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Aufdermauer, Jörg; Baden-Württemberg / Amt für Ur- und Frühgeschichte [Editor]
Badische Fundberichte / Sonderheft: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens: Ein Grabhügelfeld der Hallstattzeit bei Mauenheim: Ldkrs. Donaueschingen — Freiburg i. Br., 3.1963

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https://doi.org/10.11588/diglit.29615#0024
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Grab 1:

In einer kleinen Grube von etwa 0,80 m Dm. dicht südöstlich des angenommenen Hügelmittelpunkts, die mit
etwas dunklerer Erde als die der Hügelschüttung gefüllt war, standen dicht beieinander drei, von kleineren
Steinen gestützte Gefäße (Taf. 7,1. 3. 4). Im Gefäß Taf. 7, 3 lag außerdem noch ein kleines Töpfchen (Taf. 7, 2).
Das nördlichste von ihnen enthielt den Leichenbrand. Die Gefäße waren mit einer Steinplatte von 0,58 xO,85 m
Dm. und 0,16 m Stärke abgedeckt. Die Grubensohle dicht unter den Gefäßen lag bei —0,10 m, auf halber Höhe
zwischen gewachsenem Boden und Hügeloberfläche in der Hügelschüttung.

Funde:

Do 58/124:1
(Taf. 7, 4)

Do 58/125:1
(Taf. 7, 3)

Do 58/126: 1
(Taf. 7,2)

Do 58/127: 1
(Taf. 7,1)

o. Nr.

In Scherben weitgehend erhaltenes, gedrungenes Kragenrandgefäß (Gef. a, Urne) mit
stark eingezogenem, kurzem Fuß. Der kurze, steile Kragen und eine schmale, anschließende
Zone der Schulter sind außen graphitiert. Die Schulter ist im übrigen kirschrot überfangen
und trägt fünf Paare von senkrechten, graphitierten bzw. roten Riefenbündeln; H. 13,6 cm,
Randdm. 19,5 cm, Bodendm. 7,8 cm.

Einfaches, lederbraunes, unverziertes in Scherben fast ganz geborgenes Kegelhalsgefäß
(Gef. b) mit kurzem Trichterrand und verhältnismäßig steilem, nur durch eine flache Riefe
von der Schulter abgesetztem Hals. Auf Randinnen- und -außenseite und oberer Gefäßhälfte
Graphitspuren; H. 22,0 cm, Randdm. etwa 17,2 cm, Bodendm. 9,7 cm.

Kleines, kugeliges Töpfchen (Gef. c) mit kurzem, steilem Kragenrand und außen flachem,
innen leicht gewölbtem Boden. Der Rand ist innen und außen graphitiert, die Gefäßaußen-
seite kirschrot überfangen, der Ton ziegelrot gebrannt; H. 6,4 cm, Randdm. 6,7 cm, Boden-
dm. 2,5 cm.

Kleines, lederbraunes, ergänztes Kegelhalsgefäß (Gef. d). Der kurze, schräge Hals ist
deutlich von der Schulter abgesetzt und geht in engem Bogen in den leicht nach außen
stehenden Rand über. Vom Halsansatz hängen große Dreiecke aus paarigen, flachen Riefen
auf die Schulter herunter, die das Gefäß zickzackförmig umziehen. Auf der oberen Gefäß-
hälfte geringe Graphitspuren; H. 13,2 cm, Randdm. 10,8 cm, Bodendm. 5,2 cm.
Leichenbrand aus Gef. Do 58/124.

Uruenfelderzeitlidhe Streuscherben aus der Grabgrube:

Do 58/128 Rötliches Wandstück; auf der Außenseite vier parallel umlaufende Horizontalrillen, an der untersten

(Taf. 8,12) kleine Schrägstriche hängend.

Do 58/129 Zwei Randstücke von verschiedenen, sehr feinen Bechern aus glimmerhaltigem, graubraunem Ton.

(Taf. 8,4. 5)

Do 58/130 Unverzierte Wandscherben.

Grab 2:

Das Grab wurde unter dem angenommenen Hügelmittelpunkt gefunden. Unmittelbar auf dem gewachsenen
Boden lagen die zu einem Haufen zusammengedrückten Scherben von mindestens vier Gefäßen (Taf. 7,1—4).
Durch die dicht westlich bzw. östlich des Grabes angelegten Skelettnachbestattungen 3 und 4 war der ursprüng-
liche Raum dieses Grabes eingeengt worden; Grab 3 hatte sogar den Rand des Scherbenhaufens von Grab 2
abgeschnitten, so daß die Zuweisung von zwei Gefäßen, von denen Scherben in beiden Gräbern gefunden wur-
den, nicht sicher ist (Taf. 8,18.19). Leichenbrand wurde nicht gefunden, möglicherweise wurde er bei der Anlage
von Grab 3 entfernt.

Zu Grab 2 gehörte eine 0,01 m dicke, grauschwarze, mit Holzkohle durchsetzte Erdschicht, in der Zusammen-
setzung ähnlich der in Hügel J, nur stark durchbrochen und eben sehr dünn. Ihre Oberfläche lag bei —0,47 m,
dicht über dem gewachsenen Boden. Der darunterliegende Boden zeigte keine Brandspuren; man wird aber wohl
trotzdem einen Brandplatz ähnlich dem von Hügel J annehmen können. Die Holzkohleschicht war an einigen
Stellen des Profils schwach zu erkennen.

Funde:

Do 58/131: 2 Großes, breitschultriges, wenig ergänztes Kegelhalsgefäß (Gef. a/b) aus rot gebranntem

(Taf. 7, 8) Ton, mit in kräftigem Bogen stark ein ziehendem Fuß und flachem Boden. Der breite Trichter-

rand ist innen und außen graphitiert. Der mittelhohe, konische Hals trägt eine Verzierung aus
nebeneinanderstehenden Dreiecken aus dreifachen Ritzlinien, die eine ebenfalls in Dreiecke
aufgeteilte Innenfläche einfassen. Diese kleineren Dreiecke sind mit kleinen Stempelrhomben
oder -dreiecken gefüllt bzw. jeweils das mittlere Dreieck ist graphitiert. Zum Teil sind die
stempelgefüllten Dreiecke durch Ritzlinienpaare noch einmal horizontal unterteilt. In die
Zwickel der gleichartig verzierten stehenden Dreiecke sind kleine, stempelgefüllte Dreiecke
eingesetzt, der freibleibende, bandförmige Zwischenraum ist graphitiert. Der Hals wird durch
einen fast horizontalen Absatz von der Schulter getrennt. Drei parallele, horizontale Rillen
unterstreichen die Trennung. Um die Schulter zieht sich ein Muster aus dreilinig geritzten
Rhomben, deren Innenfläche in schachbrettartige, abwechselnd graphitierte und tief punktierte
Felder eingeteilt sind. In die oberen und unteren Zwickel sind dreilinig geritzte Winkel ein-
gesetzt. Die verzierte Schulter wird durch eine Ritzlinie nach unten abgeschlossen. Die freie
Schulteroberfläche ist graphitiert; H. 36,5 cm, Randdm. etwa 28,5 cm, Bodendm. 13,2 cm.

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