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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 23.1967

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https://doi.org/10.11588/diglit.44899#0088

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80

Christa Liebsdtwager

aus eisernen bzw. bronzenen Ringgliedern und Glas-, Bernstein- bzw. Tonperlen zu-
sammengesetzt sind33);
b) Fibel-Ketten-Gehänge; zwei Fibeln sind durch eine Ringgliederkette, deren
Enden in die Fibelsehnen eingehängt sind, miteinander verbunden; teilweise wurden auch
mehrere parallellaufende Ketten angebracht; sofern die Lage im Grab vermerkt wurde,
befand sich je eine Fibel nahe der rechten und linken Schulter, seltener auf beiden
Beckenseiten; diese Kombination aus zwei durch eine Kette verbundenen Fibeln diente
vermutlich dazu, zwei Gewandteile — z. B. einen Schulterumhang — lose zusammen-
zuhalten; neben dem in erster Linie praktischen Zweck wurde zugleich eine höchst
dekorative Schmuckwirkung erzielt; Fibel-Ketten-Gehänge dieser Art treten bereits
zur Hallstattzeit auf34) und bleiben die ganze Latenezeit hindurch in Gebrauch; des
öfteren konnten sie in Verbindung mit Fibeln vom Frühlateneschema festgestellt
werden35);
cl Fibel-Ketten-Gehänge; von Sehne oder Fuß einer Fibel hängen senkrecht
ein oder mehrere Bronzedrahtkettchen aus feinen, offenen Ringgliedern herab, an
deren Enden ein Anhänger befestigt ist36); Kettengehänge dieser Art stellen wahr-
scheinlich in erster Linie Schmuckstücke dar, die aber zugleich dem praktischen Zweck
der Befestigung von Kleidungsstücken dienen können; ein besonders dekorativ gestal-
tetes Exemplar wurde in der junghallstattzeitlichen Siedlung von Sebeslavce (Slowa-
kei)37) gefunden: an einer drahtförmigen Vogelkopffibel sind zwei parallellaufende
Bronzedrahtketten befestigt, deren untere Enden in einem Ringglied zusammengefaßt
sind, an dem eine runde Bronzeblechscheibe mit getriebener Kreis- und Stäbchen-

33) Burggrumbach, Ldkrs. Würzburg (Germania 30, 1952, 429 f.), Deutung als Halskette nicht ge-
sichert. — Kentschkau, Kr. Breslau, Grab 2, 1895 (Jahn a. a. O. 106 f. Abb. 6, 4. 5. 7. 9. 10).
34) Muschenheim, Kr. Gießen, Hügel 3, Grab 3: zwei durch eine Kette mit Klapperblechanhängern
verbundene Krausenfibeln (O. Kunkel, Oberhessens vorgeschichtliche Altertümer [1926] 185
Abb. 176, 2—3); Hügel 37, Grab 1: zwei durch eine Kette verbundene Krausenfibeln (Kunkel
a. a. O. 186 Abb. 180). — Staufersbusch, Ldkrs. Beilngries, Hügel 31: zwei durch eine Kette
verbundene Paukenfibeln (AuhV 5, 144 Taf. 27, Nr. 464—465).
35) Ranis, Kr. Pößneck, Grab 104 (H. Kaufmann, Die vorgeschichtliche Besiedlung des Orlagaues.
Katalog [1959] 140 f. Taf. 52, 4—5). — Süßberg, Gde. Eitlbrunn, Ldkrs. Begensburg, Hügel 7
(H. P. Uenze, Zur Frühlatenezeit in der Oberpfalz. Bayer. Vorgeschichtsbl. 29, 1964, 89 Abb.
5, 1). — Stöckels, Ldkrs. Fulda (Fuldaer Geschichtsbl. 24, 1931, 97 ff.). — Haistatt, Grab 19,
1938 (K. Kromer, Das Gräberfeld von Hallstatt [1959] 195 Taf. 211,25). — Haslau, Ger.-Bez.
Hainburg a. D., Grab 3, 1927 (Wiener Prähist. Zeitschr. 15, 1928, 41 f. Abb. 1). — Mörbisch,
Pol.-Bez. Eisenstadt, Grab 7, 1936 (R. Pittioni, Beiträge zur Urgeschichte der Landschaft Bur-
genland im Reichsgau Niederdonau [1941] 103 f. Taf. XIX). — Sümeg, Ungarn (Arch. Ert. 6,
1886, 282 f. mit Abb.). — Bologna (A. Bertrand et S.Reinach, Les Celtes dans les vallees du Pö
et du Danube [1894] 170 Abb. 104). — Sanzeno, Prov. Trient (Wiener Prähist. Zeitschr. 13, 1926,
76 Abb. 2, 17). — Bussy, Dep. Marne, Revue Arch. 3, Ser. 6, 1885, 70 ff. Abb. 1). — Ciry-
Salsogne, Dep. Aisne (Revue Arch. 11, 1902, 189 Abb. 17, 1). — Courtisols, Dep. Marne (L.
Morel, La Champagne souterraine [1898] 122 Taf. 29, 27). — Etrechy-Beauregard, Dep. Marne
(Bull. Soc. Arch. Champenoise 51, 1958, 10 Taf. III, 6 a—b). — Somme-Bionne, Dep. Marne
(Bertrand et Reinach a. a. O. 172 Abb. 108).
3G) Sebeslavce, okr. Martin (Filip a. a. O. 421 Abb. 25). — Bussy-la-Chäteau, Dep. Marne (Morel
a. a. O. Taf. 34, 3).
37) Vgl. Anm. 36.
 
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