Taf. 41,4).
Beigaben:
An der rechten Schulter, unterhalb der Fibel Nr. 3:
1. Zwei Glasperlen (Sn 60/2: 12), Rest einer Halskette.
Transluzid: Eine gerippt, grünlich-gelb;
Opak: Eine rund, blau-weiß gebändert, auf dem mittleren weißen Streifen rote Flecken.
Auf und neben den Lendenwirbeln, dicht oberhalb des Beckens, lag eine zweite Perlenkette
(vgl. Grab 7, Nr. 3).
2. Kette aus zehn Glasperlen und zwei Bernsteinperlen (Sn 60/4: 12).
Transluzid: Zwei gerippt, dunkelblau; zwei Ringperlen, grünlich-gelb;
Opak, verziert: Eine große, doppelkonisch, rot, mit blau-weiß-roten Einlagen; eine poly-
edrisch, schwarzblau; zwei zylindrisch, mit unregelmäßigen blau-rot-gelben Schlieren; eine
zylindrisch, rot-gelb-weiß-braun „geflammt“;
Opak, unverziert: Eine kleine runde Fritteperle, gelb. Zugehörig ein kleines Eisenfragment,
vermutlich von einem Ring, der mit den Perlen aufgezogen war.
Auf der rechten Schulter, Schauseite nach unten:
3. Silberne Almandinscheibenfibel (Sn 60/1: 12).
Das vertiefte, mit gekerbten Silberdrähten belegte Mittelstück zeigt Spuren von Feuer-
vergoldung. Nach außen folgen zwei Zonen mit plangeschliffenen Almandinen auf gegit-
terten Goldblechfolien; das grobe Zellwerk ist auf eine mit Kerbdraht eingefaßte silberne
Grundplatte aufgelötet. Spiralhalter aus Silber, Nadelhalter fehlt; Reste der grün patinierten
Spirale; Dm. 4,0 cm, H. 0,6 cm (Taf. 31,2 und Taf. 40, 2).
Rechte Brustseite, 0,15 m unterhalb der Fibel Nr. 3, Schauseite nach oben:
4. Silberne Almandinscheibenfibel (Sn 60/3: 12) mit gut erhaltener Vergoldung der Schauseite.
Die silberne Grundplatte trägt einen Zellkranz mit plangeschliffenen Almandinen auf ge-
gitterten Goldblechfolien. Das vertiefte, leicht nach außen gewölbte Mittelfeld ist mit Fili-
grandraht belegt. Spiralhalter aus Silber, Nadelhalter fehlt; Dm. 3,1 cm, H. 0,5 cm (Taf. 31, 1
und 40, 3).
Außen am linken Beckenknochen:
5. Ovale Bronzeschnalle (Sn 60/5: 12) mit Schilddorn; L. 2,3 cm, Br. 3,4 cm (Taf. 31,10).
 
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