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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt (61) — 1919 (September bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.3728#0366
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fcirdcil Frnsen lösen. Die aeschliftriHe -und technische L«itung der
Betrieb-e bleibt der Vernntmortrich?eit der UnternMner überlnssen.

' Dcin bercchtigtcn Verlangen dcr Arb>.'iter und Angcstellten.
verantwortlich an der Negelung der Wirtschasts- mid S^ialpo'litik
mitzmvirken, ist Rechnung M tra«:n. Dieses Zvel will die Doutsche
Volkspartci durch eine von den Verbänden der Avdeitnebcr und
Arbeitnehiner vetragcne Arde-itsgemi.'inschaft erreichen.

Fn frcicr und unbefnngener Eemeinschaistsarbeit soll sich so auf
dem^LcHen dcr Eleichberechtigung zwiM'n dcn. Unternchmern nnd
ibren MitarLeitcrn eine berufsstündiae Vertretung allcr schassendcn

Arbcit bis hinauf zum Roichsrvirtschaftsrat ausbaucn.

16. Angestellle und Aröeiter

Die Lebens- und Arbeilsbedlnaungen dsr Nngestellten und Ar-
beiter müssen durch verständnisvolles Zusammi.'nwirken allor Be-
d i.igten n.'ugcsta tet werden. Hierbei ist nuf frcie vi.'rantwortliche
V^'iÜligung dcr EinMlmn und auf Mirdlgung, dor ^.'rionlichkelt
nach il-rem befonderen Wert und ihren Leistuiigen hinMwtrken.

Die Doutsch' VMspartet tritt ein fiir vi.'sebliche Gewähr-
leistung dcs Koälitionsrechtes und der Koalitlonsfretheit. insbeson-
derc jiir Sclnb dcr gewcrkschaftlichrn und politrsch-'n Ucbcrzcugung
Vcs eiiizelneu Arbeitnehmers, sowie fiir Anerkemmnst der Berufs-
verbändc. jur Schassung cincs zeitgemäsi'N Arbeiter- und Staats-
arb-ilerrechtes und den Ausbau des Angestelltenrechts unter Derrict-
sicht'igung der V-ediirfnisse dcr oinzelnen AngcfteMcngruppcn. Den
befondcren Verhältniffen der Laindarbeiter, Handwerkssehilfen und
Hölusanjp stellten ist Nechnrmg zu trascn. . ' , ,

Dic Deutsche No-kspartei fordert Erweitevung ^)er so^ialen Fiir-
sow' auf allcn Eebieten. Jnternational.e Durchfiilhrung der sozialcn
Versichcrungs- nnd Schuhgcsetze ist daher ein drinsendes Etfor-
deriiis.

17. Freie Berufe

Die Dentsche VoUspariei tritt fiir Erhailtung und Cchuir der
srcicn Bcrusc «Aerzte, Apoth-eker, Auwaite^ D.chuiker. Schristsijellcr
usm.) ein. Sie verrvirst cine Sozialisierunst dieser BevUse und eine
Bestellung ihrer Angehörigen amd Veamton. Die wirtschafftlichen Be-
strebungen der Berlussverbände follen stdatliche Förderuns fjnden.
Das Rccht am geistigen Eisentum ist zu eruxitcrn.

19. Industrie

Ilm dem deutschcn Volke llnterhalt zu schasfen, Ledarf es des
erneuteil Ausschwungs der Fndustrie. Was von Staa>ts weaen M
ihrcr Fouperung geschehen kann. insbesondere durch wissens^aftl'che
^orichungs- und Vlldimgsgolegenheiten. Ausgestaltung der g.oerb-
l.ll>en Schutzrcchte (Patente usw.). gesetzliche und verwaltungs-
maliige Erleichtermig der Begründung uud Führung industrieller
Vetricbe (Konzessionsverfahren. Wasserrocht. Elektr'zitätsrecht. Ee-
^l'u'ig der Verkehrsgebühren usw.) wird d^ Unterstützung. der
Deutschen Volkspartoi sinden. ^

D.e Wirtill-afts-. Handels- und Zvllpolitik mu'n auf die Le-
bensnolmendigkeltLn und die gosunde Entwicklung der Fndustrie
sorg,al.lge Rucksicht nehmeu. Eine gut gelohntc. geistist holUtchende
Arberterschaft unrd die wertvollste Mitholferin der Jndustrie sein.

20. Handwerk, Klernhandel und Gewerbe

l8. Landwirtschaft

In ciner blüheuden Lairdwirtschast und cinem krcist gon selbst-
bowutzion Bstuornstand sieht die Deutscho Volkspartei dio rvichtlgste
Grmidlagö deutscher Volkskrast. Durch planittätzige Pslcge aller
Zweige dcr Landwirtschast ist dio Hebung bor ErzeriguNg uno oa-
mit d o Unabhängigkeit unserer Volksernährung vom> Auslaude
anzustreben. Die Diohzucht bedarf ganz besondcrer Jördorung. Dto
r.estlose Ausnützung allor zur Fischzucht geoiigneten Eewässer ift ge-
boten. Durch d'e Wirkungon des Weltmarktos darf die deutscho
Landrvirtschaft in ihrom Bestan.de nicht gesährdet werden; nöt'geu-
salls ist sio durch Schutzzölle M sichern.

Durch eine großzügigo Jnnensiedlung ist eine gesüttde Mischung
von Erotz-. Mittel- und Kleinbesitz wnter Ver,mehrung der selbstän-
digcn Baucrnstelloir und der landlmrtsthastlichen Kleinbetriebe zu
erstrcben. Der Aufstiog zu wirtschaftlicher. Selbständigkeit ist. na--
mentlich bci den Landarbeitorn. planmästig zn sördorn. Die Zü-
sammonlegung zersplittor'ton Besitzes nnd d -e Dnrchführllitg voü Vo-
donverbosserungen 'st erhoblich zu crleichtern.

Die landwirtschaftlichcn Fideikommisse in der soilherigen Form
und Ausdehnuug müsien wegsallen. Häusung von Giitern und
Pachtungen in einer Hand ist zu verwcrsen.

Das Handwerk auf dom Lande ist zu neuer Blüte zu erweAen,
bas Nerkehrswesen aNszuba.uen. Das Schulwcf.'it dnuf dvnl Laindo
vmtz nachdrücklichst gehoben roerden. Lnndw'rtichaftliche Fachschu-
len dürfen nirgends fehlen. Versuchs- uiid Musterwirlschasten
svllen dio kleinoref: und rniltleren Besitzcr zu gesteigerten Leistungen
ermuntern und Borusssreude und Berilfsstolz in -hnen erhöhon.

Die hohe Bedeüimig der Lnndsrau innechalb dcs laiidmirt-
schastlichen Bctriebcs. bei dem Ausgleich sozialcr Ecgenjätze im
Dorsc und ii, dcr Förderung landlicher Kuliur ist vollaus zu werten.

Zur Wiederbevölkorung des Landes -st das Landleben nicht
>:ur an Bildungsmöglichkoiton. sondern arich an würdigör Unter-
haktung roicher auszugestalten. Das Dorf mutz cin Kulturmittel-
punkt werdon. Durch soziale Hebung der län,dlichen Untersch chten
ist ein Rückstrom der vom Lande stammenderr stndlsichen Broölke-
rung mit allon Mitteln zu förder.n.

Volksfrxmde Arbeitskräste sind sobald als möglich durch ern-
heimische zu ersotzen.

«n', ^olkspartci würdigt den bedeutsawcn Naiionalen

md wirt chaftllchen Wert m'ttelständlicher Selbständigkei't und
sieht im sc bstaudlgcn Handtverk. Kleinhandel und Gowerbe drin-
gend erha tenswerte. der Landwittschaft. dcr Jndustrie und dew
Eroghaiioel gleichberechligte Erwerbsstände. doren Lobenssähinleit
zu sichern und zu fördern ist. E'e erblickt daher oi.ie ihver vornehm-
. Aufgaben darin. dio Wst-deraufrichtung dos gowerblichen Mit-
tclstirndes m Stadt und Länd mfft allcn Krttften zu betroiben. ^
berttssständischott Verbändo sind boi der Lösung allor dön
gewerbl-chen M^ttelstand botröffenden Fragen hcranz.izieyett ttnd itt
don Neichswirtschaftsrat eiuzugliedem.

Vevu'fsvcrbättde lind Eenossonschafften
"elstandM'trieMr Svaren und NohstoM in au-tei-
chendem Matze zuzusuhrcn mid ihtten der ctförderliche Kredit ttttiör
Ärinstigen Zins- und Nückzabliingsbedlngu-ngen M üersthafsen

Neich. Siaat imd Eemeinden sollen durch schleunise Veküebuttg
allor notwendl>gott Arbeitett A rbeitsg>.^og>:>cheIton schaissett. Dahpj
des Dorvittauttoswesens ein Ende beteitet wer-
den durch Vcrgebung attor östonL-ich.n Aib.ülm mir zu angoNUsie-
nen Prersen. die mi Eitt'vernehmen mit den Deeussvcrbändctt fesst
zulegen sind.

- M Kommunalisiorring mittälständbicher Betriebe l-chnt dlo
Doutflhe. Votiksxartci ab. (Ltne Bevo«utto! der Konsumoereitlö

d»s sewerb«


Dre borMick)« und wirMMlichc Ausibildung der Httttdwertöt
und Esmerbotreibenden ist zu förldern. An der Merlstattlehre itt
MKö.istir. Der Lehr- «nd SLundonp'iln der FachMlcn O utttör
Mitw'rrkUttg der Demffsverbände aufzustellett

21. Handel ilttd Schlffahrl; Kolonlen

Anerbnnung der hochett Vodctttitti.s^des Dallk- ttnd Det-
sichorungswoisens, des Handels und der Schifffat/rt sjir unsere ge-
samte Vol.kswirtschaft wird diie Dmtsche VEspttrtöt ihtten Mnt «j-
lett Mitteltt 'behilflich sei», die srAiere Mltgeltuttg wlever zu et-
ringen. Lästige Fesieln müsien chnen semgeha ten, werden

Dett Wioderauffliall der Hands-ssloite hat das Ncich niit Nach-
druck zu sördern. Für die durch die Nttsliesemttg der Handolsslvtte
schwer getroffvene stimiännische Busatznng zu forgon. ist Ehronpflicht
des Reiches. Nuch die Secchsck^erei bedars seittcr Nnterstützung-
DÜe Dciutsche Volkspartei wird alles daran setzen. um süü
Deutsckland einen scinen wirtschaffttichen Dcdiirfnissen entsprechertdos
KoloniMland wioder .str vrkango"

22. Verkehrsweseir

Erfenibahnen, naturliche und künstliche Mrsserstratzett bitdett die
Erund.agc einer goffltnden Bolst-lvirllchifi und damit aülch eino Vor-
aussotzung sür geordilete poU1sick>e Zustände.

Die Staatserfcnbahmon sink auf das N-Ich zu üvrrführen. Utt-
abhangig von den Finanzon des Reiches haben sie als selbständige
Körperschast dii: deutschc VüttL-wlrtsckM M sördertt. 'Äsr» Einnab-
men müssett die VerzinfttNs nnd MMreibung ser Anlagetofftcn er-
Möglichen.

Dcr Ausbau der deutfchen Seehäfen mlt Mltteln Lts Neffchs
ist crfordcrlich, um ste im Wettberverb mit don aüsländbschi.'tt Häfen
lcbettsfähig zu erhaiten.

Auch die Förderun« der Schiffahrt auf den ttatürlichcn Wrsser-
ftratzen', der Bau und die Pffoge eittes attsgcdehttten Knttcklttetzes
ttttd V.r mäschinello Botriob anf istitt mutz AtzMH. detz Rolchos soin.
Bei Ausnntzlmg Ler AZasserstrcktzeit bürfett der mivaten !lntcrtteh-
mungslust nur ittsoweit Schrattken g-chetzt ttnd Lasten nuferlegt wer-
dcn. affs dies zur Deckung der Nuskagen des Rcich.'s ttttv zrtr Nege-
lung des Verkchrs a-cboten iftz

23. Bodenpolitik und Wohnungswesen

' Dcr heltzlatliche Boden ist rinter ein Ncchi zu stellen
Gebrauch als Werk- und Wohnstätte L>:fördert
bvcruch ausschlietzt und das die Wertsteigerung. die «r' ^

beit des Einzolnen erhält der Allgenvcinheit nutzbar
deutschen Fninilien Insbescmdere die k!ttderreiä>eir
-nt,P.°>h-nd° W°hn- m,d

Stadt und Lattd ist eiine von sozialem und tcckvni^ l
standnrs geieitete Wohnungsaussicht durchmsül-ren WÄ'"
der Eogemätze zwtschen Verimieb-r und jMieter durck mAbgi
volle Rucksichtnahme anf einander ist anzustreben ^ "^stan^

Der Bodars an neuen Wohnungen ist rechtMtig zu

L«i mutz aüem dl« v->»Ä-"Ä«tÄiL>iVsL^k'LK«>. L

""" O.dnuna d-° KrÄL ß

!nu t°,k- ,nw>° dnrch N«n,-,!-r,N^L
-r/ » " h^end eiiMgroison. Baubereltei- M

i^überall dmt wo er^zu angemes,enen Preisen tticht zur N-vi-

slcht


-x sir.


o-l-er von iozi.aloM Eoist gotrasm stin. Für MvhiibMlten m '
Iveltrnumioe modrsge und gosunde Vauiveise zu erstreben^
Schassuug schneNet Votkchrsvorbindlmgen Vou ^

Mitteipln.kie,lt in ihre

insbssondete itt drr

schen Iudeird mutz Liobe zum Heimatboden wioder aewecki n..
KleiNMrtenbau und Kstintierzttcht sind zu fördern. ' ^

24. Kriegsschäden

Weitgehende Jürsorge ffür alle Krieger, ittsbosondere ^i,'
Krlc-gsboschadigten. lowie für vle Hinlttrbliebotten unter Der^!

Hung ihrer frühere'n LeLonchalümg ' ist' 'scM'kvörständlii^K
pslicht des Neiches. f

Die Drmtsck?e Volksvartei verlangt eine grostzuslac und ü
berzige Fürsorge fiir die Bewölmer Les rwm Feinve besetzten^
oiets und für bie deiltzch.'N Nimwanderer. Sie, Wlrd Mr <
Schs-dlcsh-ckltung der Bewotzistit dos besetztett Eebieles sür die ll
dtttch Matznnhttwn oer Feind« MOMten Verluste Pintreten

25. Fikanzen und Steuern

Etzrl'.ckckeit, Ordttuttg unsi Sparsamkeit mllssett in den ijs^

lscheir Haushckfftett wiedek Zür Eeltung kciinmon. Nrlr sö kaim
Eesttttduttgi der Fittcktizett dös Reiches w'eder hcrboigefiihrt wei!
Dis wirtfchaffttickrcn Unternvhmungon des Reich.^. der Läilder i
der Korttttitmett Essett pf.eglich und ttach kttzfMäNttischen Gre
sätzett rtzkwülie't werven. Auch Uttterttehmuttgett in ösfenitt
Hottd, die in etster Llnie zur Fördenitta det Eesamtwirt(ü>affi ^
sjlmmt stttd, miijscir möglichst nach Vom Etilttdsirtz der Solbstkof
occkung bewirtschafftet wetden. .

Einkommon und Vermösen sind iiach der Leifftungsfähst
zu den Staatsffasten heranzwziehen. Dcks AtbeitsetnkoMmrtt
pem Einkon'imett oius

sNM'.licnstckttd ist ZU be

' ' -icKm «ett

Vermlögon gogkmüber zu Ll-vorzugen. l
ennksichiigett; d!e siir oie Vckl-kskrckst «!
eittem Hetöbstlikett äiis Ihrer sck
Steuörn aiif den Verbrauch,

rigett Mirtelfchl

len Stellutttt mwck'htt werden. .

Lkufwand und den V'rkehr de-r brettett Mcksiett tvetdott tticht
verineiden seitt. Ntt die Stelle ent'ekttter Berwandier soU «ls
sttzlicher Erb-4 dcr Stackt tretett. Stöttethittterziehtttts ttttd Etk
slttcht sind tücksichtslos Ztt betämpffen.

Die Zusase an dio Zöichmr vcr Kriegsattlechen ist einzuÄ
Der gewaltige Steuerbedarf des Neichs rechtfortigt es. datz ^
Steuersystem nach dcsicn Bediikfttisien ckusgLstaltet wird; cs y
abor den Lästdern und C-eMverlvaltungskörMrn soviel sinanzi
Frsiboit gvlasicn wcrden. dasi dfese die tkm.'tt Miegendett Attsgal
istsbesondere wirischaftlicher Utt'o kultttreller Art, ckuch firttethitti
fiiuen lönnen. !

Nach dicksen Aelerr strebt die Detttsche Volkspnt
Sie will den Sammelpunkt bllden fiir d!e we^
Kreise unseres Volkes, die entschieden nütiöNs
ltberal und sozial empfinden. Ste weitz, dah t
^olcher Gesinnung der Weg gesunden werden witd,
aus dem Dunkel der Gegenwart wieder hinauffrihrö
e ine lichtere Zukunft.

bSivc"

ß-o'

^is

!L°.


8

Bei aller Not dennoch vorwätts!

Rechne mit Schwirrigkeitm, aber sürchte sie ^

v nicht. , x

KreuhVllkg w


Sonnensinstxrnis

Noman yon Else Stieler-Marshall
LopZ'rirstt d)' OretlrleioLi Lo. O.in.b.tt. si.eipriL 1916
(30/Jortsehuttg) '

Der Mond zoa über den Sonnenslügel herauf,
ein scharfer Sichelstrahl in blitzender Blanktzieit. Die
Winde schliefen. der Wald feierlich in tiefem L<m-
schen. Ilnd auster dem Raunen der ewigen QueL-
len kein Laut tn der nachtNchen Runde.

Da . . . üus der Kirchenstille brüllte es <mf. ein
b-istr ein lechzender. aufreizender Schrei. die wehe
Sehnsucht, die schmerzhafte Eier alles Lebens Uingt
dapin aus . . . und roieder wacht eine Stimme aius
in brünstigem Verlangen an andevrr Stelle . . .
iiicf. tief tn dcr dnnklen Ferne. Und es hastel über
den Waldboden. es kracht und knackt im Holze.
raschelt im Moie. übsrall.sit Leben zu spüren. hu-
schende heimliche Beweauna.

Und da und dort und nab und fern schaucrt er
dnrch die Nackt. der wilde Lockruk tierischer L«st...
ein Erzittern bringt er mit sich tzer.. ein Aufwützlctt
innerstcr Tiekctt.

Fn «rrschülterndem Schweilven, in versonnenet
Dersunkentzeit stieaen die be'.den Herren itzrem
Berge wkedcr zu. I'ihnen nach fchallte es noch atts
dcn verhanaeuen Eründen.

Und oben aus dem tzimMelnatzen Plan Llv.'Leir
sie noch eine Weile am Eipfelrar-d stetzon und blick-
ten über di-: Nacktwälder. ihren heraustönenden
Stimmen lausckcnd.

..Bin ich N'cht ein Beneidenswerter?" sragte
Klingtzart leise. ..M dgs nicht taufendmal voll-
^wertrgcr Ersatz sür einen Gotter.dämmerungsak''.'nd.
wo rande kch itzresaleichen?"

. 'si immer wieder überwältigend. "erwiderte
dcr Erar. ..Und das ist nur einer der zahlreichen
Naturgcnnsiv. die sich mir täglich bieten, rmmcr
wicder neue. unaeatznle. immcr wieder wundervoll
und. wie Sie saaen. überwälNcvend. Was w-std
nun rvobl der PZinter mir r'ür Ecschenkc mitbrin-
geu. Itzn kenne ich noch nicht in der Höhcncinscrm-
keit. 5ick bin wie ein Knabe vor der verschlosse-
nen We tznachtsttube. Und da sollte ich sort? Lie-
ber Freund. aräfliche' Gnaden. was könnten Sie
mir zum Ausükich aeben?"

- „ALer werden Sie sich nie nach ein wenig Ve-
tzagcn. Kultur uird vor allem auch Kunst sehnen?"

..VetzackStt? Ach. übcr das Wohlbchar^n. das
sooicl Krafi fritzt. das soviel Fleitz verschluckt und
Utts ttvr manches schöne und stark'e Erlebcn betkückt.
Das Wotzlbetzaaen den Grcisen. d!e sich das Aus-
ruhett Lerdient tzaben. Kultur? Wer ste >n sich
l irat. nimmt sie mit sick überall hin.. 7>ch tzabc sie
auch in meinem Beraturm aefang'cn. llnd was ich
an Kunft brauche. ckn armer m'enschlicher Kuttst. d!e
air die üöltliche tticht rützrcn kann. der ich tzier aus
Schritt tind Tritt beaeane. tzube ich in mir und mit
mir." - Er fützrle^d?n Gast tn fein Observatorium,
Leleuchtepo die Apparate und Instrumente.

«Diesc! Ersindunaen edlen Forschc^gcistes. sind
sie tticht tzöchste Kultur?"

Dann aeleitete er deu suttaett Mann 1m Wotzn-
aemach air die Bücheraestelle. wo Eoettze neben
Meister Eottfried von Strafiburg stand und dcr
alte Homcr stch att Walter von der Voaelweide
lcbnte.

^DMkunst! Wie Sie vielleicht ttoch Visten,
Iraae ich ckin wlnziaes Kornchi:n davon rmch in
«igener Bruft. das mich doch hier rmd dck mit einet
klelnen Frucht erfveut."

Er tzob die Lamve und liesi itzren Schein auf
die zatzireichen Bilder an den Wänden.fall>sn.
Stiche nach Böcklin und Seüantinl rtnd Kliirger-
schett Radierunaen tzinaen da. DarsteHrmgcn. die tn
das Gtpfeltzeim sich wotzl einfuaten.

..Mcklerei. Hi'srmitzst mcitte Watzllochter Cva
vom Mordtzofö allcrdinäs nicht sehr eittverstckndett.
sie zietzt den hettiaett Christopherus und setne Kol-
leaen vor. die der liebenswürdrnck Seelenhirte
dmnten in leinen Stttbett hat."

Klinabart stellte ttun dre LaMpe äufden Schreib-
tisch. wo sie eknen Lichtstreifen um das Hannabild
webte. dcks der East in schweigender Erinnemng
Letracktet«k-. Klinabart aber nahm die Amati aus
itzrem Schrein und tzob den Bogen. MiL lächelndem
tiesrn Älick seinett Hörer ansetzend. spielte er ein
ffchlichtes Lied: o Täler weit. o Hotzen . . . fpielte
m!t tzinrLisiendsr Imsiak'it und Einfachheit. dasi es
llana. als ob eine wunderoolle weicke fchmeichelnde
Nltstimme die Melodie aus tiosster Seele stnge.

Dann Leate er d'e Geiae wieder aus V0r Haud.

„Musik." saate er. Veide blteben ein paar
Auaenblick stumm. .Löenn Sie -einen Conntag-
nachmiitaa mit mir crleknn wiirden. wo frischest-:
Iuaend. siikeste kindhafte Weiblichkeit bei mir zu
East ist. würden Sie erfatzren. dasi ich noch viel
metzr Mustk aenieke. Ein Knabensopran von rein-
stem Klamr. cin unverbildeter Mädchenackt untz ein
alter Vrummbak sinaen Volkslieder. Dann wer-
den Mürchen erzätzlt. ttnd das Betzagen. wiirden
Ske dann. denk ich. auch nicht vcrmissen."

Dcr sunae Eraf schied aus seinem Bergrevisr
mit eimr hohen Frcude in seinem guten Herzen:
Was er angestr-ebt mi^, freundschaftlichster Tat. war

wahrlich gesegnet. wie dcr alte Psa^ttr es aenattnt
hckttö. Er köttrte Klir'.at^rts Freuttd? und Per-
etzrer voll berühicken. Deu sk' liebiett. ek tzatie stch
wl'edergerüttdett. Das, Lcbm w.ir thttt nicht mthr
eine schwere Lckst.

Alkerffeelen legte Mumen aus die Etaber ttnd
zündete ven Eestvtbenett sefküche Lichter an. Allcr-
heiligett hietz-ckS gtckue Tör, burch das man rn
d<n weitzen Mittter sittg.

Ntttt Höb sür KltttMütt die «rstze EittsckMkeit
erst an. Ntttt durfte et ckttj ilrre vol.'c Gttade
hossen, von der der Alte vom Nyern SLsprochett
tzatt«.

Die Welt fchien ftinör z« vetsesien. Kaum, dah
er noch Vriesc erhielt. Wer sich dcr Einfamk.'lt er-
eibt .. ach... der ist bald allettt!

Die Deffuche der Nachbarn hörten auf. Nur die
Mdrdhofftinder stiegen auch dttrch rio.elnd nassen
NoveimHerschnee. drrrch spintten-de Nc-bel getreulich
zum- Turme.

V-rrb Peter wckr ein Held Wcke IMMer. Zu ek-
kLhllen hatte er tiüttker ktwcks'. dts Mühte setncs
Mundes stand nie still.

Aber das Lactz-n Ler Eöa kvar. seltetter gcwok-
den. Dafür hatte sie ern liebliches- Etrölen ge-
wonnett, bns cffi fcheinbar urföMos mtt rckschcttl
AuffffmnMen Wrr thte Wattgett zog. Und ste barg
thu:r Alrhtzn schwarze lltttiest.'ft wiclfach hlnter lan-
iren dichten Msmpern. Beim Ekk)ans tzatte fich rhr
All ttoch verkiest und att innerÜchM Glanze zü^-
ncmmen, er ilcms nicht mehr knaveichckst kckütz
wie voroem, rrmr aber cküch lättgft nicht mehr so
fichcr, hatte härrfig ein bedenklstkAs TreMolo.

'KUttgHart stcllte dleffe VeräELttttürn mit la-
chelnder Nührung bei sich seibft stft. Es war so
lieblich, dieses längsanr-e Auffblühm zu beobachtcn.

Er verstckn-d nichi vlel von fnsspenden MaSckett-
see.sen, auf rrpltsernetr Sternen Mrstte er besier Be-
scheid. Er altttte nicht, wie dieses Knospenspren-
gen iäMerztzast ffeitt tottttte «nd bttter rveh tckt.

Dre tnnge Evck kitk Sck hettze baftge Sehttfircht
bedranSve ichr Herz. Ste wutzte ttichk, wötzln dicfL
ste führen wollte.

Sks fützlte ttirr, ihre Drrsit war zu eng, um alle
Lie heimlichen Empfiudüngett zu hegen und zu
tzwlken. Zerspringen wolltc si,' schicr... und das
schmerzlk'. datz man hätte schreien mögen. Doch war
es ein Schmerz, den Ewa tticht tzätte mifsen mögett.
so wohl tat er zu üleichir Zett.

Wjenrr nur ebcn diesen sützen Schmetzen nicht
noch das rvilde, bcchreudc in ihr gewiihlt und ge-
fretzen hätte... der Hatz, der ffaminende, unsinnise
Hatz.

Der Joffef Grasler ginA chr noch nach. wie rvenn
nke etwas sich zMUn ihueft zugötragen, das üller
Klttderffreundschafft Möcder geworden war.

(Fortsetzung folsrz

Neue Bücher

Elne ttette Reih« der änsslbucherei. ^
die'ffek Sammlttng. Sie sich in dett siebett ZaA
ihres Bestehens immer mchr zu öiuem iialtor
E^'istksleSöü ttttstrrs Vülkes enrwilselt hckt.Nm m
sich nickt mehr fortdenken katttt, rft Ukl2.!oemÜ>
siegangött. Wirder setzt sre fick aus zwöls Bav-
zusammen. die däs Veftreben ze'igen, Nr^.^bertva
itt Mr Litercktttren aller Zoiten «rrd Völk^t ckU!>(
spüren und ans Licht zu z ehen. Sö ftehen denn
dieser Rrihe Namett wie Äesop. Cckmo^, vkckrar
Kaluzo. Eögoh Tolftor. Verlckine ünd BjoM
neben solchen wie Eickendorsf, Wilhelm vott M
boldt. Anitelte vott Drostc-Hillshofs Uttv M« Kli'
ger. Die Fckbütt des Aöfop find mit 51 tzl
jcknitten nckck Dtrail Solis geschmiickt. Ftt Ga
moes desien Souctte Otto Freil>crr o. Tauo
übertragett hat. lörnett tu!r einen der gröMtt Lm
ker kennen. Rn dem .Mch vsnr Tee strsclireil
Okakura - Kakuzo den ckus dle Verherrlichui
des Schönett gearündeien Kult drs TeeS als en
Neliglon des Uttvollkommen-en. .^Takcks BUlAr
diä grotzartige ErZählunck Gogo 1 s vött SHlckchte
und Kämpfen zwischen Kosaken uttd Polett. «>'
usrt an das ep.scke VörbÜd aller Zeitett. cktt v'
An Vrr Novelle ..Pöliküschkck" bon Le

To

lftoi ift das DtobleM der ScMiüettschaft. ^

sür Tolstoi^tzier dcks Snmbol atter MeNscheNNök^!

Mik einer ^tttensilät uttb Tiese erkebt uvd gcha
keiner attderett Stillle oer rbeiz

tei wörden. wie^.. -n- ^

literckluk. Als Fre-rmv det ArMeir unb Krame
die !tzr Leben in dett trattk'gen Spttalertt ttetdrt
öett mAett. lernen wir Pattl Berlaitte m ve's
Vand ..Mi-ine Svitäler" kennen. Bsorn, ün
Ekzähluttg ..Der Drautmarsch" M eitte sS'ner WN
sten Bckuerttckeschicklen. Aus dem> rs,chen »oi
der deutsckett Dicktuttü st^mten Eickettdorft
Eed ckte itt eincr Arrswahl tton Albrecht Scha '
zu. die „Altdäniscken Heldenlicder" »nderUever
traguttck öo» Wilbelm Grrmm die klasM'^
-äülttva Die. ^rrdcnbucke" vöN Annette o. D r on

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Hülshoff. M der,Mckx llnhold^AlsiisMtie .

nen geschaifen hat. die die Stimmung oes - ^
ens darin meistertzast wiedergeben. Wllhei

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Humboldts Aufsatz ..Uebcr dle Ausgabe^s

s'chicktssckreibers" greist den EedantenSckillers n"
vom schöpferisch-lüttstlerlschett Umschckssen des ^
terials durch dett Geschichtssckreiber nckck Ancr'o»;
des dichterischen Versatzrens.


..Malerci trnd Zeichnung" fützrt Z-> autzürororm'
! Dcfinitiotten des Mesens der Ma

g.eistvollen ^cfininonen oes -roerea»
rn der Plastik. findet dattn aber 'N drr lör-ffe ^
die starke Subiektioität des Künstlers. um lck

lick den Kernoirnkt qller Kunst- und Stilbildu ck .
der Darstellung des menscklrchen Körpers
nerl. Der Preis ffedes VckndeS beträgt gebU'
mit farbigem llebLrzug 1.35 Mark. -
 
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