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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 23.1967

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https://doi.org/10.11588/diglit.44899#0265

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Fundschau 1960—1963: Latenezeit

257

Die Mindestindividuenzahl beläuft sich auf vier Individuen, darunter ein junges und ein
weibliches Tier.
Ein Unterkieferfragment gehört zu einem etwa eineinhalbjährigen Rind. Der Meta-
carpus und eine Phalange stammen wohl von einem Individuum, einer feingliedrigen
Kuh. Mit einem Längen-Breiten-Index von 13,7 liegt der Metacarpus im untersten
Viertel der Wuchsformvariation latenezeitlicher Kühe.

Das Schaf/Ziege-Material:

Unter den 40 Knochen sind 14 von Jungtieren: ein Unterkiefer von einem fünf und ein
Unterkieferfragment von einem etwa sieben Monate alten Tier, zwei Radii, das Teil-
stück eines Beckens (jünger als fünf Monate), zwei Tibiadiaphysen und die Metatarsus-
Diaphyse eines kleinen, drei bis vier Wochen alten Tieres. Es handelt sich um mindestens
fünf Individuen. Bemerkenswert ist die distale Metacarpus-Epiphyse einer etwa ein-
jährigen Ziege (?), die noch im ursprünglichen Zusammenhang mit den beiden ersten
Phalangen und drei Ossa sesamoidea aufgefunden wurde. Vielleicht bestreute man den
Abfall mit einem den Zersetzungsprozeß beschleunigenden oder zumindest die Grube
abdeckenden Material, welches dann allmählich die sich auflösende organische Substanz
in den Knochenzwischenräumen ersetzte und so die Skelettpartie weiterhin zusammen-
hielt.
Die Mindestindividuenzahlberechnung bei den adulten Tieren fällt mit lediglich zwei
Individuen wesentlich geringer aus. Maße konnten nur ganz vereinzelt abgenommen
werden (in mm):

Unterkiefer
Backenzahnreihe
71,5
Molarreihe
48
Prämolarreihe
23
Höhe vor Mj
20
Höhe im Diastema
12
Radius (Ziege)
Breite proximal
30
Becken (Ziege männl.)
Durchmesser des Acetabulums
25
Tibia
Kleinste Breite der Diaphyse
15

Nur bei wenigen Stücken war eine Unterscheidung zwischen Schaf und Ziege möglich,
in jedem Fall ergab sich die Wahrscheinlichkeit für Ziege: zwei Radii, ein männliches
und ein weibliches Becken.

Das Schweinematerial:
31 der 57 Knochen gehören zu den Skeletten zweier Ferkel, unter den übrigen 26 sind
neun von juvenilen Tieren, die sich auf drei Individuen in folgender Altersstufung ver-
teilen: 2, 12 bis 16 und 22 bis 24 Monate. Eine Besonderheit sind die Reste der beiden
dreiwöchigen Ferkel, da sich Knochen von solch weicher Konsistenz — wenn über-
haupt — nur ganz selten bei sehr günstigen Bodenverhältnissen so gut erhalten, daß
sich sogar die dünnwandige Hirnschale eines Individuums fast vollständig wieder zu-
sammensetzen ließ.

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