üHrgang - Ar. 78
crlcheint wSchentl. Itebenmal. B-i Dtvasr-lia ,So
Mreltag»! - Literaturblatt - -otbi«b«>b,Ilagr imonatllödl.
- ^eltras« ohne Aerantwvrivng. Nkickl:-,dunr> nnr, wenn Porto deilieat-
Heidelberger Zeitung
(Gegründet 1858)
u«d
Handelsblatt
SlenSIag, 20. Mrz i»2Z
tz-iwtaelchLkiiNelle a. EU-rlstletl«. dee.Padilchen !irol1"Hetv«lber>,,Hauvtftr. SS. Fernsvr.:
üi 182 lB«rlaq»ort: Franlfur« a.M.1 Berliner Dertretnng: Berlln 8iV 18. Zimmrr»
ftrobeS, Fernspr Lentr.il», MünchnerBertret. Münchcn,Sseorgenstr.»17, Fern pr.8I6S7
*oMch,s.»o,i,t yraukfurt a. M. »141»
Boftrcheck.chonto: Wranlfurt a. M. V141»
»»b^U.wx^^reis ver .Bad.Poft' Mr.SS>« - i-u»schl. Snstcligel-ührs. Selbftabhol.MI.S1VO.-. ««Slanv Mk.vövv.
" ^!> > >! rum S. sed.Mi» angcnommcn. Slm l u.8. noch gelies. Zeitnngen ftnd nach d. Einzeiverkaufrprelr zu l
^t'inzelnummerMk. 140.
,ube>
Sst die 8«>tung am Erschrtnen verhindert, bcstehl kein Anspruch ans TntichLdigNng
^-L^kvhte Sichecheii" Frankreichs
°^'ierten Beratungen. — Eine neu« Rede Loucheurs.
Loudon, 19. März.
,'ijö Berichjerstaller der „Times" schreibt, es verlaute.
Auzeigeuvreis«: di«4t MM bieite Nonpareillezeile kostet:lotal« S«ellcnge!nche MI.80.-. kl.Eelcgenheiiaanzcigen Mt 100.-,
Famtlienanzeigen Mk 80.—. <S«lchLsl,anzeigen Mk. 175.-,flinanz- und Jndnstrieanzeigen Mk. SSO.-.mit Platzvvrschrift nnd
MvniagrMk. 10.- mehr. Dte V8 mm breite Rcklame et>e koftet Mk.600.—. «nzeiaen nnd Reklamen vo» -u»wSrt, LL°/» höhrr.
« ils?^ienNegierung die britische befragt habe, ob Grotz«
-^No°^ll, h;?k"eigt sei, fich an Len Matznahmen zu be-
estimmt seien, die Abrüstungsbedin-
Deurschland gegenüber zu e r -
h^le d^zü ..
- n. E'edensvertrages
„ 3-n ?uch der ialsächliche Arortlaut der französischen
Waffen sein möge, es sei klar, tatz formell eine neue
„ "U werde und latz die Tür für internationale
Frankreichs geöfsnet
entiellen mili-
weri:e, weroe
dV'^«-rtzanülungen von oer ^raas oer Reparationen
«4s ? cherhelt auszudehnen. Wie erinnerlich. seicn
I»°tall^3ebro^?'^ene Pläne zur Lrzielung der Sicherheit Frank-
h,N h."°rten worden. Der eine Plan sehe die Schaffuna einer
i? iit „ N? internationalen Kontrolle der Rhein-
Äv;- isi-> ^ah ne n r>nd ein anderer Plan die Ent«
>^!s°!,^ren v„""^öes linlen Rheinufers unter der Kontrille
Üern - ^tere Pläne umfatzien die Schaf^ung eines
e s Niit autonomen Befugn-ssen und ler, ^
^Nl tz "nken Rheinufers nnter dcr Kontrolle des Völker-
m Ü F'rav^atter der „Times" zufolge scheine der augendlick-
«la^i w^i t^rchs in der einen oder anderen Weise eine end-
!d s r " r u n g Ler künftigcn Beratungen nnd. trotzdem
. o „. .'g hingestellt werde, eine allqemeine Erörterüng
ich-denti' "
Es ^.^tet werde, in "ihrer angenblicklichen Gestalt nicht
»i?diesp ^ daher erwartet, datz Poincars kald seins An-
- «»»- östentlich betanntgeben unö erklären werde,
um
werüe,
^»?^^kenft»?^Ee ö'fentlich betanntgeben und ertlären w!
M»o» Zu Raumuna des Rheinlandes nicht genüge,
>-»-h z>°kitj^ SeZnen. Im Zusammenhang damit feien Andeu—
datz unter gewisien Umständen und unter ge-
- P werhx^ i-j" em militärischer Earantiepakt wieder an-
ab„ in Paris gut aufgenommen worden. Ein sol-
ejft "üchkeit"«*^' w:e der Derichterstalter hervorhebt, aller
°E», »ew ik»p» genügen. um die Franzosen von dem Wunsche
^ukriüg^ Sunstigeren Rheinlandregime, als sie es jetzt
S-'Ä
lie'
t
da«
der
e franzöflsche Minister Loucheur hat sich
)ie „gesährdete Sicherheit" Franlreichs hinzu-
?de, dic er in Grenoble gehalten hat, er-
>° --r /Ä",i'!ch- Deutschland von heute sei von d.n
»e „ » »o-b Bismarcks aufgebaut worden. Die Deut-
!!>?i>cr Ü'ch-iNenn^Ii "uf das demotratische Regime einqestellt,
Mwin», » einsührcn wollen. Wer sei eigentlich der
bg^begrjks wiai? Ein Rrichstag, der noch im ersten Freiheits-
^>>.,»u»°°. ksiö-"^!-.oder -iwa Staatsmänner? Er, der Redncr,
!chlvn^i"en q-^'tik üben. Er wünschs dem heutigen Deulsch-
n.„.-»-h,ers. Man habe das Para- oxe erlebt, dag
. te "ichl- bezahlcn wolle, sich s e I b st zu
Regj
A«'.)>ch1'>-,.dch< ..
»>„ V.einzpr.-,i,Franireich sei genötigt gewesen, in das
>» k». dn> s°„„,.!ren, um sich bezahlt zu machen. Jn dem Augen-
e Fayne stch entfaltet habe, seien alle Fran-
->ev„—getreten, wie er es in der Kamm r aus-
?e>>« Un^ÜL °esrb/^?^^ich !»i mit dem Höchstmatz von Milde
MÄlu?. idnuigch?iien (welche Lüqe!), und hervoriagende Amcri-
c »Si» !"Üte i>el>en Fran reich Gerechtiqteit wiüerfuhren.
V- tng^ Wachx,°?..n>cht einoilden. datz es Frankreichs Entschlutz
c->»reun-r>, ronnl-
N«- ?>?
.r'vekr
,i^j^<>ch/--d icine
Frankreichs Leben sei ein normales
-iciv -v, - <»ine produktivsten Provinzen einqebiitzt
D-, ??est njL', Daher ist auch Deutschland nicht rerarations-
rV >st ^ !chiand t>em Mahe. wie Frantreich es sordert. Die
»!»», »r'kjÄ es b?abe das Wort Rietzfches vergesicn: Das beste vm
.V^Sen »e sort ? b'egcr die Furcht vor der Niederlaqe nimmt.
'io °.» n!>„ünterbr'a,it.??'iireich babe der Vrüsieler Konserenz die Bc-
renen cs das Ruhrgebiet wiedsr zu
. „ Dedingungen seien sehr vernünf-
für seinen Teil habe jedoch noch etwas
;as sei die Sicher-
«r -e.« Lnl."wl rati«,'; cnqu>ly-lranzomcy-amerikanische Esnc-
, t» 'cherü^-üg. Fl!>iL."! worden. Es bedllrse also nunmshr ein-.-r
?!eiü!nr»i Fran-e^L'ü? wit der Nuhrirage mühtc diese Frage
K °'N wiiütpn ^ erörtert werden: die rheinischen
!>«I,üoq E^i°r, Preutzen losgelöst werden. Aber
!chlok"«!chlc>nb biefe Prooinzen wirtschaftlich und poli-
i>e» ü i>e-°»§oukbe„^i^nnen wolle. D-.e öffentliche Me'n >ng der
»i»,,« si» ^nngei« ^„°^S>nn1 begreisen, datz Deutschland die
Ngel« ' °"9>nn1 zu begreisen, datz Deutschland di
ourck, ub"i°w Willen iiberschritten hat und Latz d«
iet nn» bicherheit Franlrsichs verbiirgen lntz..
drherrschgA -ieiner Vorherrjchast und es will natllrlich
'wnft selbst erdnlden. (!)
.«''f"»^^wl>senliiord!n Sssen.
t M ru-u S Nach französischen Angaben ist
ntz 8 ^ n e > i Esiener Hauptüahnhos cin sra « zö -
ss-iv.' ür M Posten ö?»" U ° " worden. Da die Franzosen anneh-
ir^inz^üing srüb D-ntsch-n crschossen worden sci.
°»t^Wl,^'"rdn«tx - böeiseln solgende Herren verhastet: den
P»^ Syndiku? lD. Lpt.) in seiner Eigenschast
»l t °, wcr. Handelstammer: Landesgerichtspräst-
>>b, °ikrt-!.».°win je ei»? Direktoe der Essener Reichsbankstelle
°» » 'st »Srsunden ^ ° de wurde von den Franzosen ge-
>>th °rnb "n.tzerordxnjij^
' ^uu'Nohl be??"^fischx.M^"»nd. datz ohnc jede llntersuchung
Se°?k7°'i° MeE?^!" Deuischer als Täter bezeichnet
'Ücner An!ch>,u,;^° ^ ^as Liignerische derariigcr aus
nsihuldiüunaen sich h"„a.,sgesteM hat, Die
Stellung der Besatzungstruppen zur Bevölkeruno des Ruhrgebietes
muh doch wohl nicht so überaus herzlich sein, wie französische Vlätter
sie rarzustellen Lelieben, wenn man stch Lergestalt von den Deutschen
verfolat glaubt. Das heitzt in Wirllichleit glaubt man es ja selver
nicht, sondern verfolgt mit diesen gemelnen Anwürfcn seine ganz be-
sonderen Ziele. Bezeichnend hierfür ist das, was sich unmittrlbar
nach dem Vorfall zutrna. Die Soldaten — befonderem V.rnehmen
nach von Puer nach-Esien verlegte Truvxen — mihhandelten
alle Zivilpersonen, deren sie habhaft werden lonnten, plündertcn
und zerstörten die Verlaufsstellen innerhalb Les Bahnhofs-
gebäudcs und dranqen in ein Zimmer der Eisenbahndirektion ein.
I as sie vollständrg demolierten. Alles . Matznahmen", die anf
eine ofsenkare Reizung der Derölkerung hinzielen.
Sie rheinische Währuog.
Ecldschwierigkeiten im bcsctzten Eebiet.
Von unserem 8-Korrespondenlen.
Paris, 1g. März.
Ueber die Pläne der Einführung einer rheinischen
Währung im Ruhrgebiet und in den Rheinlanden ersährt der
Mitarbeiter der „Jnsormation": lleber diese Fraqe fand eine Kon-
ferenz statt. Von belgischer Seite nahmen an ihr teil der Dirsktor
der belgischen Nationalkank, und sllr die Bank von Frantreich die
Direktoren Strohl und Eravieres, Nach einer Vcsprechung
mit Tirard und mit dem belgischen Oberlommisiar fuhr die Kom«
misiion nach Düsseldors. wo sie die Währungsfrage mit d»m
Eeneral Henry und mit dem F>nanzinspektor Dariac prüften.
Von dort aus begaüen sie sich nach Esien, wo ste mit dem Obersten
Voisin nnd mit der italienischen Jngenieurdelegation eine Bs-
sprechung Lber die gleiche Frage hatten. Usber das Ergebnis der
Misiion lätzt sich zurzeit nichts Bestimmtes mitteilen. Es wurde dar-
über beraten,
was zu geschehen HStte, wen» das Reich fich weigern sollte,
weitere Eeldsendunge» nach dem Ruhrgebiet z« fende».
Einstweilen HStten die Franzosen und Belgier allerdings noch qe-
nügend Eeldmittel >n der Hand, da sie etwa 14 Milliarden Mark
konfisziert (gestohlen!) haben, aber wenn Deutschland keine
weiteren Eelder mehr nach dem besetzten Gebiet
senden würde, so würde die Einführung einer
neuen Währung sich als notwendig erweisen. Man
müsie vor allem auch die deutsche Reichsbank autzerstande setzen, auf
den Kurs des Franlen einzuwirken, nnd da habe stch gezeigt, kah
die Re'.chsbank in Düsieldorf grotze Frankcnspekulationen unternom-
men habe. Dies könne nur verhindcrt werden, wenn Franlreich und
Velgien über genügend deutschs Mart verfügen. Allerdings könne
man sich noch einige Martguthabcn verschaffcn, indem man ein-
sach weitere Eelder beschlagnahme. (!)
l
Sie MerdröSiilig der Wchrheit.
Wie man dis garantierte Presissceihci! achtet.
' «oblenz. 18. Marz.
Die nach''olgende Aufstellung g>bt ein anschaul-ches Lild von
dem Kampf der französisch-lelg.schen W dcrsachcr gcgeu di.- L er-
künder ber Wahrhe t, die oeutiche Presse. Von ocn im atl-
besetzten Eebiet und im Einbruchsgebiet ers eins-,d n
etwa 1450 Zeitungcn sind seit Veg.nn der R.:br<Pkt on .45 ,ür
tängerr oder kiirzere Zeil von der d heinlandkoml, is on unter-
drückt worden. Verurteilt wurden 12 Redatreure und
2l Verleger zu Eefängnios ra en b's zu and-.rlhulü Iahrsn rnd
zu Eeldsirafen bis zu einer Million Ma^k. Mil i r n - ani-ilN
ausgcwiesen wur en 18 Re a eurr und n:un V.rl ger. Bsi
l>3 im n.^.oesstzen Erbiet erschein.nden Zeitunqen wurd: d e E i n-
fuhr ins besrtzte Lebiet siir - a.ernd oder zeitw.ise unierjagt.
Wcnn man" dem geeenüb<>rstellt, daf d e Fr.-nzos.n ei-e Flug-
b l a t t -P r o p a ga n d a ohneg e chen le.r i en und da; sie cera.-e
in den Eebieten. in denrn zei'ws se sast alle Ze tungen v rbot.n
waren, die Bevölkerl Ng mit Nachr chtenllättern und Fl asch- f<>>
geradezu llberschweTnmlen, und wcnn man a- tzerdcm in Bst acht
zieht, in welchrm ToN die fran ösische Armeezei ung „i.chv du R n"
und das vom französifchen PrMsd enst in Koblenz i.eraus egebeue
„Nachrichtenblatl" d.e .euljche Bevöl erung, die deu .ch: R»a erun ;
und die deuischen Behörd n verhohnen und heruntersetzen,
dann lann man sich cinen Benr f; davon machen, wie e; rm die im
Nheinlandabtommen garanticr e Pressesreiheit und das Necht
der öfsentlichen Me.nungsäugerung bestellt ist.
Die schwrerige Kohlensteuer.
Pa-is, 19. März. (Eig. Drahtm.) Die Erhekung der
Kohlcnsteuer im Ruhrgebiet macht grotze Schwierig-
keitcn, da das Kohlensyndikat belannt gibt, datz es allein sür die
richiige Bezahlung der Kohlensteuer an das Neich oerantwortlich sci
und nicht die einzslnen Zechen. Diess Behauptunp wollen nun die
Belgier und Franzosen nicht gelten lasien, und crklären. datz sie nur
den deutschen Eefetzen zur Eeltnng verhelsen (!?), wsnn si« die
Kohlensteuer erhebcn und für ihre Bezahlung die Aussichtsräte der
einzelnen grotzen Aktiengesellschasten verontwortlich machen.
Wichtige Zugestandniffe an Solland.
Paris, 19. März. (Eig. Drahtm.) Holland hat von Vclgicn
und Franlreich ein fehr w.ichtiges Zugeständnis erhalten.
Die 10 ^ige Ausfuhrlaxe wird von Holland nicht erhoben. menn
die holländischen Firmen einen Vertrag mit den deutschen Liese-
ranten vorweiscn lönnen, der vor dem 1. Januar abgeschlossen
wurde. Die Aussuhrerlaubnisscheine können von den holländischen
Firmen eingeholt werden, vor allem sollen auch die Lieferun-
gen deutscher Kohle nach Holland wieder ausge-
nommen werden. Tatsächlich sind schon heute drei Kohlenzüge
nach Holland durchgelasien worden. ^
Me Berleilung der Ruhrhilse.
1V4S Waggon» Lebensmittel an die Ruhrkämpser.
Minden, 19. März.
Jn diesen Tagen fand in Minden in West'alen in der Zwelg-
stelle der Landwirtschafts ammer binr Leiprechung w:gen d:r Lrga-
nisaiion dcr Derteilung der Rulrhiife, sowe t es sick um Leb ns»
mittel handrlt. statt, unter dem Vorfitz des Reichsrrnöhrungsm.niste'
riums. Bcte ligt waren d.r Reichsausschuö der Deutsche»
L a n d w i r t s ch a s t, die L a n d w i r t > ch a f: s ka m m e r W e st»
falen, fcrner die Hauptvertcilungssteltc in Essen,
das Neichsverkehrsministerinm und die Eisenkahn»
direktion von Hannooe r—E lbersel d—E ssen. Allers -its
wurds anrrlannt. taz die Lebensmittelspende der Land»
wirtschaft fiir die Ruhrhilse die höchsten Erwartnngen weit
übertrofsen haie. Vom 25. Februar bis 3. März sind e wa
249 Maggons mit folgendem Jnhalt zur Versendunq gekommen:
Eetreide 20 343 Z r.
Kar'offeln 26 3 8 Zlr.
Mebl b702 Ztr.
Hmsenfruchte 570 Ztr.
Speck, Wurst, Fleischwaren r-s Ztr.
Butter . 822 llr:
Kase 4 803 lr»
Zuccer g,< g»
sonst. Lebensmkttel u. grmischte Sendungen 883 !c?
E>er 17 94, i-ijtt
Kondensmilch 30 Kisten
47 St .ck Vkeh
Jnsgesamt sind also bis zum 3. März für das Ruhrgebiet ver-
laden 1049 Waggons mit Lebrnsmit'e.n aller Ar!. Daven sin., nach-
weisl.ch in den Lesitz der vorgese'encn Empfän er 123 Waggons
gekommen. H erfür liepcn die Emp anqs e -itirun en bei der
Zweiqstelle Minden ror. D e au- den e-st n Ali: geringe Zah! ber
Empfangsbrstätipungen wird versiändüch, wenn man beteukt. wie
lange die Waggons ,-nterwegs fein müssen. O f zielle Sckwieriqkciten
trofsen.
D-e Zweigst-ell« Minden verteilt nach Anweisuna der OSer.
verteilungsstelle HauptgeschäftsstelleRuhrhilseEssen.
und zwar wird von dort aus wöchcntlich festgelegt, wi« in der
kommenden Woche verteilt werden soll. Das hat qegenüker eincm
feststehenden Schlusiel d«n Vorzug, datz man von Wock« zu Woch«
ausg.« chen kann. ALfe ulsung -der k-ersitgestellten Lekensmiltel
wird nicht mehr, wi« es srüher verschieden.lich vorqekommen ist, ver»
welgert. Nnr in dr'.ngenden Ausnahmefällen kann manchmal nicht
sozort verfugt werden.
Bei der Dekiaration eines Waggons ist dieser nickt allgemetn
als für Lebensmitiel zu deklarieren, sondern der J'n h a l t ist zu
s p e z i a l i s i e r e n. Für die Verteilung ist der Eesichtspunkt matz»
gekend, datz nicht bedacht werden die Leute, die in Lohn
und Vrot stehen. Jm übrigen
«rfolgt di« Berteilung ohne Riicksicht aus die Konsesfion oder dl«
politisch« Richtung.
Si-e kommt vor allen Dingen neben -den notieidenden Personen auch
den chariiativen Anstalten zugui-e. Die Ruhrhilfe der Landwirt-
schaft ist auch nicht d-azu Lestimmt, einige Städte mit billigen Kar-
toffeln oder fonstiqen LcLensmitteln zu versorxen. D e eigentl>che
Vcrsorgunq der Levölicrung mit Lebensmitteln mutz Sach« Les
Handels bleiben. Tas was die Landwirlschast liefert, soll lediglich
eine Zubutze zu der normalen Verpflequng sein. Nur
in ganz trinqenden Ausnahmesällen soll von diesem Erundsatz ub-
gewichen werden. Zwischen die Hauptverteilunqsstelle Ruhrhilf«
in Esien und die Zwrigstelle in M nden. die iibrigens d-urchaus be-
sriedigend zusammenarbcitcn. dürften sich unter leinen Umständen
neue Stellen einsckalten, wenn nicht die grotze Verteilunq gestört
werden soll. Die Orqanisation die die Sammlung in den einzelnen
Piovin,zen oder Län/ern durchsührt, mutz so ausgebaut sein, Latz
sin reibungsloser Vsrkehr mit der Zw'eigstell«
Minden möglich ist. Die in jeder Provinz oder Land beauflraqte
Stelle hal allein mit der Zwclgjtelle Min:en zu verkeyren u-nd um-
qelehrt. Die Empsanqsbestcitiqung seitens der Stelle, der oi«
Lskensmittel enLgültig zugeführt werden, läht sehr lange aus sich
warten. was aber in den Verhältnissen begründet liegt. Es konnt«
sestqestellt werden, datz die Lebensmittel bis jchtzl, so iveit dies eben
zeitlich möglich war, an ihrem Destimmunzsoi! ancelangt sind.
Die Landw.rtjchaftskammer Westsalen, d!e seinerzeit die Ler»
teilung übcrnommen hat, wird erjorderlichen'alls die Zweiqjlell«
in Minden weiter auslaucn unter tem Eesichtspunki, datz diese
Organisation ausschlietz'liche Sache der Landwirt.
schaft ist. Es w rd bereits jetzt e ns genaue Warenstatistik ge-
siihrt: soweit Wllnsche giundsätzlicher Art testehen, sind
sie der Landwirtschastskammer Westfalen mitzu-
teilen, die auf derartige Insormationen Wert legt.
Die Kinderaussuhr im Alter von 7 bis 15 Iahren aus dem
besctzien Eediet wird von seiten L«r Vertreter des Ruhrgebictes als
Lrinqend erwiinscht bezeichnel.
Aus einem Lriese aus dem Ruhrgebiet, der uns ,^u, Vcrfügung
gestellt wurde, geht hervor, w i e dringend man dort die Notwendig-
leit gerad« der Kinderhilse empfindet. Der Briesschreiber
führt aus:
„Das eine mutz gesagt werden: Der Kamps ist, wenn auch nur
wirtscha'tlich geführt. surchtbar schwer. Der H-.mger geht burch das
Land. Das Schicksal der Alten, der Witwen und Rentner 'st über-
aus traurig, für unser Volk aber vielleichi noch zu verschmerzen.
Anders ist es mit unseren Kindern, sie sind Deutschlands Zukunft.
Und diese Kinder gehen heute zu Tausenden in-
folge Unterernährung langsam zugrunde. Hier
mutzDeutschlandhelsen, oder es hat scinen Unter-
gang verdient. Wenn unser Eisenbahnvsrkehr ganz ;um Er-
liegen kommt. teilweise (halb) liegt er lchon lahm, dann droht uns
Hungersnot. Tavon dür'en die Kindei nicht belroffen wer"en.
Nehmt diese Kinker jetzt schon bei Euch aus, Euch selbst ;uliebe. Nur
au,f den Opfern ruhl oer Staat. Ihr tut kein gutes Wert damit^
crlcheint wSchentl. Itebenmal. B-i Dtvasr-lia ,So
Mreltag»! - Literaturblatt - -otbi«b«>b,Ilagr imonatllödl.
- ^eltras« ohne Aerantwvrivng. Nkickl:-,dunr> nnr, wenn Porto deilieat-
Heidelberger Zeitung
(Gegründet 1858)
u«d
Handelsblatt
SlenSIag, 20. Mrz i»2Z
tz-iwtaelchLkiiNelle a. EU-rlstletl«. dee.Padilchen !irol1"Hetv«lber>,,Hauvtftr. SS. Fernsvr.:
üi 182 lB«rlaq»ort: Franlfur« a.M.1 Berliner Dertretnng: Berlln 8iV 18. Zimmrr»
ftrobeS, Fernspr Lentr.il», MünchnerBertret. Münchcn,Sseorgenstr.»17, Fern pr.8I6S7
*oMch,s.»o,i,t yraukfurt a. M. »141»
Boftrcheck.chonto: Wranlfurt a. M. V141»
»»b^U.wx^^reis ver .Bad.Poft' Mr.SS>« - i-u»schl. Snstcligel-ührs. Selbftabhol.MI.S1VO.-. ««Slanv Mk.vövv.
" ^!> > >! rum S. sed.Mi» angcnommcn. Slm l u.8. noch gelies. Zeitnngen ftnd nach d. Einzeiverkaufrprelr zu l
^t'inzelnummerMk. 140.
,ube>
Sst die 8«>tung am Erschrtnen verhindert, bcstehl kein Anspruch ans TntichLdigNng
^-L^kvhte Sichecheii" Frankreichs
°^'ierten Beratungen. — Eine neu« Rede Loucheurs.
Loudon, 19. März.
,'ijö Berichjerstaller der „Times" schreibt, es verlaute.
Auzeigeuvreis«: di«4t MM bieite Nonpareillezeile kostet:lotal« S«ellcnge!nche MI.80.-. kl.Eelcgenheiiaanzcigen Mt 100.-,
Famtlienanzeigen Mk 80.—. <S«lchLsl,anzeigen Mk. 175.-,flinanz- und Jndnstrieanzeigen Mk. SSO.-.mit Platzvvrschrift nnd
MvniagrMk. 10.- mehr. Dte V8 mm breite Rcklame et>e koftet Mk.600.—. «nzeiaen nnd Reklamen vo» -u»wSrt, LL°/» höhrr.
« ils?^ienNegierung die britische befragt habe, ob Grotz«
-^No°^ll, h;?k"eigt sei, fich an Len Matznahmen zu be-
estimmt seien, die Abrüstungsbedin-
Deurschland gegenüber zu e r -
h^le d^zü ..
- n. E'edensvertrages
„ 3-n ?uch der ialsächliche Arortlaut der französischen
Waffen sein möge, es sei klar, tatz formell eine neue
„ "U werde und latz die Tür für internationale
Frankreichs geöfsnet
entiellen mili-
weri:e, weroe
dV'^«-rtzanülungen von oer ^raas oer Reparationen
«4s ? cherhelt auszudehnen. Wie erinnerlich. seicn
I»°tall^3ebro^?'^ene Pläne zur Lrzielung der Sicherheit Frank-
h,N h."°rten worden. Der eine Plan sehe die Schaffuna einer
i? iit „ N? internationalen Kontrolle der Rhein-
Äv;- isi-> ^ah ne n r>nd ein anderer Plan die Ent«
>^!s°!,^ren v„""^öes linlen Rheinufers unter der Kontrille
Üern - ^tere Pläne umfatzien die Schaf^ung eines
e s Niit autonomen Befugn-ssen und ler, ^
^Nl tz "nken Rheinufers nnter dcr Kontrolle des Völker-
m Ü F'rav^atter der „Times" zufolge scheine der augendlick-
«la^i w^i t^rchs in der einen oder anderen Weise eine end-
!d s r " r u n g Ler künftigcn Beratungen nnd. trotzdem
. o „. .'g hingestellt werde, eine allqemeine Erörterüng
ich-denti' "
Es ^.^tet werde, in "ihrer angenblicklichen Gestalt nicht
»i?diesp ^ daher erwartet, datz Poincars kald seins An-
- «»»- östentlich betanntgeben unö erklären werde,
um
werüe,
^»?^^kenft»?^Ee ö'fentlich betanntgeben und ertlären w!
M»o» Zu Raumuna des Rheinlandes nicht genüge,
>-»-h z>°kitj^ SeZnen. Im Zusammenhang damit feien Andeu—
datz unter gewisien Umständen und unter ge-
- P werhx^ i-j" em militärischer Earantiepakt wieder an-
ab„ in Paris gut aufgenommen worden. Ein sol-
ejft "üchkeit"«*^' w:e der Derichterstalter hervorhebt, aller
°E», »ew ik»p» genügen. um die Franzosen von dem Wunsche
^ukriüg^ Sunstigeren Rheinlandregime, als sie es jetzt
S-'Ä
lie'
t
da«
der
e franzöflsche Minister Loucheur hat sich
)ie „gesährdete Sicherheit" Franlreichs hinzu-
?de, dic er in Grenoble gehalten hat, er-
>° --r /Ä",i'!ch- Deutschland von heute sei von d.n
»e „ » »o-b Bismarcks aufgebaut worden. Die Deut-
!!>?i>cr Ü'ch-iNenn^Ii "uf das demotratische Regime einqestellt,
Mwin», » einsührcn wollen. Wer sei eigentlich der
bg^begrjks wiai? Ein Rrichstag, der noch im ersten Freiheits-
^>>.,»u»°°. ksiö-"^!-.oder -iwa Staatsmänner? Er, der Redncr,
!chlvn^i"en q-^'tik üben. Er wünschs dem heutigen Deulsch-
n.„.-»-h,ers. Man habe das Para- oxe erlebt, dag
. te "ichl- bezahlcn wolle, sich s e I b st zu
Regj
A«'.)>ch1'>-,.dch< ..
»>„ V.einzpr.-,i,Franireich sei genötigt gewesen, in das
>» k». dn> s°„„,.!ren, um sich bezahlt zu machen. Jn dem Augen-
e Fayne stch entfaltet habe, seien alle Fran-
->ev„—getreten, wie er es in der Kamm r aus-
?e>>« Un^ÜL °esrb/^?^^ich !»i mit dem Höchstmatz von Milde
MÄlu?. idnuigch?iien (welche Lüqe!), und hervoriagende Amcri-
c »Si» !"Üte i>el>en Fran reich Gerechtiqteit wiüerfuhren.
V- tng^ Wachx,°?..n>cht einoilden. datz es Frankreichs Entschlutz
c->»reun-r>, ronnl-
N«- ?>?
.r'vekr
,i^j^<>ch/--d icine
Frankreichs Leben sei ein normales
-iciv -v, - <»ine produktivsten Provinzen einqebiitzt
D-, ??est njL', Daher ist auch Deutschland nicht rerarations-
rV >st ^ !chiand t>em Mahe. wie Frantreich es sordert. Die
»!»», »r'kjÄ es b?abe das Wort Rietzfches vergesicn: Das beste vm
.V^Sen »e sort ? b'egcr die Furcht vor der Niederlaqe nimmt.
'io °.» n!>„ünterbr'a,it.??'iireich babe der Vrüsieler Konserenz die Bc-
renen cs das Ruhrgebiet wiedsr zu
. „ Dedingungen seien sehr vernünf-
für seinen Teil habe jedoch noch etwas
;as sei die Sicher-
«r -e.« Lnl."wl rati«,'; cnqu>ly-lranzomcy-amerikanische Esnc-
, t» 'cherü^-üg. Fl!>iL."! worden. Es bedllrse also nunmshr ein-.-r
?!eiü!nr»i Fran-e^L'ü? wit der Nuhrirage mühtc diese Frage
K °'N wiiütpn ^ erörtert werden: die rheinischen
!>«I,üoq E^i°r, Preutzen losgelöst werden. Aber
!chlok"«!chlc>nb biefe Prooinzen wirtschaftlich und poli-
i>e» ü i>e-°»§oukbe„^i^nnen wolle. D-.e öffentliche Me'n >ng der
»i»,,« si» ^nngei« ^„°^S>nn1 begreisen, datz Deutschland die
Ngel« ' °"9>nn1 zu begreisen, datz Deutschland di
ourck, ub"i°w Willen iiberschritten hat und Latz d«
iet nn» bicherheit Franlrsichs verbiirgen lntz..
drherrschgA -ieiner Vorherrjchast und es will natllrlich
'wnft selbst erdnlden. (!)
.«''f"»^^wl>senliiord!n Sssen.
t M ru-u S Nach französischen Angaben ist
ntz 8 ^ n e > i Esiener Hauptüahnhos cin sra « zö -
ss-iv.' ür M Posten ö?»" U ° " worden. Da die Franzosen anneh-
ir^inz^üing srüb D-ntsch-n crschossen worden sci.
°»t^Wl,^'"rdn«tx - böeiseln solgende Herren verhastet: den
P»^ Syndiku? lD. Lpt.) in seiner Eigenschast
»l t °, wcr. Handelstammer: Landesgerichtspräst-
>>b, °ikrt-!.».°win je ei»? Direktoe der Essener Reichsbankstelle
°» » 'st »Srsunden ^ ° de wurde von den Franzosen ge-
>>th °rnb "n.tzerordxnjij^
' ^uu'Nohl be??"^fischx.M^"»nd. datz ohnc jede llntersuchung
Se°?k7°'i° MeE?^!" Deuischer als Täter bezeichnet
'Ücner An!ch>,u,;^° ^ ^as Liignerische derariigcr aus
nsihuldiüunaen sich h"„a.,sgesteM hat, Die
Stellung der Besatzungstruppen zur Bevölkeruno des Ruhrgebietes
muh doch wohl nicht so überaus herzlich sein, wie französische Vlätter
sie rarzustellen Lelieben, wenn man stch Lergestalt von den Deutschen
verfolat glaubt. Das heitzt in Wirllichleit glaubt man es ja selver
nicht, sondern verfolgt mit diesen gemelnen Anwürfcn seine ganz be-
sonderen Ziele. Bezeichnend hierfür ist das, was sich unmittrlbar
nach dem Vorfall zutrna. Die Soldaten — befonderem V.rnehmen
nach von Puer nach-Esien verlegte Truvxen — mihhandelten
alle Zivilpersonen, deren sie habhaft werden lonnten, plündertcn
und zerstörten die Verlaufsstellen innerhalb Les Bahnhofs-
gebäudcs und dranqen in ein Zimmer der Eisenbahndirektion ein.
I as sie vollständrg demolierten. Alles . Matznahmen", die anf
eine ofsenkare Reizung der Derölkerung hinzielen.
Sie rheinische Währuog.
Ecldschwierigkeiten im bcsctzten Eebiet.
Von unserem 8-Korrespondenlen.
Paris, 1g. März.
Ueber die Pläne der Einführung einer rheinischen
Währung im Ruhrgebiet und in den Rheinlanden ersährt der
Mitarbeiter der „Jnsormation": lleber diese Fraqe fand eine Kon-
ferenz statt. Von belgischer Seite nahmen an ihr teil der Dirsktor
der belgischen Nationalkank, und sllr die Bank von Frantreich die
Direktoren Strohl und Eravieres, Nach einer Vcsprechung
mit Tirard und mit dem belgischen Oberlommisiar fuhr die Kom«
misiion nach Düsseldors. wo sie die Währungsfrage mit d»m
Eeneral Henry und mit dem F>nanzinspektor Dariac prüften.
Von dort aus begaüen sie sich nach Esien, wo ste mit dem Obersten
Voisin nnd mit der italienischen Jngenieurdelegation eine Bs-
sprechung Lber die gleiche Frage hatten. Usber das Ergebnis der
Misiion lätzt sich zurzeit nichts Bestimmtes mitteilen. Es wurde dar-
über beraten,
was zu geschehen HStte, wen» das Reich fich weigern sollte,
weitere Eeldsendunge» nach dem Ruhrgebiet z« fende».
Einstweilen HStten die Franzosen und Belgier allerdings noch qe-
nügend Eeldmittel >n der Hand, da sie etwa 14 Milliarden Mark
konfisziert (gestohlen!) haben, aber wenn Deutschland keine
weiteren Eelder mehr nach dem besetzten Gebiet
senden würde, so würde die Einführung einer
neuen Währung sich als notwendig erweisen. Man
müsie vor allem auch die deutsche Reichsbank autzerstande setzen, auf
den Kurs des Franlen einzuwirken, nnd da habe stch gezeigt, kah
die Re'.chsbank in Düsieldorf grotze Frankcnspekulationen unternom-
men habe. Dies könne nur verhindcrt werden, wenn Franlreich und
Velgien über genügend deutschs Mart verfügen. Allerdings könne
man sich noch einige Martguthabcn verschaffcn, indem man ein-
sach weitere Eelder beschlagnahme. (!)
l
Sie MerdröSiilig der Wchrheit.
Wie man dis garantierte Presissceihci! achtet.
' «oblenz. 18. Marz.
Die nach''olgende Aufstellung g>bt ein anschaul-ches Lild von
dem Kampf der französisch-lelg.schen W dcrsachcr gcgeu di.- L er-
künder ber Wahrhe t, die oeutiche Presse. Von ocn im atl-
besetzten Eebiet und im Einbruchsgebiet ers eins-,d n
etwa 1450 Zeitungcn sind seit Veg.nn der R.:br<Pkt on .45 ,ür
tängerr oder kiirzere Zeil von der d heinlandkoml, is on unter-
drückt worden. Verurteilt wurden 12 Redatreure und
2l Verleger zu Eefängnios ra en b's zu and-.rlhulü Iahrsn rnd
zu Eeldsirafen bis zu einer Million Ma^k. Mil i r n - ani-ilN
ausgcwiesen wur en 18 Re a eurr und n:un V.rl ger. Bsi
l>3 im n.^.oesstzen Erbiet erschein.nden Zeitunqen wurd: d e E i n-
fuhr ins besrtzte Lebiet siir - a.ernd oder zeitw.ise unierjagt.
Wcnn man" dem geeenüb<>rstellt, daf d e Fr.-nzos.n ei-e Flug-
b l a t t -P r o p a ga n d a ohneg e chen le.r i en und da; sie cera.-e
in den Eebieten. in denrn zei'ws se sast alle Ze tungen v rbot.n
waren, die Bevölkerl Ng mit Nachr chtenllättern und Fl asch- f<>>
geradezu llberschweTnmlen, und wcnn man a- tzerdcm in Bst acht
zieht, in welchrm ToN die fran ösische Armeezei ung „i.chv du R n"
und das vom französifchen PrMsd enst in Koblenz i.eraus egebeue
„Nachrichtenblatl" d.e .euljche Bevöl erung, die deu .ch: R»a erun ;
und die deuischen Behörd n verhohnen und heruntersetzen,
dann lann man sich cinen Benr f; davon machen, wie e; rm die im
Nheinlandabtommen garanticr e Pressesreiheit und das Necht
der öfsentlichen Me.nungsäugerung bestellt ist.
Die schwrerige Kohlensteuer.
Pa-is, 19. März. (Eig. Drahtm.) Die Erhekung der
Kohlcnsteuer im Ruhrgebiet macht grotze Schwierig-
keitcn, da das Kohlensyndikat belannt gibt, datz es allein sür die
richiige Bezahlung der Kohlensteuer an das Neich oerantwortlich sci
und nicht die einzslnen Zechen. Diess Behauptunp wollen nun die
Belgier und Franzosen nicht gelten lasien, und crklären. datz sie nur
den deutschen Eefetzen zur Eeltnng verhelsen (!?), wsnn si« die
Kohlensteuer erhebcn und für ihre Bezahlung die Aussichtsräte der
einzelnen grotzen Aktiengesellschasten verontwortlich machen.
Wichtige Zugestandniffe an Solland.
Paris, 19. März. (Eig. Drahtm.) Holland hat von Vclgicn
und Franlreich ein fehr w.ichtiges Zugeständnis erhalten.
Die 10 ^ige Ausfuhrlaxe wird von Holland nicht erhoben. menn
die holländischen Firmen einen Vertrag mit den deutschen Liese-
ranten vorweiscn lönnen, der vor dem 1. Januar abgeschlossen
wurde. Die Aussuhrerlaubnisscheine können von den holländischen
Firmen eingeholt werden, vor allem sollen auch die Lieferun-
gen deutscher Kohle nach Holland wieder ausge-
nommen werden. Tatsächlich sind schon heute drei Kohlenzüge
nach Holland durchgelasien worden. ^
Me Berleilung der Ruhrhilse.
1V4S Waggon» Lebensmittel an die Ruhrkämpser.
Minden, 19. März.
Jn diesen Tagen fand in Minden in West'alen in der Zwelg-
stelle der Landwirtschafts ammer binr Leiprechung w:gen d:r Lrga-
nisaiion dcr Derteilung der Rulrhiife, sowe t es sick um Leb ns»
mittel handrlt. statt, unter dem Vorfitz des Reichsrrnöhrungsm.niste'
riums. Bcte ligt waren d.r Reichsausschuö der Deutsche»
L a n d w i r t s ch a s t, die L a n d w i r t > ch a f: s ka m m e r W e st»
falen, fcrner die Hauptvertcilungssteltc in Essen,
das Neichsverkehrsministerinm und die Eisenkahn»
direktion von Hannooe r—E lbersel d—E ssen. Allers -its
wurds anrrlannt. taz die Lebensmittelspende der Land»
wirtschaft fiir die Ruhrhilse die höchsten Erwartnngen weit
übertrofsen haie. Vom 25. Februar bis 3. März sind e wa
249 Maggons mit folgendem Jnhalt zur Versendunq gekommen:
Eetreide 20 343 Z r.
Kar'offeln 26 3 8 Zlr.
Mebl b702 Ztr.
Hmsenfruchte 570 Ztr.
Speck, Wurst, Fleischwaren r-s Ztr.
Butter . 822 llr:
Kase 4 803 lr»
Zuccer g,< g»
sonst. Lebensmkttel u. grmischte Sendungen 883 !c?
E>er 17 94, i-ijtt
Kondensmilch 30 Kisten
47 St .ck Vkeh
Jnsgesamt sind also bis zum 3. März für das Ruhrgebiet ver-
laden 1049 Waggons mit Lebrnsmit'e.n aller Ar!. Daven sin., nach-
weisl.ch in den Lesitz der vorgese'encn Empfän er 123 Waggons
gekommen. H erfür liepcn die Emp anqs e -itirun en bei der
Zweiqstelle Minden ror. D e au- den e-st n Ali: geringe Zah! ber
Empfangsbrstätipungen wird versiändüch, wenn man beteukt. wie
lange die Waggons ,-nterwegs fein müssen. O f zielle Sckwieriqkciten
trofsen.
D-e Zweigst-ell« Minden verteilt nach Anweisuna der OSer.
verteilungsstelle HauptgeschäftsstelleRuhrhilseEssen.
und zwar wird von dort aus wöchcntlich festgelegt, wi« in der
kommenden Woche verteilt werden soll. Das hat qegenüker eincm
feststehenden Schlusiel d«n Vorzug, datz man von Wock« zu Woch«
ausg.« chen kann. ALfe ulsung -der k-ersitgestellten Lekensmiltel
wird nicht mehr, wi« es srüher verschieden.lich vorqekommen ist, ver»
welgert. Nnr in dr'.ngenden Ausnahmefällen kann manchmal nicht
sozort verfugt werden.
Bei der Dekiaration eines Waggons ist dieser nickt allgemetn
als für Lebensmitiel zu deklarieren, sondern der J'n h a l t ist zu
s p e z i a l i s i e r e n. Für die Verteilung ist der Eesichtspunkt matz»
gekend, datz nicht bedacht werden die Leute, die in Lohn
und Vrot stehen. Jm übrigen
«rfolgt di« Berteilung ohne Riicksicht aus die Konsesfion oder dl«
politisch« Richtung.
Si-e kommt vor allen Dingen neben -den notieidenden Personen auch
den chariiativen Anstalten zugui-e. Die Ruhrhilfe der Landwirt-
schaft ist auch nicht d-azu Lestimmt, einige Städte mit billigen Kar-
toffeln oder fonstiqen LcLensmitteln zu versorxen. D e eigentl>che
Vcrsorgunq der Levölicrung mit Lebensmitteln mutz Sach« Les
Handels bleiben. Tas was die Landwirlschast liefert, soll lediglich
eine Zubutze zu der normalen Verpflequng sein. Nur
in ganz trinqenden Ausnahmesällen soll von diesem Erundsatz ub-
gewichen werden. Zwischen die Hauptverteilunqsstelle Ruhrhilf«
in Esien und die Zwrigstelle in M nden. die iibrigens d-urchaus be-
sriedigend zusammenarbcitcn. dürften sich unter leinen Umständen
neue Stellen einsckalten, wenn nicht die grotze Verteilunq gestört
werden soll. Die Orqanisation die die Sammlung in den einzelnen
Piovin,zen oder Län/ern durchsührt, mutz so ausgebaut sein, Latz
sin reibungsloser Vsrkehr mit der Zw'eigstell«
Minden möglich ist. Die in jeder Provinz oder Land beauflraqte
Stelle hal allein mit der Zwclgjtelle Min:en zu verkeyren u-nd um-
qelehrt. Die Empsanqsbestcitiqung seitens der Stelle, der oi«
Lskensmittel enLgültig zugeführt werden, läht sehr lange aus sich
warten. was aber in den Verhältnissen begründet liegt. Es konnt«
sestqestellt werden, datz die Lebensmittel bis jchtzl, so iveit dies eben
zeitlich möglich war, an ihrem Destimmunzsoi! ancelangt sind.
Die Landw.rtjchaftskammer Westsalen, d!e seinerzeit die Ler»
teilung übcrnommen hat, wird erjorderlichen'alls die Zweiqjlell«
in Minden weiter auslaucn unter tem Eesichtspunki, datz diese
Organisation ausschlietz'liche Sache der Landwirt.
schaft ist. Es w rd bereits jetzt e ns genaue Warenstatistik ge-
siihrt: soweit Wllnsche giundsätzlicher Art testehen, sind
sie der Landwirtschastskammer Westfalen mitzu-
teilen, die auf derartige Insormationen Wert legt.
Die Kinderaussuhr im Alter von 7 bis 15 Iahren aus dem
besctzien Eediet wird von seiten L«r Vertreter des Ruhrgebictes als
Lrinqend erwiinscht bezeichnel.
Aus einem Lriese aus dem Ruhrgebiet, der uns ,^u, Vcrfügung
gestellt wurde, geht hervor, w i e dringend man dort die Notwendig-
leit gerad« der Kinderhilse empfindet. Der Briesschreiber
führt aus:
„Das eine mutz gesagt werden: Der Kamps ist, wenn auch nur
wirtscha'tlich geführt. surchtbar schwer. Der H-.mger geht burch das
Land. Das Schicksal der Alten, der Witwen und Rentner 'st über-
aus traurig, für unser Volk aber vielleichi noch zu verschmerzen.
Anders ist es mit unseren Kindern, sie sind Deutschlands Zukunft.
Und diese Kinder gehen heute zu Tausenden in-
folge Unterernährung langsam zugrunde. Hier
mutzDeutschlandhelsen, oder es hat scinen Unter-
gang verdient. Wenn unser Eisenbahnvsrkehr ganz ;um Er-
liegen kommt. teilweise (halb) liegt er lchon lahm, dann droht uns
Hungersnot. Tavon dür'en die Kindei nicht belroffen wer"en.
Nehmt diese Kinker jetzt schon bei Euch aus, Euch selbst ;uliebe. Nur
au,f den Opfern ruhl oer Staat. Ihr tut kein gutes Wert damit^


