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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0125

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Das alamannisdie Gräberfeld von Binningen im Hegau, Ldkrs. Konstanz

117

Außen am linken Oberschenkel:
4. Ovale Eisenschnalle (Sn 60/67: 21), Dorn abgebrochen, für 3,0 cm breiten Gürtel; L. 2,1 cm,
Br. 4,3 cm (Taf. 34, 3).
Vielleicht zugehörig, Lage nicht bestimmbar:
5. Bruchstück eines silbertauschierten Beschlags (Sn 60/70: 21), Verzierung in geringen Resten
erhalten (Taf. 34, 4).
Zwischen den Oberschenkeln, etwa in Kniegegend, lagen die Reste eines Gürtelgehänges aus
eisernen Ringen und Stabkettengliedern mit kleinen eisernen „Werkzeuganhängern“. Das Mes-
ser (Nr. 17) und der Kamm (Nr. 18) steckten vielleicht in einer gleichfalls am Gehänge be-
festigten Tasche oder hingen an kurzen Riemen frei herab. Leider ist eine sichere Rekonstruk-
tion nicht möglich, weil die einzelnen Bestandteile sehr dicht beisammenlagen und stark
korrodiert waren. (Im Grabungsbericht wird der ganze Fundkomplex als „Tascheninhalt“ an-
gesprochen.) Zwei Möglichkeiten sind denkbar:
Entweder war jeweils zwischen zwei Stabkettenglieder ein Eisenring eingeschoben oder, was
mehr Wahrscheinlichkeit hat, zwei bis höchstens drei kurze Eisenketten hingen an den Ringen,
die mit langen Lederstreifen o. ä. am Gürtel befestigt waren. Für die zweite Lösung spricht
vor allem die geringe Zahl der erhaltenen Kettenglieder und die dichte Lage unmittelbar am
Kniegelenk.
Stoff- oder Lederreste einer Tasche konnten nicht nachgewiesen werden.
6. Offener Eisenring (Sn 60/70: 21); Dm. 3,8 cm (Taf. 34, 7).
7. Bruchstück eines Eisenritnges (Sn 60/70: 21) von etwas größerem Dm. (Taf. 34, 8).
8. Teil eines dünnen Eisenringes (Sn 60/70: 21) mit zwei anhängenden Stabkettengliedern, beide
abgebrochen, und Fragmente von mindestens zwei bis drei weiteren Kettengliedern; gr. L.
6,6 cm (Taf. 34, 6).
9. Miniaturmesser (Sn 60/70: 21). Der vermutlich mit einer Ringöse versehene Griff ist ab-
gebrochen; L. noch 4,6 cm (Taf. 34, 9).
10. Miniaturlöffel (Sn 60/70: 21), Griff abgebrochen; erh. L. 3,4 cm (Taf. 34, 10).
11. Keulenförmiger Anhänger (Sn 60/70: 21); L. noch 2,6 cm (Taf. 34, 11).
12. Ohrlöffelchen (Sn 60/70: 21), Griffende abgebrochen; L. noch 3,5 cm (Taf. 34, 12).
Von den Beschlägen der Wadenbinden, die ursprünglich zwischen bzw. neben den Unterschen-
keln lagen, fand sich noch eine Riemenzunge in situ. Die zweite Riemenzunge und das Beschläg
(Nr. 15) wurden schon vor der Untersuchung herausgerissen, doch ließ sich die Lage am Skelett
noch einwandfrei bestimmen. Ein zweites quadratisches Beschläg, das wahrscheinlich zur Gar-
nitur gehörte, fehlt.
13. Bronzeriemenzunge (Sn 60/73: 21), gegossen, mit gespaltener Basis und zwei Bronzenieten.
Vorderseite mit doppelter Stempelreihe verziert; Riemenstärke 0,3 cm, L. 5,4 cm, Br. 1,9 cm
(Taf. 34,14).
14. Entsprechende Riemenzunge (Sn 60/73: 21) mit gleicher Stempelverzierung; L. 5,3 cm,
Br. 1,8 cm (Taf. 34,14).
15. Rechteckiges Beschläg (Sn 60/73: 21) aus Bronzeblech mit vier Bronzenieten; Kantenl.
1,9 x 1,6 cm (Taf. 34,13).
Außen am rechten Unterschenkel, wahrscheinlich zum Schuhriemen gehörig:
16. Ovale Eisenschnalle (Sn 60/72: 21) mit Resten des Beschlägs; L. noch 2,4 cm, Br. 2,3 cm
(Taf. 34,17).
Innen am rechten Oberschenkel, etwa in Kniegegend (vgl. Nr. 6—12):
17. Eisenmesser (Sn 60/68: 21); L. 17,9 cm, Br. 2,3 cm (Taf. 34, 18).
18. Zweireihiger Beinkamm (Sn 60/69: 21), ein großes und acht kleine Fragmente; Mittelbügel
strichverziert, drei Eisenniete. Dazu ein Bruchstück des verzierten Futterals; L. nicht be-
stimmbar (Taf. 34, 15).
 
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