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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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^iteraturblatt der Badischen Z)ost

Nr. 1

Heidelberg

23. Iebruar

Ser Mergang ber SouaMvngrchie.'>

Von Prof. Dr. Melchior Palügyi.

Der ehemalige östcrrcichisch-ungarische Eesandte in Kriechen-
land. Daron Z. ron Lzilassy, der am SchtUs; semer Lauftahn
schweizer-scher Eesandter der „r-ngarischen Rexublik" war, sastt untsr
dem obigen Titel selne reichen und mannigfal-tigen diplomaiischen Er-
innerungcn ,;usammen. Sein Memo.renwerr bildet eine rrcht inier-
estante und an den enischeidendcn Stcllen cieradezu s-annende Lsk-
tiire, denn obwohl er nie in die rorderste Front der Weltlriegs-
diplomatie trat, ward ihm doch da? seltsame Schicksal znteil von
Mei aufeinander folaendcn Monarchen, dem greiscn ffranz 7tosovh
und dem jugcndlichen Karl an das Kranlenlaaer der steroensstechcn
Donaumonarchie berufen worden ilu sein. um gleichsam als Sach-
kenner, als Arzt und Va'gcl'er in höchstcr Noi W fungierui. Ls
hing förmlich an eincm Haar, daf; die Rettungsxläne des erfahrunzs-
reichen Diylomaten zuc Verwirclichu.na aelanzt wären, a er wcnn
sir auch nur Pläne Ll'ieben, bloste Willensanwaichlunaen zwe'er
Häupter eincs arostcn Reichcs, so gewähren sie doch manchsn lehr-
rclchen Einblick in die letzlen Zuckungen elner untergehen.en Drost-
macht und in die Eeistesncrfassuna der letzten Vcrlreter elnes welt-
pi'schichtlichcn Herrschrrha"ses. Wenn ke-nr an ere. so w'r> doch
wenigstens diese xsycholooische Bcdeutung dcn Erlnncrungen Szilassys
zuerlannt werren miissen.

Uebsrdies ist Varon von Szilassy eine Individualität von jencr
kescheidensn Vornehmheit, die symeath sch berührt und nicht iiotiq
har, die eigene Bedeutung in ein künstlich vorteilhastes Lichr zu
setzcn. ffr siammt aus cinem alten königstrsuen unoar.schsn Ee-
schlccht, war aber, wie so manchcr u«gar!scher Magnat, überall eher
als in der Hclmat ru Hause, cr crhrelt seine Erzlehung in der 'ran-
zöslschen Schweiz und in England, und verürachte seins oanze Laus-
bahn im diplomatiichen Dienste der habsburgischen Monarchie, auf
jedem Posten, der ibm anvertraut wurde, seinen Mann stellend.
Sckon im Iahre lSOg meldet er aus Tokio, dast es zu einsm Vsr-
ständnis zw schen Iapan nnd dem besieoten Rutzland lommen werdc.
Im ffiühjahr 1912 jchreibt er aus Pet rsburg, dast Oesterre'.ch-
Ungarn im Verein mit Deutschland zwar Rustland militärlsch i'iber-
legcn sei, datz abcr ein Sieg iibcr den Zar'smns die be.denllichs
stsolge habcn müstte, dast die Nevolution auch die Donaumonarchie
hcimsuchen werdc. Jm Sominer desselben Iahrss warnt er vor
der Untreue Italiens und fordert, last Oesterrsich-Unparn bsi Er-
neucrung des Dreibun'ies Italien gegenüber ssine lsbenswichtigen
Interesien in Alban'cn schützc, la es se'ner Nuffassunq nach viel
lcichter zn crwarten sei, dast ENyland sich mit ffranlreich und Rust-
land vc.ständigen, als dast Itälien mit Oestsrrsich-Unoarn gchcn
yverde. Im Jähre 191-1 berichiet er ans Athen, das; bei einem Aus-
bruch des Weltlrleges Rumänlen den Lockungen Ler Entents nicht
wid-erstehen und sich an ihrsr Ssite schlazen werde. In 1913 steht
er als stlolge des deutschen U-Vootkriegss vorans, dast England znr
Einsiihrung der allaemelnen Wehrvflicht schreiien müsse usw. Ueber-
haupt bekundet Szilassy ein nüchternes Urteil über die jewsiligs
politische Lage und ihre notwendigen Folgen. Dabei sst er „ein
trcucr Diencr seines Herrn" und denkt dnrchÄUS haüsburgisch, wie
mancher ungarische Aristolrat, der halb zum Oesterreicher wurde und
scin Vaterland nur wie durcki einen schweren Nebelschleier aus der
j?erne steht. Er befürchtet von Anbeginn den allerschlimmsten Aus-
gang des Weltkrieges und spricht es frühzcitig in selnen Berichten
aus. daf; der Hayvt-, ja der einziae Erwlg des Weltkrieges nur die
Zerstückelnng der Donaumonarchie sein könne. So stnnt er denn dar-
übcr nach, wie die Monarchie zu rettcn wäre, und aus diesem Sinnen
entspringen jene zwei merkwürdi'gen Denlfchriften, die den Haupt-
inhalt feines Werkes bilden

Dir erstcr dieser Denkschriften, d«e vom 9. November 1917 daticrt
ist, trägt dcn charakteristischen Titel: „Der zukünftige Pürgerkrieg
in Oesterrcich-Ungaru und wie man ihn verhindern kann", unö
wurde vom Avstenminister Erafen Czernin dem greisen Monarchcn
unterbreitet- Szilasty ward aus Konstani no el heimgerufen und
am 22. Janvar 1918 in sriiher Stunde von ssranz Iossph in Baden,
das ihm als Ha'.wiguartier diente, in Au^ienz emgfangen, die elne
Ctunde lange währte. Szilasty hatte se'ne Memoiren ganz der Dcnk-
art des Käisers anaepajzt und forderte darln die möglichst raschs
Beendigung des Meltlrisges, da Deuischland ein wesentlich anderes
Interesse am Durchbalten habc als die Donanm.onarchie, ferner die
Nbänderung der 30jährigen dnalistifchen Ver'assung des Äeiches, und
ihrc sehr mastvolle Trialisierung mit Rücksichtnahme auf die tschechi-
schen und lroatischen Bsstrebungen. Der Kalser fand groszen Ge-
' fallcn an diefen Vorschlägcn, aber er war löngst nur noch ein Schat-
ten seiner selbst uno Szilassy fühlte nur zn sehr, das; hisr ein leben-
der Wille mangle, und das; ssine Nettungsabsichten, selbst wenn ste
nicht schon verspätet gekommen wären, nur fromme Wünsche blei-
bcn müsten.

Das Verhängnis wollte cs. daf; auf den viel zu alten ein viel
z« junger Kaifcr folg«, und das; der noiwendige Zusammenbruch Ler
Monarchie schon in dieser kläglichen Tatsachs zu einem vollendetsn
symbolischcn Ausdruck gelanae. Der junge Kaiser und Könlg war
ein lebenslustiqer, liebenswürdiger Offizier. der, zwischcn enigegen-
gesetzte Einslüsterungen der Hofkoterien geftellt, eigentlich niemals
zu cinem Willensbeschluf; kam, ja auch nicht einmal die Kraft auf-
Lrachte, sich felbst auszuschalten, — was doch am klügstcn gcwesen
wäre —, nnd die Sorgen »m das versinkende Stnatsfchiff einem
energischen Kanzler zu iiberlasssn. Seine Richtungslostgkeit tritt Le-
sonders auffallend Szilasty gegennber zutage. Der Laron war auf
seinen Posten nach der Tiirkei zurllckgekehrt und vcrbrachte fast drei
Monate im herrlichen Ieniköj am Bosporus, wo cr auf einsamen
Ritten genügend Gelegenheit hatte, die immer tragischere Situation
! der Donaumonarchie zu überdenken. Die ffrucht seiner Ueberlegun-
gen war die bedeutendste seinsr Denkschriften mit dem Titel: „Dle
Rotwendigkeit einss sosortigen ssiriedens. selbst eines Separat-
friedens", datiert vom 13. August 1918. Nur gebrach es dem Ver-
faster an jeder Möglichleit, sie in die Hände des jungen Herrschers
s kommen zu lasssn. Da überraschte ihn eines Tages (0. Sent. 1918)
dcr unerwartcte Vesuch seines stfreundes, des Eensrals Düni, dcr
ihn als auserkorenen Autzenminister — wahrscheinlich auf Anraten
des Hofmeisters, Erasen Hmmadi und des dem Kaiser besreundeten
Mirsten Ludwig Windischgrätz — nach Wien zu bringen hatte Nun
scheint Laron von Szilasty endlich ans Ziel seiner Wiinsche gelangt
und die Lenkung der Schicksale der Donaumonarchie in Häwden zu
haben. Hier kommt jedoch die Unenlschlossenheit Karls zum Vor-
sck>cin, denn er vermag sich nicht zu entschliesten, den derzeitigen
Auszenminister Buriän zu entiassen, und die Führung der Eeschüfte
dcm ihm so sehr genehmen Szilasty annwertrauen. Die vollendete
Ritterlichkeit, mit der der nsuberufene Minister sich aus dieser ver-
kehrten Situation zieht, lätzt ihn zwar als einen Mann von echter
Vornehmhei erscheinen, aber deckt auch jene vollständigs Willens-
zerfahrenheik am Ballplatze auf, die ein nicht unbedeutender stfaktor
im Untergang der Donaumonarchie war.

Für den Daron Szilasty aber wa: es. wie der tiefer Blickende
«rkennt, sörmlich ein Gliick, datz er nichr dazu kam, seincn Rettungs-
plan durchzusetzen. Denn es war ein waghalsiger Siaats-ftre'ch
ohnegleichcn, Len er gegen das „altehrwiirdige Reich" im Schilde
suhrte. Wir sehen von den Schw'erigkeiien seiner Autzen''oli1,k der
Entente gegenüber aü, denn es mag ja sein, Latz er bei ihr einlgsn
»Anklang gefunden hätte, aber er hosfte, die sich gegen das Habs-
Lurgerreich empörenden Nationalitäten durch die Gewährung weit-
reichender Autonomien besänftigen zu tönnen. Er vermeinte die
dualistisch gezimm^rte Monarchie in der zwölften Stunde der

*1 »Der Unteraang bcr Donaumonarchie." Divlomatische Erlnnermiaen
»on Baron I. v. Szilassy. Verlag Neues Vaterlanü iE. B e r g e r L C o.)
Berll», ---—-^ ^ .

" 3 i r n

Lebensgc'ahr im Handumdrehcn in eine habsburgische Donau-
konföderatlon umwandeln zu können. (Von e nem ähnlichen Wahn
waren auch eln'ge rad-ilaldemokratische Nnhänger les Erafen Karolyi
in Bezlchung auf Ungarn crgrissen) Jn dem Momente. wo die
Nat onalitäten, d. h. alle explosiren Kräste des Nelches die Mon-
archie zu s:rengen unternahmen. mutzte ein jeder Versuch, der sich
dicser Spr-ngung widerjctzte — und elnen solchen plan e ja'Szilassy
—, ihre explofive Kraft nur noch rermehrcn. Der Verjuch wäre
an dem Widelstande aller aufgewlegclten Mlnorltäten unledlngt
gescheltcri, und der Habsburglsche Verjuch, sie alle noch zum letzien
Male gegeneinander au-izusplelen, um auf ihre wechse,e!t'ge Be-
zähmr-n' e'n neues sö :cr ertes Reich aufzubauen, würe auch mora-
lisch rolllg enilarvt worden, Jn Ungarn zumal g-ab es be nen
Magyaren, der die FiKeralisterung der Mouarchie nlcht als elns
Verzwelflungstat und ais erbärmlichsten Landesrerrat aufgesatzt
hätte. Szilassy sühlie Lies selbst, ja er sxr'cht es in selner auf-
r'chtlgen Wrife selbst a"s: „So wäre m:r dl« traurl-ge Ausstcht
zuteil geworden, als Zcrstörcr meinsr iausendjährlgen Helmat ron
der L'achwelt mlt Fluch erwähnt zu wer'.en." Vr l.at di'ese cntsetz-
liche Echuld nicht auf sich geladcn, und dorln k-esteht d:e unver-
glelchl'che Ironle im Schlcksäl diesss begabtcn Dlpionaien, Latz er
h'nterhcr sich glückl'ch fühlsn mutz, nicht's von d«m, was er wollte,
rerwir.licht' haben zu tönnen

H'nierher fällt alcr anch ein milder versöhnender Sche'n auf
den Erundlrrtum seines verfehlten Levens. Mas er vora:ssah, ist
elngelrossen: dle Donaumonarchie glng unter, aber woran er wen gsr
dachte, datz Ungarn der Sün-cnbock oieses Zusammenbruchs seln
werde: das ist in furchtbarster Welse ccfolgt. Im schönsten Kapitel
selnss Buches „Der Sündenbock Les Weltlrleges" erkcnnt er In der
Ironle selnes Lebeneoanges auch dle Traglk seines Valerlandes.
Warum mutz gera-de Ungarn der Sündenbcck des Meltlrleges jeln?
Trägt etwa Ungarn Lie Hauxtschuld an der euro, äischen Ka astrophe'?
Warum mutz ein Drltteil der ungarlschen Nasse seines Vaterlan.es
verlustiz werden? Biellelcht. weil es treu bis ans Ende die Ver-
pflichtunren gegenüler selnen Bundesgenossen ersüllte? Und warum
werden jene Minoritäien lelohnt, dle untreu dem eigenrn Re-che
sich mit ihren Freischaren dem Fe'nde ä: jchlossen? Nlemals während
des tausen^jährlgen Vestandes des nncarlschen Reiches war-n die
Slowaien Vürger des tschechischcn Staäies, wie durften sie trotz^em
Tschechien elnverleibt werden? Und 2 ebenbürgern, das doch in Len
irübsten Zeiten Les Ungartums, im 16? und 17. Jahrhundert der
letzte Schutzwall und die Hochburg des magyarlschen E^an-ens war.
w!e konnle,es Rumänien zuerlanut werden? Und welches Anrccht
hat der Dallan a :f den blühendsten südlichen Teil der unsar'.schen
Tiefsbene? So türmt er diese Fragcn zu Anllagen gcgen Las
Scblcksal auf. Ater wenn jcman.em, so llcgt eben ihm -dle Erklärung
dieser Tragik nahe. ' Denn wenn die edleren und ialcntvolleren
Söhne elnes Lances ihren Ehrgeiz der Netiung fremdartiger im-
xer'al'stischer Eedanken widmen, die dem Unlergang geweiht slnd,
dann tann es sreilich dem eigenen Lande nur so erg-ehen, wie es
Ungarn crglng, Selten ward elnem geistvollen Mann, edel, kühn
und rittcrl-ich sast bis zum Leichtsinn, eln Los zute'il, wie dem Baron
von Szilasty: an Ler Erfolglostgkeit seiner Lebensarbeit zum klar-
blickenden Philosophen zu werden.

Sücherbespnchiingen.

Wlltzek« Tvener: ..Dchwermut der Jahresreiten". Verlas McnvoLIt,

Berlin. Di« Leitiir« dicler Errählung siimmt trauris, ntcht so lehr ivetl
ihr Jnhalt lonberlich ichwermiitig wäir. alk vor allem -deShalb, weil man
w-ieder cinmal cincn Tichter, der fein, e-rnst nnd innia bsaann, an dem
litcvarlschen Gist ber Gegenw-art krank w'erden steht. Eiu Srbnitzlcrscher
Zu« geht durch diss Buch, nur noch ein bistchen uwrbider, «in bitzche»
vcrrenkter. Dies Sich-verlieren eines tuliüeu Äienschcn, L-rr von der
lackicrtcn Lidus-ge-snndbcit cines Landcrzicbun-osbcims auL-aeht, tvielt leile
mit allen tleinen Pervcrsttäten: Knabenliebe, Sadismus, Gcschwisterliebe
klinacn an. cine widcrlichc Velaueruna jc-k-cr SiKuntioii, iedcS Gcivrächs
mit Aienschcn schafst eine aauz unnaive Ucbcrwachheil, in dcrcn crellem
Licht schlictzlich ic-tes E-:-fü1il unwahr und bcmutzt-aestelit ivird, und wenn
lchon die „Fahncn dcr Adcu" d-urch allc Verirruuacn bin-d-urch bochaebaltcn
u iid, »lo iieima-a man in ihren meuschlichen Ernst eb-nso .ivenia wis an
di-c geleaentlich die Psvchologie unterbrechendcn Natur-schilberunaen mit
üreube zu nlaubcn. Wie die Literatnrströmun-a d-:r Geacnwart bie eiacne
Ohnmacht durch Aussuchcn ieS Exo-tischcn, Vciremdlichin zn vcrschleiern
tr„chtet, so sucht auch Svever das Origincllc im Gcwaltsain-Erdachten nnd
Gcsprcizten. TaS Besie an Licscr ErzLbluny sinL ein v-aar aute. tresfen-üc
Leobachtunasn a«S dcr Cvbäre b:S Psychole-aisch-M-cnschlichen nnd ein
von nvch kciner Aiodetorheit verdorbener acvslcat-rr Stil, dessen Rbntbmus
bin nnd wieder einen H-auch wirklichcr — nicht nur varfümierter — Schwer-
mut vermittclt. 3V. v.

Vereiniaier Musikcr-klalcudcr Heste-Stern siir 1SLÜ. D-rci Bände:
Notisbuch und zirei Bände Adres.buch, g-ebi Lböü Mk. einschl. aller Zuschläae.
Niax Hesses Verbaa, Verlin VV. 15. — Es mar ein nnnüticer Kräftevcr-
br. uch. zwei eesonLcrte Kaicnder dieser Art nebeneinaud-ir besiebcn zu lasscn.
Die Vereiniguua beidcr -und dic W-erbiuduna dcr Hcsseschen Nus-siibrlichkcit
mi-t dc- Stcrn-schen lcichten Uc-bersichilichleit- dcr am Schlutz aoaebcncn, ictzt
auch erweitcrtcn Adressentascl kommt dcr ncuen Gesamtarbeit ziiautc, di-e
jetzt fttr jcdcii, der a-u-s musiia-lischcm Gebiet etivas nachlchla-aen will, nicht
zu entbehren ist. Tas völlia neubearbcltete Merk bringt jetzt auf ctwa
I»v<i Sciten ciuc 8-ülle sorasüitigcr Ermittelunacn. Das Notizbuch bchiclt
scin autes Schreibr-apier bei, serner d-en E-cburts- und Sterbekalendor,
serner enth. lten dic Bünde das Verzeichnis dcr Bttbncn, dcr in- und auS-
läubische.n Zeitschristcn und Berbandöoraaiic. der Konzertdirektionen, Ver-
ieaer, Ver-bände und Stis-tnnaen, dcr konzcriicrendcn Künstlcr nach Jnstru-
nicntcn scordnet. Dcr CtädteteU z-ciat bei iedem Ort die m-ii-sikalischcn Vcr-
bältniffc au-f und aibt die NnsKrisdcn von etw-a RiOOv Musikern. Die
jetzt besonders schiver ru crmittclndcn AuLlaudsanaa-be-n ttbcr Schwciz,
Tschechos!ow-al-ei, Holl-and, die nordischen Ländcr usw. sind dcm Bedarf cnt-
sprcchend evweitcrt.

Dcx Volkskönia. Von Erich L i l i e n t b a l. Verlag H. R. Engcl-
mann, Verlin. Ein Mert', entsiandcn a-us bcw bcitzsn und chriichen Bc-
mühen. die G-cschebniste der Nevölution dichtcrikch so zu aestalteii, wie es
viclieicht bätte lomiueu löinien, w.'nn ein jilngir und schivärmerischcr
Hcrrsiber sich sclbst au die Spitzc der Uuzufricdeiieu acstclll und ibncn ibre
Wünsche nuf leaalcin Wcge ersttllt häitc. Dic Geacnsützc srnd irssslich
bcrauScearbcitct, atte Tvvcn der Liibrer lommen zn ihrem Necht. iowohl
d-cr altc Könia mit scincn Paiadincii, wie anch die Vollsmänncr, die allzu
schuell sich nudcrn, wcnn tts Wobllcbcn nnd Dtacht aekostc! babcn. Die
Svraihc ist edcl nnd von tiesem Wobltlana,. sic erbebi sicb oit »u cvischw
Söhe und bietet iusbesondere b-ci Naturschildcrnnaett ctucn reiuen Gcilutz.
So maa man in d-cr lvannend durchacsiibrtcn Handluna ttbec manche Un-
u-.abrschcinlichkcit biiime-aicben und mit ivirklichem Gcnutz dcn Pliantasien
des T-ichters in cine schönere Welt, die uns so nihe war und ietzt so
scrn ist, solgen. ck. U.

Heid«lberaer Erlunerniiasftäite«. Elne Wanbcruna dnrch dic Jahr-
hundcrte von Otto Eartellieri. Verlag »vn Willy Ebria. Hsidcl-
berg. Ein wcrtvollcs Bnch, das jcder Bib-liotbck znr Zicrde acrcirbt. Auf
knavvcm Naum znsammcnacdrnnat, abcr docb erschövscnb, aibt uns dcr
Versasicr tn sicbcn Aussntzcn cinen Nnckblick auf die reiche bistorische
Vcraanacnheit der I ltcn Irai'tcn Ncckarsladt. besonders f.-ssclnd der Nbsatz,
der von bcr iurchtbaren Lcid-enszeit untcr dem Mordbrcnncr Meloi bc-
richtct. Und dann dcr vräcktiae Vilderlcbmuck! Ucbcr 40 iil-bbildunacn,
jcde cinzclne cin kleineS Kunstwerk sttr sicb, »eigcn dcm ciitzttcktcn Nna«
die unv:raänalichen Scbönheiten dieser Perle am Neckarstraiid. Ein ge-
scbmackvollcr Einband aibt dcm Ganzcn dcn stinniiungSvollen Nahmcn.

D!e Pciische, erzählendc Dichtunc- vvn H c r m a n n K e s s e r.
crschien vor cin pa-ar Jahrcn — ungeia'hr zui Zsit. da man dcu
ExpressioniSmus am ernttcst:» nabm — in dcr „Neucn Ziirchier Zeitiina".
Jetzt lic-'t sic als Burb vor, vom Verlaa dcr B tt cü e r it u ü e a m
Muscum, Wicsbndc n, in bcsonders schöncr Antiana acdruckt.
Jnzwisckcn beainnt dic soLcnan-iitc Ausdruckslnnst mit ihren blufsartiaen
Willkllrlichleiten und überbedten Temvi allbereits wieder matzvollwcn
Ström-unaen Platz zu w.acben. Jmmerbin wiid nian in Hcrmann
Kesser cinen der taicntrollstcn Vertretcr dirscr Bcwcauna von aettern
achtc» miissen. Selne „Pcitschc" -— im römischcn Zirkus ichivinat stc Maro,
der Ivanische Wagcnienler, Tauscndsicger der Noten. ausrubrnitscssclnd
aeca'; LcS Eälärs achciliaie Mc.jcttät — dars man als präanantes Bci-
jpiel LUter crvressivnislilcher Schube bezcichnen. „ l-. v. L.

VerZeichnis der neu eingesandten Vucher.

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tDie Nedaliion behält stch die AuSwabl ber zur Besvrechuiia s

Werke vor.I

Pbilosovbte, Litcratnr-. Kiiusiaclchichtc «. i.

CoeIlen: Die Siilcntwicklung der Schrist. Arladcnvcrlaa
Tariiisiadt. .--illie

Schäfer, Hcinrich: Von ägyptischer Kunst. I. C. Hinrims
bandluna, Leivzia.

H. S lb in i d t s Kunstreviere: ELuarb von Grützner.
lag, Mittnchcn.

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v. Blumcnthal. Wcrner: Dcr Kamvf um dic beutschc Secse- ^
der icuischcn Kul-turacmeinichaft Wirken und Wollcn.t

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EIslcr: I-. Müüer-Lycr als Soziolog und KulturpbUowv -

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Trill-ler, 8-ranlfurt.

Salmon: T
Kunst unLA

Debo-ld, M'iincheii.

Vuber: Jch uud Du.

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ie Kunst im F-ilni- Vcrlaa Nurora, DresdcN- st-u
ntiauariat: Zeitschrist sür Kunst- und B»-"

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Jnsclverlag, Leivzlg.

Bocvple- ^rlill-

H. A-'.st
ArbeUc'

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Navbtali: Jm Zeichen Les Währunaselenbs. Frailkslir"-

drnckerei. „„t-r»^

S ch m i r 4 - F i s ch e r-S t-r II tz : Geldcniwcrtw-Ü und llll
Jndnstx-ieverlaa Svactb L Linde. Bcrlin.

Tchöne Literatur.

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zig. Preis N- 100.—.

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B-rlin. "

A n L c r s e n: „Jngendcrzäbluncen." Schncider. Verlln.

R c n k e r, Gustnv: „Baucruuot." Roman. Grethlciu, "

Watzdori. von: „Es war einmal." Jagderinncrnnaen. , K-

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schichte. Verlag P. Stceacmann. Hannovcr. —-„„el-
N a I n a l t e r. Erwin: Ter Einsatz. Skovcllen. Verlag Sti-v „z-si'
berg !. B. L-isi

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Verlag W-aiter Sciikcrt. Stuttgart.

Humor

cistisi^^
rlaä,

ziosi"'

S-

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Langcnscheidt. Paut: Hcute ist hcut' P. Langenschcidt. 2^-gcr»"'
Solli'er: H-imckcnbrincks Enaelchristin«. Widder-Verlag-
Franck: „Tic Kovvcl." Widdcr-Vcrlag, Berlin. ^,ü,be> ^

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DicderichS. Jena.

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Wila-Almanach: Wicner Literaturanstalt.

G«dl»t-. chba^l"^

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Bcrlin. -

S u v s, Peter: Musik aus Einsamkeit. Envborion-Verlag. ^

Me y c r. E. F.: Gcdichtc. lVolksiueycrü H. H.cstcl. L-E»,--



A'-x-ast^-

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Verlag Äl-rora. DrcSdcn.

Bcckcr, Jnl. Aiar.: Ewig« Zeit. 12 Liddcr. SelbNverlaa-
K a u v e. Küstcr: iviullcr und Kinü. 2l. Markus und E.

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M ü l l c r. Ewalb: Heimat. Ausgelclcnc Gedichte. Laustv-k

VcrlngSanttalt. Eottbus. „,i„ziä-

K u h, Anton: Von Go-:thc abwärtS. E. P. Tal L Co..,,-o" Zt"»'./l
F r a n k c. H..nS: Veireiung. Gcdichte. Vcrlag Waltcr ste-ä-'"

B r a z i l. Max: Die Sutansvuvpe. Gcdichte. Verlaa v- ""
Hannover. , , z,

Z o c l l n e r. 3>iarg.i Neuc Gedichtc. Fehscnfcldt. Freiburg '

H au 8 man u: Trciidc«lich allcrmege. Elwcrtjche Veklagcu
Diarburg a. d. Lahn.

Ätpv. Rudi: »Krets des ErlebenS." Gedichte Pierson. Dl---«-

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