Aufdermauer, Jörg; Baden-Württemberg / Amt für Ur- und Frühgeschichte [Editor]
Badische Fundberichte / Sonderheft: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens: Ein Grabhügelfeld der Hallstattzeit bei Mauenheim: Ldkrs. Donaueschingen — Freiburg i. Br., 3.1963

Page: 29
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0.5
1 cm
facsimile
o. Nr.

Do 58/217: 2
(Taf. 11,7)

Do 58/218: 2
(Taf. 11, 9)

Do 58/219: 2
(Taf. 11,1)

Do 58/220: 2
(Taf. 11,3)

Do 58/221: 2
(Taf. 11,2)

Do 58/222: 2
(Taf. 11, 8)

Leichenbrand aus Do 58/216: 2.

Wenig ergänzte Deckschale zur Urne, in der Art der kleinen Graphitschälchen ge-
formt, mit leicht einziehendem Gefäßoberteil, weich aufbiegender, kurzer Mündungspartie
und gewölbtem Boden. Die Innenseite und die oberen zwei Drittel der Außenseite sind gra-
phitiert, das äußere untere Drittel ist tongrundig hellbraun geblieben; H. 10,0 cm, Randdm.

26.0 cm, Bodendm. 7,5 cm.

Großes, gedrungenes, breitschultriges, zur Hälfte ergänztes Kegelhalsgefäß (Gef. 2)
aus lederbraunem, stark ausgelaugtem Ton, mit kurzem, flachem Kegelhals, etwa rechtwinklig
abbiegendem Trichterrand und fast konischem Unterteil mit breitem, flachem Boden. Der Rand
ist innen und außen, der Hals außen graphitiert. Auf die Schulter hängen große, ganzflächig
graphitierte Dreiecke sternförmig herab; H. 33,3 cm, Randdm. 24,0 cm, Bodendm. etwa

15.0 cm.

Innen und außen graphitiertes, bauchiges Omphalosschälchen (Gef. 2 a) mit schwach
einziehendem Oberteil und aufbiegender knapper Mündung; H. 3,8 cm, Randdm. 8,1 cm,
Omphalosdm. 1,5 cm.

Kleineres, zur Hälfte ergänztes, gedrungenes, stark ausgelaugtes, bauchiges Kegelhals-
gefäß (Gef. 1) aus dunkelbraunem Ton. Der Kegelhals geht in kleinem Bogen in den kurzen
Schrägrand über und ist nur schwach durch eine schmale, flache Rinne von der Schulter ab-
gesetzt. Der Boden ist leicht gewölbt. Die obere Gefäßhälfte trägt geringe Spuren von Graphit;
H. 21,2 cm, Randdm. 15,0 cm, Bodendm. 8,4 cm.

Abgeriebenes, flaches Omphalosschälchen (aus Gef. Do 58/220: 2) mit standring-
artigem, kleinem Omphalosboden, schwach ausweitendem Gefäßoberteil und leicht ausbie-
gender, knapper Mündung; H. 3,5 cm, Randdm. 9,4 cm, Bodendm. 1,4 cm.

Teile einer dünnwandigen, kalottenförmigen Schale aus rötlich gebranntem Ton, außen
unter der Mündung etwa 1,5 cm breit graphitiert, mit umlaufendem Graphitwinkelband, in
dessen obere Zwickel einfache Graphitwinkel eingesetzt sind; wahrscheinlich Reste der Deck-
schale zu Do 58/220: 2, da die Scherben beider Gefäße zusammenlagen.

Streufunde, bis auf den Nadelschaft wohl urnenfelderzeitlich:

Do 58/223 Einige Scherben, gefunden südlich Grab 2, darunter ein Randstück mit breitem, aufgefastem Schrägrand

und nach unten sich verbreitender, ziemlich gerader Wand, auf der dicht unter der Randkehle eine
schmale, schräg gekerbte Horizontalleiste sitzt; grauer bis rötlicher, ausgelaugter Ton.

Do 58/224
Do 58/225
(Taf. 11,5)
Do 58/226
(Taf. 11,4)
Do 58/227

Nadelschaft aus Bronze, im Querschnitt rechteckig; L. noch 8,6 cm, Di. 0,2 x 0,3 cm.

Ein Wandstück aus dünnem, feinem Ton. Auf der einen Seite in Abständen von etwa 0,5 cm vier mit
einem doppelzinkigen Gerät gezogene Doppellinien, die beiden unteren nach einer Seite ausbiegend.
Grobes, sandsteinartiges, abgeriebenes Randstück eines dickwandigen Gefäßes mit kurzem, leicht aus-
biegendem, flachem Rand, der Ton außen rot, im Kern schwarz bis grau gebrannt.

Eine Anzahl kleiner, unverzierter Wandscherben, zum Teil aus abgeriebenem, sandsteinartigem Ton,
zum Teil bimssteinartig ausgelaugt und verwittert.

Hügel J

Allgemeines:

Hügel J wurde in vier Sektoren gegraben, da er verhältnismäßig gut erhalten und nur die Humusdecke von der
Planierraupe abgeschält worden war. Der Hügeldurchmesser betrug etwa 16 m, die höchste Stelle des Hügels lag
über dem angenommenen Hügelmittelpunkt, 0,90 m über dem gewachsenen Boden, 0,65 m über dem Grabungs-
nullpunkt (T. des gewachsenen Bodens —0,25 m).

An allen vier Profilenden wurde ein Graben festgestellt, der in der Ergänzung einen Kreis mit 15 bis 16 m Dm.
und der Hügelmitte als Zentrum ergab.

Die Hügelschüttung bestand aus trockenem, hellem, in Hügelmitte grau durchsetztem, lehmigem Boden mit ein-
zelnen Streuscherben, der auf einer etwa 0,20 bis 0,30 m dicken, feuchten, grauschwarzen Lehmschicht auflag.

In der Planzeichnung ist diese dunkle Schicht als annähernd kreisförmige Verfärbung mit einem Durchmesser
von 8 bis 9 m und dem angenommenen Hügelmittelpunkt als Zentrum wiedergegeben. Sie war mit Holzkohle
und auffallend viel Streuscherben durchsetzt (die meisten urnenfelderzeitlich). Im Gegensatz zu der trockenen
Hügelschüttung war dieser Lehm stark verdichtet und so naß, daß er selbst bei der größten Hitze nur oberfläch-
lich austrocknete, dicht darunter aber zäh und schmierig blieb. Möglicherweise hing diese Feuchtigkeit mit dem
hohen Grundwasserspiegel zusammen, der hier höchstens einen halben Meter unter der Oberfläche des gewach-
senen Bodens lag. Nach den Seiten dünnte die Schicht aus und vermischte sich mit der Erde der Hügelschüttung,
so daß sie in ihren letzten Ausläufern 7 bis 8 m von der Hügelmitte entfernt kaum noch von ihr zu unterscheiden
war. Etwas deutlicher hob sie sich wieder als dunkle, untere Füllung des Kreisgrabens um den Hügelfuß ab, in
den sie eingeflossen war.

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