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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0305
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icnStag 1/28 Uhr.
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kapellc, Piöj 17.

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hr Mnder^vttrssienlt. N.
Psarrer Kammeree.L»-
'S-Fümilienseter flZrn^
l Uhr Fraurndetstundz U
i Uhr Bibelstunde. Äi>M

(Stadtmission) v.sr^ii
ihr: Allq. Ge»>e!iisch.'5tll^
er.

onderbekenntniS,M

l nachm.k Uhr: Wvrtvrrtliiidnt
, Uhr: Wortbelrachtung. em>
ruli an Lhiinotheus. !«

inschaft, Bcückmstkchl
I) Uhc und nechm.^ »

: anschl. F«i" ^ hl. A
DoMnrtag sm-'
Predign K!«l

ohrbach- ,

> Uhr: Hauptsvttet^j

Mrtschaftliche Rundschau

Nach dem Stande vom 23. OktoLer.

Eeldmarkt. Da«; Kurontveau der meisten Jndu-
ftriemerte an der Börje zetat von wachseMim Ver-
Iraucn in DouMlando wirtschaftlick)« Aufrichtuna.
DiL Kapitalisten sind nicht olrne Hoffnuno stir die
wcitere Zukunft. Die EesHaft5u>msä1;e an dcr
Dörse haben einen autzerordenllichen Unrfan^, an-
scnommen. Das Jnteresse der Spekulation rtchtet
stch be^o.nders auf ausländisch^ Wcrtpapicre. Ein
erfreulicheo Moment vtldck die Steigeruns der
Kriegsanlcihe, mclche durchschnittllch cuf 80 sich
hielt mit aeringen Schwanku.rgen.

Produktenmarkt. Durch die Lieferur.gen an die
Enlente wird Deutschlands Kochlenversörauna im-
mcr knappcr und tritt dadurch in ein ernstvs Sta-
dium. Das Neich trifst endlich Atasinahmen, datz
auch Süddeiutschland wieder m-:chr deliefert wird.
— Äm Metall- und Eisenmarkt übersteiiot dauernd
di-c Nälchsrage das Angcbot. Für Eisen- und Stcchl-
crzeuai'isse wurde dio vom dcutschin Stachlilnmd
vcschlosiene Preiserhöchunk gen^hmigt. Damit wird
die Auswärtsb''weN>ng ihr L.rde noch nicht crreicht
chc.hen. ncnn die E^'stehunoskcst'.'n sich ir-etter er-
chöhen. — Dav Stilkstoffsyndikat stellt eine wcitere
Prcisrri.chuno in Aussicht.

Warcnmarkt. DA Aussichten für dio Vaum-
wollr.er,orguiig 1»;9—M sind nicht günstig. Durch
die gcringe Ernte wird auch ei-n NnrkLana der h»-
hen Preise nicht zu crcmrteii sein. Die EeMfts-
ereelmisse dcr deutschcn Textilindustrie werocn in
dicsenr iZ-cchre nls ch-'sriediaend be.zeichnet. — Dü-:
oeutschen Porzclla-nfabrilen haben den AufWaa
von S5 Prozcnt «uf 75 Pro.zcnt erhöht. — Mährcnd
die Ziindholzprcise nuf 1.80 pro 10 SchachtelN
fLstsesetzt sino, wlrd versucht, Wurl>crpr'-ise durclvu-
sehcn. — Die Einfuhrmesse in Frankfurt ltzj schr
gut abüvschnitten. Äkchr als 1000 Ausstcller bavcn
sich bcreits fiir die FriihiahrLm-esie angemcldet.

Landwlrtschaft. Die Karlosfelernte -seh't ihv.'m
Ende entgesen. Die Absicfcrunigen könncn Lishcr
noch niclst befriedt^en. Das Angebot van Hvfcr
blieb knapp, die Tcndenz am M-arkte fest. Berlincr
Ätoticrungvn Lcwegtcn si>h ^wischen 64—66.50. Tsi,z
Nachfrage nach Heu tst sehr stark. Die Pretse be-
w-cacn sich durckljihnittiich zwrsch'-l 25—30 Ecrstc
wird 1m Sck,Ietchyande! zum orosten Tcil in das
Auss'and scschobrn. — Dic Ficma Krupp itt Esicn
nimmt nnn den Vau von l ,ndw. Maschtncn auf. —
Die M^incrnte ist Übcrall i-n Eange. Ein Mchlf'c-
heiides Urteil ii'ber dcn Ertrag lätzt sich noch nicht
mnchen. Die Winzcr b-eobachten im Perkauf noch
Zurückhastung. — Die Svitterung der lcsitcn Zeit
veranlatzte zur Drschleunigung der Tab-achrnte. Die
Austrocknung wird durch das ftuchte Wetlcr st>arr
ckufa.ehalten.

Vlchmarkt. Durchschnittspreise für Ferke^'alns
jüngsien Vcrkäufen 6')—100 Läufcr 250—500 ^
Durch das Loch »m W'stcn mtrd nicht nur Eetreide,
sondern mich >eine lx'trächtliche Anzcchl deulscher
MilckMhe, Piferdc. unv S-Hweine lrerausgeschmug-
gelt. — Die Preisc sür allc Sortcn Häute haben
weitcr angezoacii.

Nahrungsmiitel. Schlc-ichhandel und Schicbcr-
tum blühen nach wN vor Die Preise für auslün-
dische Lobens-miltel schncllen in die Höhe, In Ber-
lin zahlt man wieder 26—28 ME. -sür Vutt r, dcut-

zuftchr stnd haupjsächlich auf Tr
keiten zurückzuftchren. — Die ba
cien fordern eine Erhöhuivg des

scher Speck ist nicht unter 20 Mk. pro Psund zu Lc-
kommen, Hühner 'osten 30—40 Mk.. Eänse 100 Mk.
Die geMivwärtigen Stockungen tn Ver KartMel-

»rtschvieriü-
bayrischen Vrauer-
Erhöhun« des Stammwürz«ae-
ltes vo!n 35 auf 4.5 Prozenf und dam.it eine
Bierpreisechöhuna. — Auch der Oktober. der sdnst
der H-auptmoilat für dte Pilzernte tst, hat rvenig
veklefcrt. Dio kalte Wiibermrg Mt kcnWl noch
Hoffnung auf eine grötzere Ernte aufkommen.

Forstwirtschaft. Um der Kohlennot zu steüern,
wird tn diesem Winter in allen Staiats«. Eemeinlde-
und Privatforsten ein Drittel Derbhölz mehr ge-
schagcn. — Nach dcn bisherigen Feststellunoen ver-
lveren wir durch die Eebietsabtrennungen rund

3 700 000 Festmeter stehendes Holz.

Holzmarkt. Die ProiÄstetgerung bi...
für die SLdhwaire als auch für Schnittwaren an.

Die Konkurroitz ini Einkaufsgebiet -war noch nie so
sck^arf obenfao bei den Rundho'.zversteigerunaen.
Die Prciisgestaltung lätzt sich aus folgenden Ver-
koufozcchlen am besten ersehen, dte an der TageS-
ordnung sind: ftir Laiiglbolz 1. Kl. 184 Mk. (Tarve
53 ^), 2. Kl. 165 (4!) «V). 3. Kl. 143 ^ (45 ^),
4. Kl. 119 Mk. (40 Mk.). 5. Kl. 8? Mk. (35 Mk.

Vausach. Die Lage ist u'nverägdert. Bei an-
haltender Baustoisfknapphött sind weltere Proisier-
böhimgen die Folge. Die Baukosten sind segenwär-
tig so ungcheuer grotz. dte Sichsrheit dcr Werzin-
sung so gcring. datz das private Unternebinertnm
schr zurückhält. Für die nächste Zeit bleitben als
Bauausgaben nue die notwendigen Wrederherst'el-
lungsarbeiten und Unlbautm für Wollrnunü.m. —

Berkehr. Die Eefahr droht immer mchr, datz
infolge der wirtschckstl-chen Verhältnisie der geMnte
Pcrsonenvcrkehr zeitwcrse eimzestM werden muh.

Arbcitsnrarkt. Die allgcinveine Lagn hat sich
nicht wescntlich geändert. Die Zahl der Arbeits-
losen hat sich durch Ausstellungen erhöht, wozu noch
vielc Krie.Mgefangene und vom Mlitär Etttlasiene
kanr-en. .Mrvrgel an Kohlen sührte zu Stillrgungen
und Eimchränkungen vteler Delviebe. Fn der Land-
wirtschaft httt der Bedars an Arbei'tskräst^n im
allgemeinen nach-;elasien.

* Der Treffjag dcr Mannhrimer Warenbölse mn

21. OktciLcr war wiederunr aubercidcntlich sdmk be.-
sucht. Staacke Nachsrage war für E.sen und Meche.
Tst.gvbote lagcn oor für ChemiLrlren, NahLungsmit-
tcl allcr Ari. Schuh- und Lcdcrwaren, Tertilwarcir,
Tabaksabrtkate usw. Dic Umsätze warcn stCmlich
bedeutend.

n. Der Mannheimer Fctkclmiukt stand unter
dem Zeichen cfi5cr grötzercn Bel-egung. aks seine
Dorgangcr. Das Hauvtknteresie erstrcckte sich aul
Trcre mittlcrcr Deschafsrnheit, die im P'.v'rse cyn-
schieden soster logen, als vor Wochcnfrist. wie Libe^
hauvt sich die Prei'-lage wicder estvas h:ben konnrc.
Für gcringcre Tiere wmd^n Preise vsu etwa 60
Mrrk das Siiick auswärts gesovdrrt mid «azahlt.
Die hocksiten Erlöso sür bcste Bc'Mssenheiten stcll-
tcn sich ouf etiva 210 M. ftir das 'Siück. Dcr Ee-
samlzulrst'b b stand aus 212 Stück.

VekannLmachung.

Diefreigewordene Stelle eistes Ingcrricurö
für Bcm und Betrieb cin den hiesigcn Gos-
und Wasserwerken ist sofort neu zu besetzcn

Vewerber mit abgeschlossener, maschincn-
teckmischer Hochschnibildung, welcher in ähnliche.i
Stellung bereits tätig warcn und grötzcre Er-
sahrungen im Gas- und Wasserwerksbetrieb
bcsitzen, werden gebeten, ihre VeweibongSgc
suche unter Beifügung von tz°cbenslanf. Zeng
nisabschriftcn, Bild unh Gehaltsanspruch fpäte-
stens bis zum 10. Novembcr an die untcr
zeichnete Direttion einzureichen.

Die entgültige Anstellung durch Privat-
Dienstvertrag wird nach Ablauf eincs Probc
jahres unter Berücksichtigung d. i. Vorbereitung
befindlichen Beamtengehaltstarifes geregelt.

Heidelbeeg, een 22. Oktober 1919.

Die Direktiorr der ftädt. Gaö, Waftcr
und Elektr. Werke HciDelberg.

Kott»mttnalvcrba«v Heidclberg-StadL.

Vekanntmachung.

SM-

5inck lür sile erckenkiicke bläkrvvectce ckie

PMommmM

f'ksff.bläbmsLLkinen mit dlöbel- ocker
15i5en8e8tell vkna prsisuntorLvklsck.

v-L- Secker IL7

ktäsima8obin6n- unä fafn'i'aä-kVIkinufaktui'

ttlluMr. 6l ttLlvL!-8LK6. iiauMt'. 61

l^eparsturen von dllibm»8ckinen jscken SziLtems
Lrüncklick. — 2ubekorteUe in reicker ^usvvQkl
tür k>'äkmL8c1iinen jecker ^rt.
Untorrlekk im blliken, Ltvpten unck Lticken
xrutiL.

in der Zeit

vom 25. OkLober bis 1. November.

1. Für Vie Vcrbrauchcr:

1. Erbscn auS?.

125 Gramni zu Mk. 2.40 daS Pfuttd aus Kvlo-
ttiulwnreiimarkc Nr. 5. Berkauf vom 31. 1V. biS
6. 11. 1010.

2. Maggisuppen

250 Gramm zu 48 Pfg. auf Kolouialwarrnmarke
Nr. 5. Verkauf vom 27. 10. bis 1. 11. 1Ü10.

3. Margarine

2'.0 Grain'n zu Mk. L.50 auf Fettmarkc Nr. 5
fiir 2 Wochen. Vcrkairf vom 28. 10. bis 7. 11.

4. 3uckcr

i Pftiud auf Zuckccmarkc Nr. 0. Vcrkauf vom
II. biS 30. 10. 1919.

9. Karckoffcln

5 Pftind, das Pftind zn 15 Pfcnuig aus kkartoffcl»
markc Otr. 11 in dcn Rartvffelvcrkaufsstcllcn.
Vcrkauf vom 27. 10. bis 1. 11. 1919.

2. Fttr die Verkansssteaettr

Erbstn sind am 29. 10. fllr Geschäfte A bis K, am
30. 10. für Geschäfte L b>S W bei Urma Braun
L Cv. abzuholen.

Maggisuppcn wcrdcn bei Jirma Dehoff ausgegeben.
Margarine ist ain 27. 10. für Geschäfte A bis K, am
28. 10. für Gcschäfte L bis W bci Ftrma Maisch,
Lagcr Rohrbachcrstraße 40, abzuhoien.

Zuckcr und Kartoffeln sind zugeführt.

Hcidclberg, den 24. Oktober 1919. 8180

StädtischeS Nalirttugsmittelamt.

Bülkimttung im Stlldtteil SihIierbM.

Wtr brinzen hiermit zur dffentlichett Kcnntnis, daß
dte Zicgenböcke im Stadttril Schlierbach nuninehc bci
Rohrmann, Schlierbachcrlandstraße 110 aufgestellt sind.
Hcidciberg, dcn 22. Oktvbcr, 1019.

Stadtrat. 8196

MWeiüe Beleih-». Pri>»lt-Diirleheil-Aiistalt

JummstraßL Lahr in Vadcn Ecke Katscrstr. 80
Geschäftstätigkeit:

Vorschußfreie Gewährung von Dartehen zu pro-
duktivcu Zweckcn g'gen bequeme Natenrückzahlung an
Pcrsonen jedcu SrandeS. — Klctn-Klnanzierun.
xen.wirtschaftlich gesunder Geschäfle. — Kurze Kre«
-btte sür eimvandsreie Warentransaktionen.

Viele Tankschreibcn, durch vereid. Sachverständige
beglcmb., beweisen die rasche, vcrschwiegeue u. f. d.
Kunden angenehrne Geschäftsabwickclung. Ge-
kürzte Vriefaufschrifi: Lahr in Vadcn. 6570

, Beseltigung
ohne Nmbarr.

10 Iahre Garantie.

Patentamtlich geschiitzt.

Feinste Referenz. — Biüigste Preife.
Kotke L Lm;;e, chem. Fabrik. Naaover.

Generalver^eter: 7983

Oarl Websr-,

prankkurt s. IVI., Lutioutstrssso 87.

Ailitt. BckmtiiichWeii:

verordnung

(vom 18. Oktober 1019.)

Die Ersparnis vou Brennstosfen und
Beleuchtunqsmitteln betr.

Nr. 305. Auf Grund der Bnndesratsverordnung
vom 11. DeiVcmber 1910, betreffend die Ersparnis
von Brennstoffen und Beleuchtungsmitteln in
der Fasiun» vom 26. April 1917 (Reichsgesetzblatt
1916 Seite 1355. 1917 Set^379). der Bundesrats-
verordnung vom 25. Sept-cmber 1910 über die Er-
richtung von Preisprüfungsstellen und die Ber-
sorgungsregelung in der Fasiung der Bckanntmach-
ungen vom 4. November 1915, 5. Iuni und 6. Iul,
1916 (Re^chsgesetzbtatt 1915 Seite 607. 728, 1916
Seite 439. 673). sowte auf Drund dev Bundesrals-
verordnung vom 7. November 1918, d -e wlrtschaft-
liche Denwbilmachung betressend (Reichsgesetzblatt
Seite 1292), wird verordnct was folgt:

8 1.

East-. Speise- und Schankwirtschastcn. Kasfees
sowie Bere'ns- und Eesellschaftsräume. in denen
Speisen oder Gctränke verabreicht werden, sind um

10 Ilhr abends zu schl.etzen. An den Sonntagen
und den Vortagen von Feiertagen dürfen sie bis

11 Uhv abenos gcössnel Lt.<siben. iAusncchmen
stnd nur mit Ecnchmigung des Mtntsteriums des
Jnnern. jedoch wcht übcr 11ft> Uhr abends zulässig.

Gastw.rtschaften diirfen auch nach den genann-
ten Zetten die für den Aufenthait der bei ihnen
übcrnachtenden Fremdcir unentbehrlichen Räume
sür den Verkehr dieser Eäste geösfmt halten.

§2.

Die in 8 1 genannten Vetriebe sind auf dr-e un-
bcdingt nöt.gen Räume zu beschränken. Die übri-
gen Räume sind zu schlietzen. Die Ortspolizeibe-
hörden bestimmen für die grötzeren Betriebe im
Enj-elfalle. welche Räumo hiernach zu schlietzen
sind.

- In iWrtschasten dürsen warme Speisen nach
8 Uhr abends nicht mehr verabfolgt werden: die
Kommunalverbände sind befugt. die Derabfolgung
warmer Spcisen in Wirrschaftcn zeitlich weiter em>
zuschränken.

8 9-

Unberührt durch die Bestimmungen diescr Ver-
ordnung bleiben orlspolizeiliche Dorschristen. durch
wielche die Polizetstunde auf eine frühere Z«it als
10 Uhr festgesetzt wird. sowie die Befugnis zur
Kürzung der Poiize stunde. die den Dezirksämtern
durch 8 3 dcr Verordiuma des Ministeriums des
Innern vom 24. Fuli 1907. Polizeistunde betref-
fcnd lGesetzes- und Nerordnungsblatt Seite 303).
eingeräumt ist. Die Slunde der Cchlietzung eines
Betriebes ist zugleich Polizeistunde im Sinne des
8 365 Rcichs-Strafgesetzbuchs.

8 4.

Theater. Lchtspiclhäuser. Näume. in denen
Schaustellungcn stattfinden. sowie öfsentliche Der-
gnügungsstnttcn aller Art sind spabcstens um 10
Uhr abends zu schlies^n.

Lichtspiethäuscr dürfen crst von 6 Uhr abends,
an Sonn- und Feiertagni, an Samstagen. sowie an
dcn Vortagen vor den Feiertagen von 3 Uhkr ab
gcöfsnet sein.

8 5.

Offene Verkaussstellen müssen von 6 Uhr abends
bis 9 Uhr morgens gcschlosien bleiben. An den
Camstagcn sowte an dcr, Vortagen vor den Feier-
tagen dürfcn alle offcncn Nerkaufsstellen bis 7 Uhr
abends geössnet sein. Vcrkaufsstellen. in denen der
Verkauf von Lebensmitteln als Haupterwerbszweig
betrieben wird. dürfen mit dem Vertauf von Le-
bsnsmitteln vor 9 Uhr beginnen. Offene Ver-
kaussstellen. in dencn ausschlietzlich Papierwaren
verlauft wcrden. dürfen am 29. und 30. Dezcmber
1919 bis 7 Uhr abends geöftnet sein.

Die Kommunalverbände sind befugt. die Zeiten.
während deren die osfenen Verkaufsstellen hiernach
blciben dürfen, weiter cinzuschränken.

8 6.

Unter die Vorschriftcn des 8 5 fallen nicht die
Apotheken.

Jn Friseur- und Barbiergeschäften. die mit einer
offenen Verkaufsstelle vcrbundcn sind. darf in der
Zeit. während deren die offenen Verkauifsstellen ge-
schlosien sein müsi-en. ein Derkauf von Maren nichl
statftinden.

8 7.

Die durch die vorstvhenden Vorschriften nicht
bcAofftnen gewerblichen Betriebe jeder Art und
dte nicht behördl'chcn Bureaus dürfen von 5 Uhr
abends bis 8 Uhr morg-ens Arbciter und Ange-
stellte nicht beschäftigen.

Diefe Vorschrtst gtlt ntcht:

s) für Bäckereien und Konditore'cn. Badeanstal-
ten. Eas-, Wasier- und Elektrizitätswerke,
Friseur- und Barbtergeschäfte und Derkehrs-
anstalten.

d) bet Betricben mit Cch'chtarbeiten für die im

. Schichftriechsel deschästigten Personen.

c) für Arbeiten. welche in Noftällen oder i«n
öffentlichen Intercsie unverzüglich vorgenom-
'men werden müsien,

ck) für die Bcwachung von Vetriebsanlagen. sür
Arbeiten zur Ncinigung und Insbandhaltung.
durch welche der rcgelmätzige Fortgang des
eigenen oder eines fremden Betriebes bedingt
ist. fowie für Arbeiten. von denen die Wieder-
aufnahme des vollen täglichen Betrtebs ab-
hängig ist, sofern n'cht diese Arbeiten inner-
halb der nach Absatz 1 zulässigen Schichtzeit
vorgenommen werdeu können.

e) für Arbeiten. welche zur Verhütung des Ver-
derbens von Rohstoffen oder des Mitzlingens
von Arbeitserzeugntsien erforderlich sin-. so-
fern nicht diese Arbe'ten innerhalb der nach
Absatz 1 zulässigen Schichtzeit vorgenommen
rverden können.

l) sür Beaufsichtigung des Vetriebs. soweit er
gemätz Buchstabe n bis e stattfindet.

Zu Zeiten. in denen gemätz diesen Vest!/mmun-
gen die Beschäftigung von Arbeitern und Ange-
stellten verboöen ist, dürfen Elektro- oder Gasmo-
tore nichl benützt werden.

8 2 Absatz 1 Satz 1 und 2 dieser Verordnung
findet auch auf die unter die vorstehenden Vestim--
mungen fallenden Bötriebe Anwendung.

Ausnahmen von den Vorschriften dieses Para-
graphen können in dringenden Fällen von, Ge-
werbeaufsichtsamt bewilligt werden.

Eewerbllche Bctriebe im Eiune dieser Vorschrif
ten sind auch die nicht zur El'zlelung V ' ML.n'rn«.


unterhaliencn Betriebe des Staates. der Ecmcin-'
dcn und öffentlichen Verbandr.

8 8.

Hinsichtlich der Offenhaltung der offcnen Vcr»
kaufsstellen an Sonn- und Feiertagen sow.e der
Beschäftigungsdauer der Arbeiter und Ang-st'llten
an diesen Tagen gelten die Vestimmungcn der Ee-
werbeordnung und der Verordnung dec Reichsregie-
rung vom 5. Februar 1919 über Sonittagsruhe 'm
HandelsgeMrbe und in Apotheken (Neichsgrsetz-
blatt Seite 176).

- 8 9.

Iede Art von Lichtveklamö. sowke jede Autzey-
beleuchtung von Schaufenstern und von Tebäuden
zu gewerblichen Zwecken ist verboten. Aus.,ahmcn ^
vom Verbot der Autzenbsleuchtung unter Deschrän-
kung auf das unbedingt erforderliche Matz können '
von dem Kommunalverband zugelasien wcrdcn.

Die Veleuchtung von Schaufenstcrn. der offsnen
Verkaufsstellen. Speise- und Schankwirtschasten.
Kaffees, Theater. Lichlsplelhauser. Näume. in de-'
nen Schaustellungen stattsinden. sowie der öfsent-'
lichen Vergnllgungsstätten aller Art ist wählend
derientgen Stunden. während deren sie geösfnrt'
sein dürfen. auf das unbcdtngt notwendige Matz
zu beschränken. Di/e Komunalverbände haben dis,
erforderlichen Anordnungen zu treffcn und ihre
Einl>altung zu überwachen.

8 10.

Die offenen Verkaufsstellen dürfen in der Zeit.
tn welcher ste geschlosien sind. nicht belenchtct fein..
Eine Ausnahme tritt nur insofern. ein, als wäh-
rend je einer halben Stunde vor Beginn und nach
Veendigung der Verkaufszett die zur Ausführung-
von vorbereitenden Arbeiten für den Verkauf oder
von Aufräumungsarbeiten und Reinigungsarbeiten,
erforderliche Veleuchtung im Bedarssfalle ge-'
statlet ist.

8 11.

Die Kommunalverbande find befugt. die Be-.
nutzung elektrisch betriebener Personenaufzüge zu.
vcrbietcn.

8 12.

Dio dauernde Beleuchtung der «emoinsamen:
Hausflure und Treppen in Wohngebäuden M nach!

9 Uhr abends verboten. Dbe Kommunalverbänd«
können Ausnahmen gestatten.

8 13.

Museen. Sammlungen und sonstige Ausstel-,
lungsräume dürfen nur insoweit geheizt werden.
als es «rforderlich 4ft. um ein« Cchädiguna der
Ausstellungsgegenstände durch die Etnwirkung von
Frost zu verhüten.

8 14.

Die Beleuchtung der öftentlichen Stratzen rind
Plätze ist bis auf das zur Aufrechterhaltung der
öffentlichen Sicherheit notwendigs Matz einzui-
fchränken.

Dle Kommunalverbände sind berechtigt. dte er-
forderlichen Anordnungen zu tvcffen.

8 15.

Die elektrischen Stratzenbahnen und ftratzen-j
bahnähnlichen Kleinbahnen haben ihren Detriebj
soweit einzuschränken. wie es fich irgend mit den
Verkehrsverhältnisien vereinbaren lätzt. Sie dür-
fen an denjenigen Tagen. an welchen der Staats-
bahnbetrieb cingestellt wird. den Vetrieb r ur soweit
aufrecht erhalten. als er durch Wasierkraft gcdcckt
wcrden kann.

8 16.

Der Betri'eb dcr Badeanstalten ist auf das nnbe-
dingt notwendige Matz einzuschränken. Die Kom-
munaloerbände haben die erforderlichen Anord-
nungen zu treffcn.

8 17.

- Dic Kommunalverbände haben dafür zu sorgen.
datz inncrhalb ihres Vezirks die Verordnungen des
Reichskommisiars vom 26. Zuli und 2. November-
1917. betreffend Sicherstellung des Betriebs der
EasanstalLen (Roichsanzeiger Nr. 183 vom 3. Aug.
und Nr. 263 vom 5. November 1917). fowie vom 9.
September 1919 über die Einschränkung des Vcr-
brauchs elektrischer Arbeit (Reichsanzoiger Nr. 213
vom 18. September 1919) und die auf Erund der-
selben erlasienen Verbrauchsregelungen durchge-
führt werden?

Das Gewerbeaufsichtsamt ist befugt, im Bclteh-
men mit der Landeskohlenstelle. sowie nach Anhö-
rung der Arbeitgeber und der Arbeiterausschüsse
dcr betrosfenen Betriebe Matznahmen zur besieren
zeitlichen Derteilung der Belastung vm» Kraftwer-
ken anzuordnen.

8 18.

Wer den Vorschriften dieser Derordnung ode-
den zu ihrer Durchführung ergebenden Lerfügungen
dex zuständigen Stellen zuwiderhandekt. hat autzcr
dcr nerlchtlichen Bestrafung zu gewartiaen. datz ihm
fur den unberechtigten Mehrverbrauch von Eas
oder Elektrizität ein Aufprets berechnet und dc«
Eas- oder Ctrombezug gesperrt wird.

8 19.

Dwse Verordnung tritt mtt dem Tage der Ver-
kundung in Kmft mtt Ausnahme des § 7. desienj
Znkrasttretien durch besondere Bekanntmachung de^
Arbeitsministeriums bestimmt werden wird. DiS
Verordnung der bädischen vorläufigen Volksreni<Ä
rung vom 28. März 1919. die Ersparnis von Brenn-
stoffen und Belcuchtungsmitteln Letreftend (Ee-
fetzes- und Verordnungsblatt Seite 169) und ds'
Ctaatskommisiars für wirtschastliche Demobilmachi
ung vom 15. Zanuar 1919. die Erfparung von Heiz-
und Beleuchtungsmitteln betr. «sGefetzes- und Ver-
ordnungsblatt Seite 21) mit Ausnahme des 8 9
Buchstabe a und des § 12 der letztgcnannten Ver?
ordnung treten autzer Wlrksamkeit

Karlsruhe. den 18. Oktober 1919.

Ministerium des Zunern. - Arbeslsministeriunr.
Rcmmele. Riickcrt.

>

Vorstehenhe Berordnung bringeir wir hiermi>
zur öffentlichen Kienntnis.

Heidelberg. den 22. Oktober 1919.

Bezirksamt.

^sisspsss-Vücjsi'

vveräen innerkalb 24 Ltuncken snZekerti^t

ftoZikku-renbÜäöl- 8obon von IM. 7.56 a».
Kakiner-, ?>-in7688- unr! ViHtbüäek-

ru dilliLen ?rei§en.

tNeln ^telier Ist suck 8onnts8r> Leükknet
von morgens 9 lllir dis mitlsLS 2 vtir.

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Ink: k'rau llunser.

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