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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0277

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Fundschau 1957—1959: Römische Zeit

269

2. „Im Satz“, 1,4 km O. Einzelfund
1957: Siehe unter Steinzeit.
3. „Untere Hurst“, 2,6 km NW. Einzelfunde
1956: Lesefunde: Randstücke lat^nezeitlicher Keramik mit eingezogenem Rand
(Bü 56/6).
Mtbl. 66/7214 Steinbach/Sinzheim. — Verbleib: Stadtgesch. Slgn. Baden-Baden.
(Braun)
Römische Zeit
Adersbach (Sinsheim), Ortsetter. Grab
1958: Beim Ausheben einer Jauchegrube westlich des neugebauten Stalles von Haus
Nr. 46 (Ludwig Vierling) stieß man in etwa 2 m Tiefe, wovon ein Teil neue Aufschüt-
tung ist, auf eine dunkle Stelle, die von den Bauarbeitern als „Feuerstelle“ beschrieben
wurde. Stadtbibliothekar Zink (f), Sinsheim, konnte nachträglich ein Tongefäß und eine
Lampe bergen. Verloren gingen mindestens drei weitere Gefäße, einige Metallstücke und
zwei Münzen (5822).
Mtbl. 42/6719 Sinsheim. — Verbleib: Heimatmuseum Sinsheim. (Teichert)
Altlußheim (Mannheim) „Neurott“ (Hubwald Abt. I 9 Fläche 4), 2,2 km SO von Neu-
lußheim. Siedlung, Gräberfeld
1956—1960: Im April 1956 überbrachte der Forstwart Franz Schwechheimer von Alt-
lußheim dem Historischen Museum Speyer einige Funde zur Begutachtung, welche er auf
dem tiefgepflügten Gelände des Altlußheimer Hubwaldes aufgelesen hatte. Von Herrn
Dr. Kaiser in dankenswerter Weise alsbald benachrichtigt, konnte ich am 20. April 1956
diese Funde in Speyer in Empfang nehmen. Die Einwirkung von Feuer auf Keramik
und Metall ließ sofort auf Reste aus gestörten römischen Brandgräbern schließen. Am
25. April 1956 führte mich Forstwart Schwechheimer zu der Fundstelle. In weiter
Streuung waren die Spuren zerstörter Brandgräber und römische Siedlungsreste zu be-
merken.
Bereits im Frühjahr 1955 war das abgeholzte Gelände ca. 0,40 m tief umgepflügt und
neu bepflanzt worden, ohne daß dabei die Forstverwaltung auf die zahlreichen heraus-
gerissenen römischen Fundstücke aufmerksam wurde. Eine umfassende Grabung war
wegen der bereits angelegten Schonung nicht möglich; jedoch genehmigte die Forst-
verwaltung Philippsburg Untersuchungen zwischen den Baumreihen, die sich dann mit
zunehmender Schwierigkeit bis in den Juni 1960 hinzogen. Insgesamt wurden 146 Brand-
gräber untersucht.
Römische Siedlung und Gräberfeld befinden sich an der Römerstraße Straßburg—
Neuenheim dort, wo dieser im Gelände noch gut erkennbare Straßenzug den Kriegbach
überquert. Nach der Fundstreuung befindet sich die römische Siedlung unmittelbar
nördlich des Bachüberganges und das Gräberfeld weiter nach Norden und dicht ostwärts
an die Römerstraße anschließend. Zwei ausgezeichnet erhaltene römische Materialgruben
für den Straßenbau werden von dem Friedhof in den tiefer gelegenen Partien umgangen.
 
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