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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0255
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Zuckerpreise

Durch Verardmmg ^.
Zuckerpreise s^I
-20 neu festgesett:,!

°uf 63.-Mark fü!d,Z
-ckerpreis auf 78.R
>t. Weichzeüla wM u!
Aufhebung der Zwa^!
haltigen Futtermittei ^
ob die ZuckerzwMWM
,utiek>en iei. konnte r?

ov me ouaerMWMM
iUhehen sei, komite mch ü
werden.

nq des BelagervigrM

cl. Nachr. schrriven, in ZA
ie einzclnen EeneraLM«
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us Baden l-isi^
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Vaorjche Poittlrr

Ekne Protestarklärunq d-?r Mannhcimcr Beamten
und rr.hrer

Arannlicim. 15. ,Okt. Der Bczirksverband
Maiull/eim des bad. Beamten- und Lehrerbundes
erläsjt an die Vorschenden der Fraktionen des bad.
Landtaas folaende Ertlärung:

In der ..Karlsr. Ztq." vom 7. Oktober 1919.
Nr. 234. ist ein Aufruf der Fraktionen des Land-
tags erschienen. der u. a. die Beamten auffordsrt.
wu-der Min alten Pflichtbemus;tsem und ,mr unbc-
dingten Zuverlässiakeit zurückgegeben. Diese Auf-
fordernng enchält — durch aufsallenden Druck beson-
ders hicrvorasliobett — eine schwere. durch nichts
bedinate Beleidiauna der Beamtenschast. Die
badische Beamtenschaft hat während der letzten
Kricasjahre dvc täalich wachsende Arbeitslast bis
zur Erschöpsuna Uirer psychischen und rvirtschaft-
lichen Kräfte trot; Not und Entbohruna willia und
ohne Aturren aetraaen und dem badischen Volk
auch in den Monaten tzer Nevolution unverbrüch-
lichc Trsue aohalten. Sie hat den in be,n Aufruf
ausaesprochenen oerallaemeinernden Vormurf in
keiner Weise verdient. sie leat aufs schärfste N er-
wahruna aeaen ihn cin und verlanat. dan er
alsba.ld zurückaezoaeu wird.

Frnanzmimster. Landtag u. TeuerungVZUlagen

Einer an die Bad. Qandec>zeitung gerichteteil Mit-
teil-ung des FinEmirtüstcrs Dr. Wir. th ist su
eiiinehmen, dah -der Finanzmrttister -os adge-.
l c h n 1 hat, drm Landtaa in dcsseu nöch.'ter /Sitzui-g
eine Forderung von 90 Miltionen sür Zulaaen
6,i V'vamte imd Aubeitcr ru u n t e rb r e i 1 e n.
Der, Finanöminister überlasse es vielmchr vem
Lattdtag, ru den neuen Forderungen SteNung su
ttehmen. Die sozd. Partei habo die E i ii>D e -
rufung dss Lairdtags verlangt rmd irach
tcm Verfa.ssunLSgesetz nliisse diesem Verlangen ent-
ivrochen wer-den.

Bus Ltadt und Umgegend

Die Beschäftignug Schwerbeschädigter

Das Arbeitsministcrmm gübt betannt: Nach der
vom Reichswehrmintfter ertassenen LlbäildLrung
'der Bovschriiten über dte Beschcrftigung iSchwevbo-
schädigter ftnb alle öffentlichsn und prwaten Be-
triobe, Vüros und Vevwaltunaen vervflichtet, <cut
25 bis oinschllehlich 50 insgSsamrt vorbanidene Be»
amte, Angestellto und Avbeiter ohne Uwtevschied des
Geschlechts inindestens einen Schwevböschädigten und
auf je 30 weiterie Airbsitnehmer öiuen weiteren
Schwevbeschädigten zu be.chästigen. Zum Voslsum-
dieser Anorduung hat der Staat^koimmisiar sür dio
wirtschaftlicho Demobibmiachung in Baden bojstimint,
das; alle vrivaten Betriebe, Büros imld Verwaltun-
gen, die insscsamt 25 Beamte, Ansostsllte imd Ar-
beiterj ohne Uuterschied des GüschLechts bechWi.Mn,
-um 1. Novomber 1919 an das zustänvrge Bezirks-
amt zur Weiterleitung an das lAvbeitsmmifteriMr,
Hcrrwtfüvsorgestelle der Kriegsbechädiisten und
KriegshknterblliebeneiMvsorgc, genaue Ausikunff
über den Unffang ilhrer Vetriebe zu geben haben.

Aus Baden

Mannheim. 16. Okt. Eine allgem. Wirte -
versammlung befaffte srch mit der in dcr leh-
ten Zeit scharf gehandhabten Haus- und Küchen-
kontrolle im Wirtsgewerbe In der Versammlung
wurde mitttoteilt. dah im Laufe der nächsten Tagc
26 bis 30 Wirtschafton wegen unbsrechtia-
ter Fleischabaabe auf 14 Tage aeschlossen wer-
dm. Als Geaendruck aeaen d ese beliördlichen
Masmahmen wurde ein allaemeiner Wirt-e-
streik gefordert. Ferner wurde einem'Antraa
-uaestimmt. an einem bestimmten Taa in aan-
Baden arohe allaemeine P r o t est o e rsamin-
tunaen der Wirte aeaen die Mahnahmen der
Ncaiieruna -u veranstalten. Weiter besahte sich d e
Versammluna mit der Trinkaelderfraa«:
hierbei crklärten sich 55 Stimmen aegen 7 für-hie
Beibehaltuna des Trinkaelds.

Mannheim, 15. Okt. Gestern acriet in einem
Kohlenlager am Neckarvorland ein Haufen Vri-
ketts. der der Ortskohlensbelle aehört s12 000 Ztr)
in Brand Der Schaden beläuft sich auf 10 000 bis
12 000 Mark — Als Protest aegen die willkür-
riche Erschiekung eines Mädchens durch franMjche
Soldaten leate am Dienstaa nachmittag die -gc-
samte Arbeiterschaft in Llidwigshafen thre Arbeit
nieder. — Aus einem Kolonialgeschäfte wurden
bei einem Einbruchsdiebftahl..arohe VorräLe an
Seife. -Büchfemilitch. Delsardinen. Kaffee und
Pflan-enfett im Eesamtbetrage von etwa 10 000
Mark aestohlen.

Wiesental b. Vruchsal. 16. Okt. Von einein
herben Ceschtcke wurde ein hiesiger Bürgersohn ge-
troffen. dem es mit 2 Kameraden aeffmaen war.
aus fran - ösischer Gefanaenschaft -u
entfliehen und das Rhrinussr bei Speyer zu errei-
chen. Als sie sich dort von sranzosischen Poften be-
obachtet und verfolgt sLhen. warfen stch bie Flücht-
linge in den-Rhein. um durch Säiwimmen däs jen-
seitige Ufer -u erreichen. Hicrbei ertrank einer d'r
Flüchtlinge. während der Wiesentäler den französi-
schen Soldaten in die Hände siel und nun neun
Monate Gefängnis verhühen muk

Gemüse und Frischohst

I,n Krieasaesanaeneii-Durchaanaslaaer Mann-
heim !hcsteht empfindl cher M a n ael <rn Frisch -
o bst und Frischgeniüse. mit drnen man un-
seren heimkehrenden Eefangenen die Kost wcihrend
der ersten Tage ihres Aufenthalts in der Heimat
etwas verbessern möchte. Arittcl zu ihrem Ankauf
stehen in ausreichen.^m Masi nicht -ur Verfüaung.
das Laaer ist vielmehr hierfür auf die Liebestätia-
keit der acker- und aartenbautreibenden Bevölkc-
rung anaewiesen. An ste ergeht daruin erneut die
Vitte. Obst und Gcinüse -u diesem Zweck zur Ver-
füaung zu stellen. Die Anme.duna dieser Liebes-
gabcn niöge bei dsn betr. Büraermeift'eräintern.
oder umnittelbar bei dern hierfür bestimmten Ver-
trauensmann für den Amtsbezirk Hsidelbera. Trau-
benwirt.Müller in Wieblin.qen. erfolgen.
der das weitere veranlassen wird.

* Von der Universttät. Wie mir erfahr>en, hat
der a. o. Proffessoc füc ösfentUchcs Recht <in der
Heidelberger Universität. Dr. iur. Walthcr
Schoenborn zwei Berufunsen erl-cuten: nach
Greifswald ass,NEolgor oon Ppof. H. Pohl
und nach Kiel anstelle von Pvof. G. Radbruch.

* Prrsonalmeldunaen. Landaerichtsrat Gustav
W'aa g wird lemem Ansuchen gemäsi in den Rühe-
stand rersekt. — -Ei.'rchitsaMsslor Dr. Friedrich
Hochschwender wurde zum Notar in Neckar-
bilscho!fsh!rlm ernannt. — Krof. Karl Stoll wird
vo,rläu-ig am Lchrersen'.iuar Hsidelbsrg -belassen.
— Der M'eite Beamte.beim Kreisschnlamt Heidel-
terg Karl La-uer wurdc zum Kreisschulrat in
Stockoch erimimt. Dr Georg Laule kommt als
-rveiter Beamter nicht an das Krsisschulamt
Korlsruhe, sondern in gleicher Eigenschaft nach
Mamcheinl.

* Zum Notar ernanirt wurde der GerichlHasses-
sor Dr. H ochs chwe ii der aus Heidsllera in den
Amtsgerichtsbez.rken Ncckarb'.icholsheim und Mos-
bach (mit dem S'h in Ncckarbi chofshetm).

* Dje Nsrleihurrg Lcr Körperschastsrechte an die
freireligiöse Ermcjnschaft. Das Staatsminifterium
hat beschlossen. dasi die unter dem Ramen „frei-
religiöse Landssacmeinde Bad-ns" bssteh.nde reli-
giöse Eemeinschaft als Peri'on des Lffentlichen
Rsschjs anssrkqnyt wird.^

i- Ausbildung von Fachturn- uud Sportlsshpcrn.
Zu Anfang dieses-'ALoimts Losann in Karl s -
ruhe ein dreimouatlichcr Turn- uud S-portkur-
sus zur Ausbrlduns von Facht.urn- . und TportleH-
rorn ffir Höbere- LehMnftalteii. und i Lehrerbi Id un gv-
ansrälten Buhens. Dcr Kuris wird in der Turm-
lebrerbildunLsanftalt in Karls.iuhe erteilt. Die
zuaeLcrssenen 24 Teilnebmer, Lici-dic ooegcschriedene
> AufiKrhmevrüsung bc-ftanden.hatten.-wcrden in doui
Kurs in mcjhodischer, -systemati-'cher u,iD vSdagogi-
scher Bcziohuug mit dem gcftynten Stoff deirLei-
LcsübEgon vertrgrit gchnacht we.dcn. NcSen

Kunst und Wrssenschaft

tzerdelberger Stadttheater

Gertrud Leiftikow

Es war kein Tanzabend im gewöhnlichen Sinn.
Gertrud Leistikow ist keiue oon dcn -Tänzerinnen,
wie fre heute zu Dutzsnden sjch sehen lassen. Sie
rft Tanzdichtrrin, Lui der Tcchnik überwundener
Svandpunkt iist, jede körperltickie Schwere au-fgeiöst
'ii^nden Nhythmus, durch und durch musikrli-
lche Natur. Vom erstsn Schritt Lis zur leichtesten
ff-lnqerbewogung wirkt nichts bewustt oder g:-
nvacht, alles koimmt wie selbftverstä'ndlich, <rls könnte
andecs sejn. Bcsondrren Sinn hat die
KttNftlerlll für Humor und Schslmerei, nianche
wittzigstc Vewetzung crzählt die lustiflste Eeftchichte.
Nleimrts hat man dic Empfindung. als ob sie mit
^.rtts arbcits und nach Effekt hafch:. Nicht alle ihre
Danze ,md originell ,m landläuftg-cn Sinne, aber
alle Md lndividuell — Leistikow. Das ist viellöicht
keln Vorterl ffir un.er Theater-Tajnz-Pub ikmn, das
stch — sonst so, süürmisch im Bei.fall — erst allmäh-
rich erwnrmte uud sckieinbar die musikalischen Zwi-
lchrudavbietmEN des Orchffters als störend em-
v,and. Für die sehr interessan ten Ballet-
ffiz-M von Kapellm'rister Lorberk, der die
^anzeriil sehr tzvt bcgleitete, war fäst sar kein
Berftändnis da. Die Skiz^n sind tcilwe'ise etwas
vünn instrumentiert, sind aber von einer eigcnar-
ff.aell Stimmung crsüllt und lassen den Wunsch auf-
lommen, sie noch einmal bci anderer Eelegen-
ffert zu hören

. Drr Manilheimer Theaterkonfffkt
i Die Ortsgruppe Manilhei'M der Genossenschalst
^cutschcr Lühncnantzehüriger ersucht uns um Aur-
stlchn'» falünider Erklärung: „Dem Vov chlass der
Pericnnmlung Badrscher Redakteure. Ortsgruppe
^cmnl<im und der ftänditz'en Kritiker. den Fall
stahl einem unparteiischen Schlichtunas-
ausschnsi zu übcrwsifen. stimmte die heutise
fifollversammiung der Eenossenschast Deutscher
Bühnenangehörigcr nach Vorschlaa ihres Ortsaus-
jchusfes nachträgltch zu fo> das; damit nach Be-
faftusi obiger Versammlung badilcher NedaLteurs
ber weiterett Ausübung der Kritik nichts mehr
ienchgcgenstcht. Zu bcr nicht von Ider Bsrsammluna

badischer Nedliiteure wobl aber pon der „Neuen
Bzdischen Landeszkituna" gewünschten Suspcndie-
runa der ueulich verössel'tljchten Ncsolutlon der
Ecnossenschaist D.'utscher Bühnenanaehöriger konnte
ich die heutige Byttver'anllnlunfl sowie der Aus-
chuh nicht verstehn. da bei dem stch in der hertitzen
"erialnmlung ergevendcn schweren neuen Beweis-
material segen Herrn Stahl hü.'rzu kcinerlei.Ver-
anlassung vorlag "

Wir sind gssipannt auf das »schwere neue Ve-
weisniaterial gegen Dr. S tah l" und wollen den
Ausaang der Vcrhandlungcn d.'s Sckftichtungs-
ausfchustes abwarten.

Mas wird aus der Strahburger Ilniversität?

So fvaat v-ersweifelt Andre Hcrllays in der Novue
ldes deux Mionlde>s". Vor dnn Kriego hatte sie 2000
Stuideilten, jetzt bat sie kaum 800. Die fransösischv
ftudierende Iuigend hat zudem noch durch die aro-
tzc-n KriegSDerluste an Zahk verloren: zu welchem
Zweck soll Frankrorch also di-e ausgedehn-ton Ge-
baude, Labovatorien und Einrichtungen der Hoch-
schule ausnuhen? Es gelte, nach Hallans Lvnsicht,
vorjnehnrlich die Studierendon idcr verbündeten Na-
tionen und der Noutrcrlen nach dcr Hauvtftaidt des
E'.iscck ru siehen uud aus der Strahburger Unive^-
sität oin Jnstitut zu machen, an dcm man in erstex
Linie die deutschen Fvagen studiere. Dann wür-
den z. W. fortan nach Straßburg- die sSchweizer ru
flangöslschen Lehrern gehen, u-ni Deutfchland vu
ftudiercn, statt, wie bishcr, nach Berlin oder nach
Mmchen. — Es dürffe evlaubt sein, sowichtlse
Zwckffel gogonüher dieser VovEtsage Halleys su
heaen. Jedenfalls haben die Franzosen eine Uni-
vcGlcit hinzugewonnen, mit der sie ka-um etwas
su bsginnen w-issen, während'für Deutschland schon
vr-r dem Kriege die Zahl der Hochschuilen nicht aus»
rcüchte, und in Hamhurg, Frankfurt und Köln neue
erpichbet werden mutzten. Es fft bei den Fransosen
die a/lte Eeschichte: die Augen wollen mohr, als
der Masen vorlravon, ?ann. >

Turnen und Turnspiel werden dko üesamten Sport-
sweige behandelt.

* Die Neichsfürsorgcstelle für deutsche Wehr-
männer in der Schweiz wurde im Juni in Sin -
gen a. H. gegründet. Sie hat für die Wehrmän-
ner zu sorgen. die früher in der Schweiz ansässig
waren, während des Krieges ihre Saldatenpflich-
ten im deutschen Heere erfMten und bisher von

.den lchweizerrjchen Betzörden keine Einreisegeneh-
migung in die Schwetz erhalten haben. Die
Reichsfürsoraestelle hat diesrn Wehrmännern durch
Vermittlung geeianeter Ärbeffsaeleaenheit in
Deutschland behilflich zu sein. Den Mchrmännern
werden von der Neichsfürsoraestelle besondere Aus-
weise ausgestellt. namentlich für den Fall der Ar-
beitslostakeiff und zur Wahrung ihres Nechtes apf
Fveizügiakeit und Niedcrlastuna iyr ganzen deut-
schen Neich.

? Barseldloser Zahlungsvcrkehr. Bei der Ab-
rcchnungsstelle Heidelbcrg wurden im Monat S e p-
tember 30 356.686,42 Mark in 8871 Poftcn bar
geldlos abserechnct.

* Die MilitärversorgungSgobühruisse für Cm-
pfänger aus -Elsatz - Lothrintzen. die aus Elsas;-
Lothringen nach dem deutick>cil Reiche verzogen
-sind, wevden tzurch dic für -en Wohuort dem Em-
pfängcrs zuständiac Pciliipttsregefungsbchördc za-!,!-
bar gemacht. Die Poftanstalten wyrden amoewie-
fen, hie Empfängcr bci etwajgm Nückirpgen hier-
ouf hinzuweren. und ihnen zwecks bafdiüer Zah-
lung rückständsaer Bcträge bchilflich zu s>-'in.

Amerikauischo Liebesgflbcnscndung. De,n Bad
Landesausjchust für Säualings- -und Kleinkinder-
siirsorse tn Kcnlsruhc aing dics>>r Tagc durck>Ber-
mjttluna der Dsutschen Wohlfahrtsftelle in Berljn
-oine grohe Liebesgab-cnsettdung ,aus -Anrerika, ge-
stiftet von -der Quäkorge ollschaft zu. die aus 10
grotzon K'sten mit neuer Wasche und neuen Klei-
bunosstücken besteht. Bejtimmutt-asscttlätz solleil
diose Geqenstände an bedürftig: Pffitter unb Kin-
der ländlicher Vezirke unentaeltlich zür Verteilung
kommen. Dies,soll in der nächst.n Z/.'it durch die
in solchen Bezirken tärigen Fürsorge,chwestern ae-
schohsn.

* Deutschc liberake Volksaprtei. In Schwet-
zingen wukdc ein oorläufic'er Ausichust der

n libercrlen Volkspactei tzogründet.

* Die „euen Bri-rffnarkcn, die noch iim Laufc
dieses Monats zur Ausgabe gelangen, werdqn
neue Grundfarbrn mit Uebscdruck,auffv«.''ifen. Fiir
die hisherige Marklc zu 1 Mark werden die neuon
Werte zu 1.25 Mark und 1,50 Äffirk. verwendet, er-
halten cLber eine neue Grundfarbe; die zu 1.25
Mk. grün und.die zu 160 Mk. braun. Für dic
neuen Merfe von 2Z0Mk. -vird dtis bisherige Bild
Licr Marke zu 2 Mk. verwcnd't. ab:r in ro,toiolet-
ter Farbe gedruckt. Älft' drei Werte erhMen ei-
nen schwarzen Ueberdruck in Duckchruck. Die bis-
herig-e Wertangcvbe in dea beiden oberen Ecken
wird durch Storno vexdeckt. Dor N4u Wrrt kommt
auf den cweremTeil der Marke, «ffo auf den Hjm-
mel üb,:r dom Reichspostmuiseum und der Dreimän-
nefgruppe. Dcr UeberdcM laytet 1.25 Mk. uftv.

* Eenehmigte -Sammiuvg. Dem Verein zur
NLttung sittlich verwahrloster Kinder in Baden
wurde die E'enehmiauna erteilt. im Lanfe des
Jahre? 1919 für die Zmecke Vereins in Baden
eine Sammluna oon Haus zu Haus veranstalten.,

*- Liederabcnde. Morgen Abend stnat Dora
Poppen, dic hier wohlbekannte Altistin fm
Neuen Kollegienhaus mit Begleituya ihres Bru-
ders Dr. Hermann Poppen. Am Samstaa fin-
det im Harmoniesaal ein Liederabend von Nuth
Wo 1 ffreim statt. Auf dssm Proaramm stehen
Lieder von Schumann. Brahms. Wolf, Reg'cr und
Straust. , , ^

» Keine unzücktigen Schristen ins Ausland.
Neben der Einfuhr^sindft auch eine starkr Aus-
fubr vv,n unziichtitzcn Prcssi'erzeugnissen ins Aus-
band ftatt. die im Int?rsssje des Ansehens des D.rut-
schen Rssiches im Auslayd durcknus.unerwünfcht ist.
Dt: ausgehcnden S-.'ttduygeil wft^eii -deÄmlb
streng darauf unterfücht. ob stch derartise Erzeug-
nisse darunter brfindcn. DsdenkliA: Sendunassn
werdsn antzebaUen.

" Poli-eiLcricht. Eine - Blumenbinderin. die ihrssn
Dienstherrn b^toblen und sich wblderholt dcr Ve.--
lcchuna des BriefsLhei-mnisses fchuldia somacht-Lat,
nmrde verhaftet.

* Wiesloch, 16. Okt. Ein-cm hiLrgen Schuh'-
machermeiistvr wurde in dssr Nacht. zum 14. Schuhe
und Leder -aus Myer M-L'kftatt im.LLerte von 1200
Mjairk güstohlen. — Au-s eincm Hausgailg wurre
ein Dcmrenfahppsd tm Werte von -650 M. c :
werdet.

VerLindlichke iten eingckhen. die auf v'«
Zukunft der Türkei von Einflnst ftnd. 3. Dü: tür-
kifthe Delegation bai der F r i ed c n s k o n f e
renz must sich aus Männern zusammenfctzen, d':s
tsie Llchtung und das Vortrauen der Türkei bcsitzen.
Mllstcrsia K«mal Pascha erklärt, dast, wcnn dic Rc
gi«l,Una idiese Bedimguna u ni.ehme, gi ch gewisse
andere Fcagen leicht golöst werden können Es gib!.
das Gevücht, dast sich unter diesön andcrcn 0r- sm
auch der Evlast einer allgemeinen Amne>stie ffil
volitrfche Bevbrcchen besinde, do.> sich jedcch L-lc
Allri-crten w'.derioben, da diefe Am.ncstie auch für
dieiflnigott Gültzigkeit haben würde. d.e sich ffcs
Movdcs, dcr Deportation und Erauss-.mlciten sch rl-
dig gsmcrcht halbcy, fowie auch für d-rc voriucüliken
Mittister dcs Kchegcs und des Jnneril. deren Ver-
haftuug gefordert wird.

Letzte Drahtbericht;

Vern. 16. Okt. Dcr Korrespondc-:t d.s ..Ecr
-riere della Sera" beri.chtet. dast d e fti.hrcr dc:
kleinasiatischen nationalistischen B .-ctzU'm. >d.c
eren^uelle Äüsetzuna des Sultanc od:: di'
Einsetzuna eines neuen K a l i s e n crör!ssr!en.
um die Anerkeunung und Untcrsti'.r'.uutz dcr m l'-
tärischen Bewcguna durch eine acfttzmäiftfle Rc-
aieruna zu asslangen. Mustapha Keichfll Pascha
wolle sein Heer unter eine reguläre Ncgieluna gc-
stellt sehen. Die Massen gehen zum Teil eiaene
Wege. um nncrfüllbare Wünsche zu bcsriediacu.
was bereits zu bo ls che w i st i s che n Vorge-
hen geführt habsn solle. Die Führer geben die
Hoffnuna nicht auf. dcn Sultan zu gewinnen. weil
auch die Kreise dcr Derbündeten in Konstantinopcl
einer Berstättdiauna mit Mustapha Kemal Pascha
nicht cvbgeneigt sind,

Augsburg. 10. Okt. Der Divektor hes Kurhaus-
theaters Auasbura-Göaainaen. Kurt Steng,
hat durch Erschresten in einem Walde anr Starnber-
gersee Selbstmord beganaen. Der Grund zur Tat
liegt wahrscheinlich darin. dast Kurt Stena der
Eintritt in die Direktion Steng-Kraust des Stadt-
theaters Heilbronn als Mitgliied der Direktion
vcrweigert worden ist.

Amfterdam, 16. Okt. Die „Times" nreldet aus
KottistanttMwel, datz swiischen deim neuen KiMyett
u. der nationalisttschen Organisation Werhaildlun-
ssn, stattfinden. Mustafa Kemcrl Pafcha hctt
lder Pforte teleavavbffch die Bedingungsn mitse-
tsilt, Mcher -denen soine Partei Lereit sei. die Negre-
ruttia sn Mtzen. Diefo Bedingungen stnd:
1. Dbe RegieruTrg erkenntdvel gesetzmätzlgen Be-
strelbungen der Kongvesse von Ertzerum und S'rwas
a n. 2. M!s zum Zusammentritt des AügeordilLten-
ba-uljes uud der Errichitung einer rvWsamen Kvn-
trolle Lbor das Kabinett kann letzteves ksiNe

Franksnrt, a. M., 15. Okt. Dre Eifenbahndirek-
tion teilt mit: Die Eisenbahnarbeiter-
schaft Frankfurt erzwang am 13. Oktobcr
von dem Eisenbtchndir'tttlonspräsidenten tzas Zuqe-
stänhnis, dast der Berlsyrsausjchutz.an °den Direk-
tianssitzunflen.tqilnehrne. Entgcgen den ZeffungL-
meld'ftigen ift es zu lärmeyden Austritten untjer
gröblicbcn Beschiinpsungen.und tätlicher Bedrohung
der Person des Präsidcnten aLkokNN'-en. Der
wc.siters Vcrfanf dcr Ai'.galeLsnheit erwies, dast es
sich bei der Kuttd.zebu.ig uyl einen pl-gnMstisen
VoMst scgrn die Eisenbahnverwaltung, ,um eine
Machtprobe handeltc. Nuc foj ist es verftändlich,
dast am 14. Ofto-b-.'r der Nücktritt weitc-rer Beam-
ter u. Betciligunq d:s ^iusschusies des Allg. Eistn-
bahnerverbandes an der Mitarbeit verlangt
wurde. Dflttüt beschreitet die Arbeitcrfchast e^uen
Wog, der notwendigerwciss zu siNLr fchweren Schä-
Llguiig dcr AÜüsmeinheit führt. Das Vorüehen ift
umso verantwovtlichör, als die fljefetztiche Rc:ücluna
der Arbeitervertretungen in den Betrieben unmit-
teibar bcvo.rstr.ht.

Lerlfn. 16. Okt. Zu dsm Vorsehen von 29 so-
Lcn-annten Attsschüjscn von Städten im b-setzten
>ftheiil!and ffir die Errichtuna einer Rhei-
iilfchen Rep>ublik brtont dto .>Germatzi<,
dast die Zentrums-partci mit dieser Ängolegenheit
nichts zu tun habe.. und dflst cs sich um ein priva-
tes Unternehmen eimcr mehr oder minder grotzen
Anzahl von Leüten chandsle. ffir das die Verant-
wortung zu übernehmen. die Zyntrumspar,
tei ainz entichieden ablehnen müssc.

Mitau. 16. Okt. Oberst Awaloff - Ber-
mondt beantwortete dsn Funkspruch des Gene-
rals Zude-nitfch. in dcm diejsr zum Derräter
an der Heimctt erklärt wird und ihm mit seinen
Trupp'ii aus Äer Nordweftfront aüsfchlost. mit ei-
nein Funkspruch, in dem Oberst Awaloff Bermondi
seine Cegenangriffe segen die lettische und eftbni-
'chen Truppen mit der Notwendiakeit der Sicher
heit sciycr Etappe bcgründet und die Hvffnuns
ausspricht. dast die fslgende Operationen seinem
Vaterlande wie auch dec Nordarmee nützen wcrde.

Kurse vom 15. Oktober 1919.

(Mitgetcilt von der Nheinischen Creditbank.)
Filiale Heidelberg.

5°jo Deutsche Reichsanleihe.
4°!a Dentsche Neichsanleihe .
3l,2°/o Dctttjchs Reichsanlechs
3°/o Deutsche Nssichzanleihe .
4°/o Preutz. Consols
4°/a Baden von 1919 . .

l/s°/o abg. Baden .

4°/o Bayern.

4°/a Mürttembergcr.

4°/a Hest>n . . . . .

4°/o Heidelberger von 1919 .
4°/a Fretburg 1919 . . .

4°/o Karlspuhe 1913
4°/o Mannheimer-von 1919
4°/o Nhssin. HhP- Pf.

' ' ein. Hyp. Pf.-!

gestepn heute
79.6P L0.30

. 71.60
. 66.50
. 65.

. 72.75

>80.50

8LL25

95.-

-S5.-

L4.80

.102.M
. 91.75
.102.-
.100.75
99.50

7260

67.26

65.20

72.25

76.)0

69.30

69.26

94.75

10250

91.80

ssD

'.236-50 2A9ch0

.17ff?5

176.25

.118.50119.75

3h2°/o Nhein. HHP. Py verlosbar
4'/o Psälz. Hhp. Pf. unvcrlosbar
4°,a Hess. L^dcsM.-Ps. . .

4°/° Hest. Landes'yhq'. Com. Obl.

^eutsche Lank Akilen .

Tiscottto-Cvttlmaildlt' Anteile .

Rhclnrsche Crcditbank Akticn .

Psalzische Bank Akticu . . .

tziiddeulfche DiLconto-Ges. Aktien
Dcutsch-Lurerpblirger Beraiyerks Akften 167,76
Bochnmcr Bccgba i- u. Grißstflhl Aktien 196.50

-Phöuir Bcsgbail-Aktien . . .

Otcrschlcs. Viftnbyhu Bedarf Aktien
Lb.usch.Ies. Eiftuittdustric Aklien
It^cu'. Elckir. Ges. Aktien. . .

Bad Au liu. u. Spdafabrik Alticn

Be»; Co. Aktien.

Heidclbergec Ccuientiverke Akticn .

H ftrichS Ma,?gonfabrik'Aklren
-Bcr ch.'m. Fa >r. Piattuheim Aktien
Vcrem d.ntfticr Lctsabrlken Aktieu
Zellsloss.Fabrik Waldhof Aklieu
Zuckersabrik Waghäusel Attien .

Privat-Tiskont.

btcichvbauk.Tiskout. ....

Devisenkttrfe

Geld Brief

-Schlveiz

1048l/LOester.-Ung,

585^ Vulgarien
670^/°, Spanien
624^/« Hclsingfors 101.75
n. Lom Häutemarkt. Beim Verkauf des Frei-
burgcr Eefällcs stellten sich die Preiff- fsir Kuh-,
Rinder-, Ochsen- und Bullenhäute von 18—30 P-d.
ouif Mk. 14.50—12.10. für d-sgl. S1-H0 Pfd. auf
Mk. 10.30—10.60, für dessl. von 51—70 Pfd. auf
11.00, für desal. vou über 2 Pfd. auf 9.75—11.00,
ffir Mrbbfelle auf Nkk. 19.00—19L0, für Fresscr auf
Mk. 16.60—14.00. fiir Ham-melfell'e allicr Sorteu auf
Mk 9.05 für das Psund.

.1LS.S5

.180.—

.205L0
.146. ,
.162.5Ü
.2)8.-
.433.75
.224.—
. 180.50

.185.—

'.217.-!-

-Ll/s
5.—

1LA.-

130.25

181.—

212.56

228.—

148.-

163.-

263.—

444.50
233.-

182.50
325.—

270.50
189.75
219.—

3-/.

5.-

Eeld Brief

Kvnstantiilop.-

Holland IOI6H2
Däuemark 5k4^ff
Schivcden 66v^/i
Norwcgen 623'/«

489>/2

24.45

5141/2

490'/z

24.55

515hr

102.26

WittttllWSbeolRlhiiiUcii btt Blibifteii Pssl.

Am 16. Oktober 1919, morgeyL 7 Uhr.

Wärmc-
Grade
n. Cels.

niederst.^ höchstcr

Wärmegrad seit
gestexn

Wind-

richtung

Himmel

Luftdr.

mm

8.0

2.6

7.8

S.-West

trüb

750.5

Niederschlag 9.8 mm

Mittelwerte von gestern:

Tempcratur 6,1^

Dunstdruck 0,4 mm

Nelative Feuchtigkeit 94,7 «/,
 
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