Ährgaug - Ar. itt
'D°st'rrlchrmtwöchcntl sirbenmal.Beilaaen:DtdaSkalla<8onnt.> —
^»erian^, lMontag»! - Literaturblatt —SochsLnlbeilas« <mo »atltch».
"'e Berantworiung. Rückienduna nur, wenn Porto beilieat.
Heidelberger Aeitnng
(Gegründet 1853)
uud
Landelsblatt
Äonnerslag, den 2ö. A-ril
Nr. 182. Berliner Dertretnna': Berlin 8V «8, Zimmerstrab» s, Fernkpr Zentr. 418
Münchncr Vertretung MSnchrn, Wesraenltr. l»7, ffernspr. 81867.
Dovsch«gr.»,»t,. Krankfnrt a. M. V141»
^d!>«s,^°»»llSvreis der.Bad.Dost' Mk.gOUV - laurfchl. Zukellgebührl. Selbltabhol. Mk. 3806.-. «usland Mk.8666--
»!"hien m "?»b-nur bis ,um2. led.Mrr anaenommen. Am l u.S.noch gelief.Zeitunaen stnd nach d. Einzelverkanfsprei, zube-
^^^^^d.EinzrlnummerMk lVll-. Jstd'eZeitung amErscheinrnverhindert,besteht keinNnspruch ausLntschSdiauna'
<-»strch«L-A»»t»: FranU»«' I. M. 6141V
Anzeigenvreise: die44 mm breite Nonpareillsieile kostet: lokale Ztellenaesnche Mk.86.-, kl. Telsgenheiisanzeiaei: Ilili
Familienanzeigen Mk 86.—. DeschLftsanzeiaen Mk.17S —.Finanz- nnd Jndustrieanzeiarn Mk. 256.-, mit Plajivorlchrif: »nb
MontagrMk. l6.—mehr. Die 68 mm breite RekIame>.eiIe kostet Mk.S66.—, Anzeigen un» Rrksa nr r oon o-.'.-i-viirt; 25'/» höher
Die Gerüchte dauern an.
E Eranzösische Presie zum arrgeblichen -eutschen Airgebot.
^o» unserem N-Korrespondenten
Parts, 2ä. April.
^resjs gsmeldet, hat sich Gngland verpflichtet aefulilt. zu
xg ein eveiituelles Reparationsanqebot der Neichs-
d^stei, ,."a» London nichk annehmen könne, sondern dasselbe zur
Naun^bersendunn nach " ' ' '
di "kr«!ch t msbesondere. da Porncars mltgeieiit dane. nan
im? uichi deutsches Anaebot nicht annehmen move. wenn ihm
s M biTnr,- ^kt tuninae. Es vcrsieht sich von selbst, dak nach eincr
,,^N'-?'"kn GrNärunn der offizietten cnqlischen Agentnr das
sM Und e K ab i n e t t seine Stesiung wiederum verstärlt
Und V ^ »eaoineri
E chen ^uai d'Orsay
^^unasvertretern^!
aeqenüber den enqlischen und ameri-
Dienstan abend mit Erllärnngen nicht
aus denen die Entsch losse nhe i t ffrankreichs
d,.?k> a v i. Deutschland nm unter den Redingunaen zu
«° ku. wse siePoincar ^ aufaestcllt hatte. Der dinlo-
K, Ne,r.?"esvondent der „Da'ln Mail". dcr z»m Ouai d'Oriaq
d, unterbcilt. crklärt. dasi man in Nariser offiziellen
habe. dast sich Deutfchland in kuwer Zeit birekt
ilv^kh der Bitte um Einleituna von Verhandlunaen
^eq in a Dorber wurden allerdinqs halbamtliche Besprech-
8>r ^ ^ondon oder anderswo stattfinden.
8 °?'^fchen diplsmatischcn Krelsen lft ma« davon über-
: ^elpr-zi"" ersie dcutsche Nnaebot kekne Grundlaae fllr eine
r Eiqele^ll aSqebe» werde, und dast es von Frankrei» cilatt
'N' wiirde, damlt ein qünstiaereg Angebot Ler Reichs.
regier««!, erfolge.
'im.E NiK.^orrespondent erfäbrt. dasi die ftanzSMs Reqierunq es
i levv^N. /1 l i a f?) habc. Verhandlunaen mit Deutschland ein-
E 1n fle übeveuqt sei. dasi ein weiterer Drnck auf Deutsch-
^ir n^ess.» . Stiveannq der deutschen Jndustrie sühren würde und
-» die deiitsche Reaierunq zn einer anderen Auffasiunq
kla«»>lios»« I!5»n müstt«. — Der ..New Pork 5-erald". der ebenfalls
- m»!.' dgh " -Leröffentlichunqen des Ouai d'Orfay benutzt wird, er-
s,7»ftei» kiki Revarationsanqebot von 20 Milliarden von
> t wü^7 "k meiteres der Reichsreqierunq zurückge -
'i^Iond l'« Nrankreich darin den Beweis sehen würde. das;
' >>ss,"siich r "ch dqrüber noch nicht klar wurde, was die Ruhrakt-on
fti^'Ne», «>"kchte. Selbst wcnn ein falches Revarationsanqebot
lich „j^antievsrtraa aus gsi Iahre beqleitet fei, könnte sdrank-
^ii^daei, i-amit aufriedcn aeben. da feine Re"arat!ons-
flv» ^nfi.^^t befriediat würden. Es scheine infolqedesien vor-
dft s?^ ^ Ruhrbesctzunq fortdauern zu lasien. —
französtsche Presi«
Ti.kc bevorsiekendcn deutschen Vorfchläqe eifriq zu er-
^ktz^E' da^E erv ^ saat in^ der ,.V ! c_t o i r e", diesmal sibeint
»!
>e M;,si.,76 w,r uns dem 6afen nähern. Die dentschen
>»e.?-e eln-i Ell "om Ruin bedroht durch ' '
tz"l)°n Möalichksit
, , . die Nuhrbesehunq,
-'^en Mäqlichkeit war. was immer auch die Enaländer
der m^!?iiltio--n f?r!cden herbeizuführen (!). haben beqriffen,
„^uere Midersiand veraeblich wäre. und dab in ihrem
Stunde des
^eiiere Widerstand veraeblich wäre, ünd t
k«^NNd,s^kresie ^ Interefle Deutschlands die
'ei- Wenn dl« fnhranden Männr, in Deutili
^hk^°»eikd^^öE sind, so werd
njsftn f»"^5 Tatsache aeaenüberst
. ^ > °nzösis».deutfch«n
§Ntzi^,er ^^0 Lestanden hat.
tz/rd/ E"" erörtert die Fr
werden wir binnen kurzem einer
aeaenübersteh-m: der Unterzeichnimq des'
Friedens. der niemals
imnn iqrcii't va
! ^Okk Ebwosis , ^ wichtigste. Man
>°t lft,e><tz "vu euiu.uroen zuruoinair einorinqen weroe.
Mler?n H, liie-se Ari und Weise ungefähr das kaben. was
" Müllers enthalt«. Der Verzicht verschie-
Goldvr-^ ihre Rechte könnt« di« Summe von 56 M-l--
ln 1«« ^ fooar noch weiter herabsehen. ohne Frankreich
1 erks«'- llebr!q«ns. so erklärt das Blatt. hab« «s schon
'« ^otz die Eummen nur Werte sind. deren Inbrlt
">!. j' ^ahlunyz, ' ' ^ ' ' '
Frage. welch« Summe Deutschland
Dann schreibt das Blatt weiter. das sei aber
bab« schon festqestellt. dast Frank-
... ,- Alliierien 132 Milliarden Ealn-
bereit sei, unter qewisien Vedina«n.->en diese
Miliiarden Eoldmark durch Annullieruna
s tz», Ser'e n herabz^ufetzen, was ihm einen
Anteil
von 23 Milliarden Eoldmark einbrinqen werd«.
o>« «uuimen uur .
!?»>!, r d i u?,,»">nqsmethoden wechsele. Was wichtiqer sei. seisn
n- 6 u n - - --- - -
d-V 2 " llen.
di,"L«Neinn°hv
unter denen di« Zahlunaen siattiänNsn,
die man vns biete. tzermann Müller
^----.»iiuiimen und er füqe in Lbrigens vaoer Form
7"oi,st.'M-usiriz. k«r Handel, die Banken u-id d-'e Landw'rt-
it^^N n lero» " werden müßten, Earantien zu qeben. Was versteh«
k.^n - °v'inrlH^^"O e uvr e" ftaat: Mird man uns mit einer
«ins!,, Nep«lunq kommen? Wird mcm uns saqen, w!r
K^»°niu llnte»E.tI°ine Schmieriqkeüen, die wir n'cht vorausgesehen
Äakinna >^en Umständen werden w!r Deutschland konser-
.rq^°lvuy v onieq a-iszwinqen und in fünf Iahren die endqültiqe
»ufwers»« - llvird man ferner auch die Sicherheits-
Cn.? iu su»- ^ "klären. «s sei wohl noch Zeit qeauq. die
lt^ft wetsi ?En. wenn man das Rhe'nufer in 15 oder 21 Iabren
N>» 'o-" » räumen werde? Das alles sind wohl nur Ee»
k«!5laiu,'"nami ,"?>chwc!gcn, das qeheimn'svoll nnserc Sach«er-
Nve Se- '->>n wi-'-.o'vlnqt ung davon zu sprechen. Wenn man nicht
km Nm^dlt «erden die Neutralen und Belqicn uns vor ein
«E>n Deutschland weih jetzt. was es uns schuldet
s.,-„V rnuk, daran haben. auszuführen imd wiederaufzu-
Kred^j En, wie arost seine Zahlnnasfähiqkeit und die
iKiSrSM^ -
protz seine Zahlnnasfähigkeit und die
Di« ..IournSe I nd u st r i e l l c"
filz^'rii^ ? n'n werd« all«r Mahdsck«inlichkeit'nach einen qrosten
lL.^Nd^ wen'^"^.E^H machen. Was werde es vorschlaaen?
lii
au^nner
E!n beträchtlicher Bruchteil seiner
o« sich bereits dem Plans anqeschlosien. der
i ^Enz der ftanzösischen. englischen, italienischen,
*NnMi--Nt!men Sozialisten aufgestellt wurde. und an der
>me ALgeordnet« Auriol aktrv tLilgenommen hab«.
und
PoincarL werde von den Ereiqniflen nicht überrascht sein. Er wifle
sehr gut, dasi es in einer Soche wie dieser nicht von Vedeutung ist,
ob der Patient die Pille gleich beim ersten Male schluckt. Das
wesentlichste ist, dab der Patient sic im Jntercsse jedermanns und
in seinem eigenen Interefle schlietzlich überhaupt schluckt.
SeutMuds Aaturalliefermgen.
Ein Bericht der Reparationslommission.
Von unserem H-Korrespondenten.
Paris, 25. April.
Die Reparationskommission veröffentlicht folgendc-n
Bericht:
Dsr Beschlutz der Reparationskommission vom 21. März 1922 leqt
Deutschland die Verpflichtunq auf, im Jahre 1923 Natural-
lieferunaen für 1456 Millionen Eoldmark zu vollziehen, davon
sollten 956 Millionen an Frankreich und 506 Millionen Eoldmark an
die übrigen allüerten Mächte gehen. Das finanzielle Abkommen vom
11. März 1922 bestimmt, das, die 666 Millionen Eoldmark nach einem
Abzuq von 24 Prozcnt, d. h. also von 126 Millionen Eoldmark, d!e
auf England entfallen, unter den übriqen Mächten in dem Verhält-
nis ausgeteilt werden sollen, wie dies im Abkommen von Spaa vor-
gesehen war, wobei einzelne Verichtigunoen noch vorgenommen wer-
den können, falls etnzelne oder mehrere Mächte weniqer an Natural-
lieferungen zu beziehen wünschen, als ihnen zukommt. Nach dcn
bisheriqen Ausstellungen der Reparationskommission hatten die ein-
zelnen MSchte solgendes Recht auf Naturallieferungen:
Enaland.. . 186 666 666 Eoldmark
Italien. 146 666 666
Iapan. 11060066 „
Belgien. 117 060 666
Eriechenland und Rumänien . 22 666 606 „
Serbien. 73 606660
Portugal. 11600060
Im Dezember 1922 «urdc es notwendiq, das Abkommen vom
11. März 1922 zu berichtiqen. Die Prioritätsrechte Italiens wurden
einstweilen beiseite geschoben, da die Fraqe noch nicht spruchreif war,
weil Jtalien noch nicht alle Lieferungen bestellt hatte, auf die es
Anspruch erheben konnte. Man hatte jedoch bereits den Einhruck,
datz England nnd Serbien mehr an Naturallieferunqen Le-
zogen hatten, als ihnen zugesvrochen worden war, während diö
übrigen MSchte weniger in Anspruch nahmen. Die Reparations-
kommission beschloh nun, dah von den Reparationen in Natural«
lieferunqen, die die übriqen Mächte nicht in Ansvruch qenommen
hatten, 62.2 Prozent England und 37,8 Vrozent Serb'en zuqesprochen
werden sollen. Die Neparationskommission ist nunmehr in der Laqe.
die Summen festzustellen, die auf die Naturallieferunqen Deutsch-
lands für das Kreditkonto gutgeschrieben wurden. Diese
Summe beträat fllr
Frankreich. 269 461 666 Goldmark
die Lbriqen Mächte, di« Anspruch
auf Naturallieferungen haben 486 542 766 «
Folgende Tabelle zeiqt, welche Aufträge von den einzelnen
Mächten erteilt worden sind:
Ertsilte
Aufträge
> 273 906 666
167 266 660
138 260 606
94 766 666-
4 660 660
. 139 266 660
. 14 660 666
9 466 666
Frankreich ,
Enqland .
Italien . .
Velqien . .
Eriechenland
Serbien . ,
Rmnänien ,
Portugal
zusammen
Gutschrift auf
Kreditkonto für 1922
269 664166 Eoldmark
167 851 766 »
167 762 366
65 636 766
4 619 566
160 882 566
14 582 766
9 367 866
841860 606
739 766 806 Eoldmark.
Aeiie französifche WMiirakte.
Ausdehnung der Besetzung. — Raub nnd Terror.
Limburg, 25. Aprtl.
Autzer den Ortschafien Dauborn, Werschau und Nauheim stnd
die Dörfer Neesbach und Mensfelden sowie der Bahnhof
Niederbrechen als zum besetzten Eebiet qehörig erklärt wor-
den. Der auf der Bürgerme-sterei in Mensfelden zurllckgelaflene
Zettel spricht von einem Beschluh der Rheinlandkammis-
sion vom 16. März.
»
Blätiermeldungen zufolge haben die Franzosen in den letzten
Taqen eine qrötzere Anzahl tschechoslowakischer ind pol-
nischerArbekter zur VerlaNunq von Koks und Kohlen auf die
besetzten staatlichen Zechen bei Buer qeschafft. Zwischen den frem-
den Arbeitern und den deutsKen Beralentev beeannen bcreits
Streitiqkeiten. In einer Wirtlchakt in Brer ist cs zn <»iner
schweren Schläqerei pekommen. bei der es aui beiden Seiten
' Schwervsrletzte qab. Jn Langendreer wurde Dienstaq abend
ein Auto der Zigaretten'abrik von Hans Berqmann mit Ziqa-
retten im Werte von 25Millionen Mark obne Erund von den
Franzosen „beschlagnahmt". — Nach 18täqiqer 6aft ist der Eisen-
bahnpräsident Mauh in Kray wieder freiqelaflen worden. Gründe-
für seine Verhaftunq wurden von den Franzofen nicht anqeqeben.
— Jn der Nacht vom 21. zum 22. April sind !n Dorsten das ge-
samte Lokomotiv- und Zuqpersonal eines Güterzuqes sowie acht
Eisenbahnbeamte nerhaftet worden. Die Ursache >st noch nicht
aufqeklärt. — Der Schlofler Hendricks ist auf dem Wege vcn
sc-iner Dienststelle, der Betriebswerkstätte Dellmig, zu seiner
Wohnung von drei französischen Soldaten festvehalten, nach seinem
Patz qefraat, geschlaqen «nd aetreten worden. Autzerdem wurde ihm
selne Barschalt ron 66 600 Mark qeraubt. — Jn Schflrnhorst
wurde der Nanqiermeister Sulk angebltch weqen des Versuch, dcr
Bcstechunq und des Schmugqels von den Franzosen verhaftet.
— Den Eisenbahnern in 8 nencn und Rauxel ist durch Aushanq
ein llltkmatum zur Wiederaufnahme des Dienstes qestellt mcr-
dcn. Jm Ablehnunqsfalle sollen sie ihre Dienstwohnnnqen
räumen. Die beteiligten Eisenbcchner lehntc» Las Ansinnen der
Franzosen ah
Englands Ohnmachl gegen Frankreich.
Dft lebhaften Etörierungen, die in den letztcn Tagen in bei-den
Häusern des enqlischen Parlaments über die Vedro'hung Eng-
lands durch dre gewaltige U e be r le g e nh e i i der
französischen Luftmacht stattfanden, haben in dsr deutschen
Oeffentlichkeit häufig den Eindruck erweckt, als ob der enqlisch«
Staatsfekcetär fllr Luftfahrt die Laqe Englands absichtlich zu sckwarz
geschildcrt habs, um die Znrückhaltunq Erotzbritanniens in der Frag«
der Ruhrbesetzung zu snischuldiqen. Vielsach hat man d!e Anqabcn
der englischen Reqierungsvertreter auch als Austakt zu einer qrotzen
Propaqanda für Stärkung der englischen Lustmacht und deshalb alr
übertrieben anqesehen.
D-e folgenden zahlenmähigen Angaken ze'qen, datz di « mili.
tärische Laqe Englands gegenüber Frankreich
durch das Fehlcn «iner starkcn enalischen Luft-
macht in der Tat geradezu trostlos ist:
1. An Flieqerverbänden besitzt England auf den
Lritischen Jnseln zurzeit 9i4 Squadrons. da-' sind auf dem Papier
17 4 Fluqzcnqe in der Front und als erste Reserve. Diese erstaun-
lich geringe Anzahl Verbände und Fluaieuqe findet ihre Begründung
>n der schnellen Auflösunq der e- ql'schen Flieqertruvpe nach dem
Krieqe und in der Festlequnq der Mafle der englischen Luftmacht
im Auslande. Jn Konstantinopel, Aegypten, im Ira»
und in Indien Lefinden sich 22!4 Squadrong. die für ein« krieqe«
rische Entwicklunq in Eurora aus-allen. Wenn der enqlische Luft»
minisier d!e Zabl der zurzeit vorhan>enen Front-Fluqzeuq« auf 351
anqibt, so kann sich diese Zahl nur auf di« yesamte englisch« Flieger»
trupve Leziehen. Der Etat ist also bei weitem nicht erreicht.
Frankreich dageqen hat im Frieden auf französtschem Doden
162 Escadrillen m!i zusammen 1488 etatsmätziaen Fluqzeugen.
Dazu kommen etwa 36 Escadrillen in Alqier, Marokko und
Tunis, die zum Teil herangezoqen werden könnten. Die Gesamt-
zahl der vorhand«n«n Militär-Fluqzeuqe wurde von amtlicher Seit«
in der französischen Kammer für Ende 1922 auf 4266 angeg«b«n. Di«
Etatszahl der Frantfluqzeuqe ist also weit übertroffen.
2. Die Ueberlegenheit Frankreichs wird noch grötzer, wenn ma»
die Orqanisation und Eliedvrung d«r beiderseitiqen Flieger»
kräfte vergleicht. Die zur Verteidiqung der Lritifche« Insel»
zur Verfügunq stehenden SX Squadrons müflen der Flott« und de«
Keer«. d«r Luftaufklärunq. der Abwehr feindlicher Fluqzeuqe und
d«r Durchfuhruaq eigener Bombenanqriffe dienen. Eine Zufammen»
faflung in qrützere Nerbände isi unterblieben.
Frankreichs Escadrillen dageqen stnd j« nach ihrer b«ab»
sichtiqten Nerwendnnq unterfchieden in Aufflärunasstaffeln. Jaad-
staffeln. Bombenstaffeln fift Taq- und folche für Nachtanqriffe. Si«
sind wohl qeqliedert in Eruppen zu mehreren Escadrillen, In Flieger»
reqimenter und Brioaden, ja der Kern der Flieqsrkampfkräfte ist
zufammenqefatzt zn einer Lustdivision. bestehend aus 269 Iag-dfluq»
-euqen und 240 Dombenstaf-feln. FLr reine Kampszwecke stehen
Frankreich schon im Trieden etwa 166 Staffeln mit 1660
Fluqzeugen zur Derfüaunq.
3. Die vorstehenden Zahlen qeben nur die Friedens»
allederunq wieder. Die Siärke der Fliegertruppe im
Krieqe ist nicht unweftntlich bedinot von der Entwicklunq des
zivilen Luftverkehrs und der Le'stunqsfähiqkeit der Flug.
zsugindustrie. H!er liegen d!« stillen Kriegsrelerven an t«ch»
nischem Persoval und Flnazeuqen.
Englands Luftverkehr ist unbedeutend. Rur drei kurz«
Linien vermitteln den Derkehr mit dem Festland: von Londo«
na» Paris. nach Amsterdam nnd nach Köln. Jn Enaland
selbst ist nur di« Lini« Londo n—M anch « ster in Betrieb. Nur
zögernd greift di« Reqiernng mit staatlichen Sub»
ventionen helfend e i n. Der englifchen Inld-rstrle fehlen
daher Aufträge für die Zivillustfahrt: und di« kleine englisch»
Flieqertruvpe zehrt nnter dem Druck des Eeddes-Sparvroqramms
noK immer von alten Krieqsbeständen. So lieqt die' «tnst
bluhende Flugzeug I nd.ustri e Englands gänzlich
darnieder.
Frankreichs Jndustrie daqegen w>rd nicht nur durch d«n
Bed-arf der ktarken Fl!eg«rtrupv« an neuen.Fluqzeuqen. sandern auch
durch V«stell"nq«n ü>r di« privaten Lustvetkehrsqefellfchaften reich
befruchtet. Eine gesKickte Proraqanda hat es autzerdem verstanden,
im Avslande vor allem in SLidamerika und den Trabantenstaatey
des östlichen Europas, dauernde Absatzoebiet« tür fran-ösisch« Fluq.
-euoe zu schaffen. So konnte der französische Unterstaatsfekretär iür
Luftfahrt mit Befriediaunq feststellen. datz in den ersten 11 Monaten
des Iabres 1922 in Frankreich 3 3 66 neu« Flugieuge herqesteltt
seien. Die Nerqleichszahl für England ist nicht b«kannt: sie kan»
nur »nbedeutend sein.
Frankre'chs Luftverkehr umfatzt« 1922 eff qroß« Linien. An
L'nien ins Ausland ftien qenann»: Pa i. i s -L ondon, Nari s—
Pra a—W arschau. Pari s—B udanest, Pari s—B rüss«k,
Pari s—M arseill e—A lqier. Reiche staatüche Subventionen
erhalten den Luftv«rkebr lebenskähig.
4. llebsr die beabsichtiqte Krieqsaliederuna der eng-
lischen Fliegertruvp« ist nichjs bekannt. Es feblt England vor
allem an einer starken schlaabereiten Luftstreitmacht, d!e imstand«
wäre. die einziq w-rkfame Lustvertcidiq-.ina a'lsiuführen — den Luft-
anarisf qeaen den Eeqner Lber ftinen Flughäftn. Zur Dermehrunq
ieiner völlig unzulanql'chen Flieqerwafft ist Enqlanld zunächst auff
>as noch vom Krieqe her stammende fliegende Personal vnd auk
Krieosfluqz«uge anqewiesen.
Frankreich daqeqen verfüqt stir den sofortiqen Elnsatz üb«,
leindlichem Eebftt vor allem Lb«r seine Flieqerkampfkräfte. 1666
Fluazeuqe, für Kampfzwecke zwsckmätzia aeqliedert. qegen «twas mehr
als hunn«rt Fluazeuoe. die allep möqli»en Aufaabon pereckit werden
sollen! We!t vorausschaiiend ab«r hat Frankreich für dft sofort ein.
»ul«!tende Verstärkuna ft-ner Flie-er-kräfte qesorqt. Sein Bestand
an Flugzeuaen und di« LeistunasfShigkeit seiner Industrl«. di« so-
als-ch voll in den Dienst des Staates treien wivd. sin-d bereits er-
wähnt. Von d«n 660 im Dienst der Lllstverkehrsaeftllfchaffte« L«.
ündlichen Fluazeuqen wird ein grotzer Teil als Vombenflugzeug«
Nerwendung f>nden.
Auch der Vedarf an fl!«qend«m Perfonal fcheint gestchert. Neben
der Ausbildung in der Flieqertruppe während der Dienstzeit ui»d
anschlietzend als Kavitulant befftht in Frankreich die MöaliLkeit,
sich auf Kosten des Ktaates schon vor der Dienstzeit in „Frelstrllen^
privater Fliegerschulen, di« unter einer gewiflen militärijchen Auft
'D°st'rrlchrmtwöchcntl sirbenmal.Beilaaen:DtdaSkalla<8onnt.> —
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»!"hien m "?»b-nur bis ,um2. led.Mrr anaenommen. Am l u.S.noch gelief.Zeitunaen stnd nach d. Einzelverkanfsprei, zube-
^^^^^d.EinzrlnummerMk lVll-. Jstd'eZeitung amErscheinrnverhindert,besteht keinNnspruch ausLntschSdiauna'
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MontagrMk. l6.—mehr. Die 68 mm breite RekIame>.eiIe kostet Mk.S66.—, Anzeigen un» Rrksa nr r oon o-.'.-i-viirt; 25'/» höher
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E Eranzösische Presie zum arrgeblichen -eutschen Airgebot.
^o» unserem N-Korrespondenten
Parts, 2ä. April.
^resjs gsmeldet, hat sich Gngland verpflichtet aefulilt. zu
xg ein eveiituelles Reparationsanqebot der Neichs-
d^stei, ,."a» London nichk annehmen könne, sondern dasselbe zur
Naun^bersendunn nach " ' ' '
di "kr«!ch t msbesondere. da Porncars mltgeieiit dane. nan
im? uichi deutsches Anaebot nicht annehmen move. wenn ihm
s M biTnr,- ^kt tuninae. Es vcrsieht sich von selbst, dak nach eincr
,,^N'-?'"kn GrNärunn der offizietten cnqlischen Agentnr das
sM Und e K ab i n e t t seine Stesiung wiederum verstärlt
Und V ^ »eaoineri
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K, Ne,r.?"esvondent der „Da'ln Mail". dcr z»m Ouai d'Oriaq
d, unterbcilt. crklärt. dasi man in Nariser offiziellen
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r Eiqele^ll aSqebe» werde, und dast es von Frankrei» cilatt
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'im.E NiK.^orrespondent erfäbrt. dasi die ftanzSMs Reqierunq es
i levv^N. /1 l i a f?) habc. Verhandlunaen mit Deutschland ein-
E 1n fle übeveuqt sei. dasi ein weiterer Drnck auf Deutsch-
^ir n^ess.» . Stiveannq der deutschen Jndustrie sühren würde und
-» die deiitsche Reaierunq zn einer anderen Auffasiunq
kla«»>lios»« I!5»n müstt«. — Der ..New Pork 5-erald". der ebenfalls
- m»!.' dgh " -Leröffentlichunqen des Ouai d'Orfay benutzt wird, er-
s,7»ftei» kiki Revarationsanqebot von 20 Milliarden von
> t wü^7 "k meiteres der Reichsreqierunq zurückge -
'i^Iond l'« Nrankreich darin den Beweis sehen würde. das;
' >>ss,"siich r "ch dqrüber noch nicht klar wurde, was die Ruhrakt-on
fti^'Ne», «>"kchte. Selbst wcnn ein falches Revarationsanqebot
lich „j^antievsrtraa aus gsi Iahre beqleitet fei, könnte sdrank-
^ii^daei, i-amit aufriedcn aeben. da feine Re"arat!ons-
flv» ^nfi.^^t befriediat würden. Es scheine infolqedesien vor-
dft s?^ ^ Ruhrbesctzunq fortdauern zu lasien. —
französtsche Presi«
Ti.kc bevorsiekendcn deutschen Vorfchläqe eifriq zu er-
^ktz^E' da^E erv ^ saat in^ der ,.V ! c_t o i r e", diesmal sibeint
»!
>e M;,si.,76 w,r uns dem 6afen nähern. Die dentschen
>»e.?-e eln-i Ell "om Ruin bedroht durch ' '
tz"l)°n Möalichksit
, , . die Nuhrbesehunq,
-'^en Mäqlichkeit war. was immer auch die Enaländer
der m^!?iiltio--n f?r!cden herbeizuführen (!). haben beqriffen,
„^uere Midersiand veraeblich wäre. und dab in ihrem
Stunde des
^eiiere Widerstand veraeblich wäre, ünd t
k«^NNd,s^kresie ^ Interefle Deutschlands die
'ei- Wenn dl« fnhranden Männr, in Deutili
^hk^°»eikd^^öE sind, so werd
njsftn f»"^5 Tatsache aeaenüberst
. ^ > °nzösis».deutfch«n
§Ntzi^,er ^^0 Lestanden hat.
tz/rd/ E"" erörtert die Fr
werden wir binnen kurzem einer
aeaenübersteh-m: der Unterzeichnimq des'
Friedens. der niemals
imnn iqrcii't va
! ^Okk Ebwosis , ^ wichtigste. Man
>°t lft,e><tz "vu euiu.uroen zuruoinair einorinqen weroe.
Mler?n H, liie-se Ari und Weise ungefähr das kaben. was
" Müllers enthalt«. Der Verzicht verschie-
Goldvr-^ ihre Rechte könnt« di« Summe von 56 M-l--
ln 1«« ^ fooar noch weiter herabsehen. ohne Frankreich
1 erks«'- llebr!q«ns. so erklärt das Blatt. hab« «s schon
'« ^otz die Eummen nur Werte sind. deren Inbrlt
">!. j' ^ahlunyz, ' ' ^ ' ' '
Frage. welch« Summe Deutschland
Dann schreibt das Blatt weiter. das sei aber
bab« schon festqestellt. dast Frank-
... ,- Alliierien 132 Milliarden Ealn-
bereit sei, unter qewisien Vedina«n.->en diese
Miliiarden Eoldmark durch Annullieruna
s tz», Ser'e n herabz^ufetzen, was ihm einen
Anteil
von 23 Milliarden Eoldmark einbrinqen werd«.
o>« «uuimen uur .
!?»>!, r d i u?,,»">nqsmethoden wechsele. Was wichtiqer sei. seisn
n- 6 u n - - --- - -
d-V 2 " llen.
di,"L«Neinn°hv
unter denen di« Zahlunaen siattiänNsn,
die man vns biete. tzermann Müller
^----.»iiuiimen und er füqe in Lbrigens vaoer Form
7"oi,st.'M-usiriz. k«r Handel, die Banken u-id d-'e Landw'rt-
it^^N n lero» " werden müßten, Earantien zu qeben. Was versteh«
k.^n - °v'inrlH^^"O e uvr e" ftaat: Mird man uns mit einer
«ins!,, Nep«lunq kommen? Wird mcm uns saqen, w!r
K^»°niu llnte»E.tI°ine Schmieriqkeüen, die wir n'cht vorausgesehen
Äakinna >^en Umständen werden w!r Deutschland konser-
.rq^°lvuy v onieq a-iszwinqen und in fünf Iahren die endqültiqe
»ufwers»« - llvird man ferner auch die Sicherheits-
Cn.? iu su»- ^ "klären. «s sei wohl noch Zeit qeauq. die
lt^ft wetsi ?En. wenn man das Rhe'nufer in 15 oder 21 Iabren
N>» 'o-" » räumen werde? Das alles sind wohl nur Ee»
k«!5laiu,'"nami ,"?>chwc!gcn, das qeheimn'svoll nnserc Sach«er-
Nve Se- '->>n wi-'-.o'vlnqt ung davon zu sprechen. Wenn man nicht
km Nm^dlt «erden die Neutralen und Belqicn uns vor ein
«E>n Deutschland weih jetzt. was es uns schuldet
s.,-„V rnuk, daran haben. auszuführen imd wiederaufzu-
Kred^j En, wie arost seine Zahlnnasfähiqkeit und die
iKiSrSM^ -
protz seine Zahlnnasfähigkeit und die
Di« ..IournSe I nd u st r i e l l c"
filz^'rii^ ? n'n werd« all«r Mahdsck«inlichkeit'nach einen qrosten
lL.^Nd^ wen'^"^.E^H machen. Was werde es vorschlaaen?
lii
au^nner
E!n beträchtlicher Bruchteil seiner
o« sich bereits dem Plans anqeschlosien. der
i ^Enz der ftanzösischen. englischen, italienischen,
*NnMi--Nt!men Sozialisten aufgestellt wurde. und an der
>me ALgeordnet« Auriol aktrv tLilgenommen hab«.
und
PoincarL werde von den Ereiqniflen nicht überrascht sein. Er wifle
sehr gut, dasi es in einer Soche wie dieser nicht von Vedeutung ist,
ob der Patient die Pille gleich beim ersten Male schluckt. Das
wesentlichste ist, dab der Patient sic im Jntercsse jedermanns und
in seinem eigenen Interefle schlietzlich überhaupt schluckt.
SeutMuds Aaturalliefermgen.
Ein Bericht der Reparationslommission.
Von unserem H-Korrespondenten.
Paris, 25. April.
Die Reparationskommission veröffentlicht folgendc-n
Bericht:
Dsr Beschlutz der Reparationskommission vom 21. März 1922 leqt
Deutschland die Verpflichtunq auf, im Jahre 1923 Natural-
lieferunaen für 1456 Millionen Eoldmark zu vollziehen, davon
sollten 956 Millionen an Frankreich und 506 Millionen Eoldmark an
die übrigen allüerten Mächte gehen. Das finanzielle Abkommen vom
11. März 1922 bestimmt, das, die 666 Millionen Eoldmark nach einem
Abzuq von 24 Prozcnt, d. h. also von 126 Millionen Eoldmark, d!e
auf England entfallen, unter den übriqen Mächten in dem Verhält-
nis ausgeteilt werden sollen, wie dies im Abkommen von Spaa vor-
gesehen war, wobei einzelne Verichtigunoen noch vorgenommen wer-
den können, falls etnzelne oder mehrere Mächte weniqer an Natural-
lieferungen zu beziehen wünschen, als ihnen zukommt. Nach dcn
bisheriqen Ausstellungen der Reparationskommission hatten die ein-
zelnen MSchte solgendes Recht auf Naturallieferungen:
Enaland.. . 186 666 666 Eoldmark
Italien. 146 666 666
Iapan. 11060066 „
Belgien. 117 060 666
Eriechenland und Rumänien . 22 666 606 „
Serbien. 73 606660
Portugal. 11600060
Im Dezember 1922 «urdc es notwendiq, das Abkommen vom
11. März 1922 zu berichtiqen. Die Prioritätsrechte Italiens wurden
einstweilen beiseite geschoben, da die Fraqe noch nicht spruchreif war,
weil Jtalien noch nicht alle Lieferungen bestellt hatte, auf die es
Anspruch erheben konnte. Man hatte jedoch bereits den Einhruck,
datz England nnd Serbien mehr an Naturallieferunqen Le-
zogen hatten, als ihnen zugesvrochen worden war, während diö
übrigen MSchte weniger in Anspruch nahmen. Die Reparations-
kommission beschloh nun, dah von den Reparationen in Natural«
lieferunqen, die die übriqen Mächte nicht in Ansvruch qenommen
hatten, 62.2 Prozent England und 37,8 Vrozent Serb'en zuqesprochen
werden sollen. Die Neparationskommission ist nunmehr in der Laqe.
die Summen festzustellen, die auf die Naturallieferunqen Deutsch-
lands für das Kreditkonto gutgeschrieben wurden. Diese
Summe beträat fllr
Frankreich. 269 461 666 Goldmark
die Lbriqen Mächte, di« Anspruch
auf Naturallieferungen haben 486 542 766 «
Folgende Tabelle zeiqt, welche Aufträge von den einzelnen
Mächten erteilt worden sind:
Ertsilte
Aufträge
> 273 906 666
167 266 660
138 260 606
94 766 666-
4 660 660
. 139 266 660
. 14 660 666
9 466 666
Frankreich ,
Enqland .
Italien . .
Velqien . .
Eriechenland
Serbien . ,
Rmnänien ,
Portugal
zusammen
Gutschrift auf
Kreditkonto für 1922
269 664166 Eoldmark
167 851 766 »
167 762 366
65 636 766
4 619 566
160 882 566
14 582 766
9 367 866
841860 606
739 766 806 Eoldmark.
Aeiie französifche WMiirakte.
Ausdehnung der Besetzung. — Raub nnd Terror.
Limburg, 25. Aprtl.
Autzer den Ortschafien Dauborn, Werschau und Nauheim stnd
die Dörfer Neesbach und Mensfelden sowie der Bahnhof
Niederbrechen als zum besetzten Eebiet qehörig erklärt wor-
den. Der auf der Bürgerme-sterei in Mensfelden zurllckgelaflene
Zettel spricht von einem Beschluh der Rheinlandkammis-
sion vom 16. März.
»
Blätiermeldungen zufolge haben die Franzosen in den letzten
Taqen eine qrötzere Anzahl tschechoslowakischer ind pol-
nischerArbekter zur VerlaNunq von Koks und Kohlen auf die
besetzten staatlichen Zechen bei Buer qeschafft. Zwischen den frem-
den Arbeitern und den deutsKen Beralentev beeannen bcreits
Streitiqkeiten. In einer Wirtlchakt in Brer ist cs zn <»iner
schweren Schläqerei pekommen. bei der es aui beiden Seiten
' Schwervsrletzte qab. Jn Langendreer wurde Dienstaq abend
ein Auto der Zigaretten'abrik von Hans Berqmann mit Ziqa-
retten im Werte von 25Millionen Mark obne Erund von den
Franzosen „beschlagnahmt". — Nach 18täqiqer 6aft ist der Eisen-
bahnpräsident Mauh in Kray wieder freiqelaflen worden. Gründe-
für seine Verhaftunq wurden von den Franzofen nicht anqeqeben.
— Jn der Nacht vom 21. zum 22. April sind !n Dorsten das ge-
samte Lokomotiv- und Zuqpersonal eines Güterzuqes sowie acht
Eisenbahnbeamte nerhaftet worden. Die Ursache >st noch nicht
aufqeklärt. — Der Schlofler Hendricks ist auf dem Wege vcn
sc-iner Dienststelle, der Betriebswerkstätte Dellmig, zu seiner
Wohnung von drei französischen Soldaten festvehalten, nach seinem
Patz qefraat, geschlaqen «nd aetreten worden. Autzerdem wurde ihm
selne Barschalt ron 66 600 Mark qeraubt. — Jn Schflrnhorst
wurde der Nanqiermeister Sulk angebltch weqen des Versuch, dcr
Bcstechunq und des Schmugqels von den Franzosen verhaftet.
— Den Eisenbahnern in 8 nencn und Rauxel ist durch Aushanq
ein llltkmatum zur Wiederaufnahme des Dienstes qestellt mcr-
dcn. Jm Ablehnunqsfalle sollen sie ihre Dienstwohnnnqen
räumen. Die beteiligten Eisenbcchner lehntc» Las Ansinnen der
Franzosen ah
Englands Ohnmachl gegen Frankreich.
Dft lebhaften Etörierungen, die in den letztcn Tagen in bei-den
Häusern des enqlischen Parlaments über die Vedro'hung Eng-
lands durch dre gewaltige U e be r le g e nh e i i der
französischen Luftmacht stattfanden, haben in dsr deutschen
Oeffentlichkeit häufig den Eindruck erweckt, als ob der enqlisch«
Staatsfekcetär fllr Luftfahrt die Laqe Englands absichtlich zu sckwarz
geschildcrt habs, um die Znrückhaltunq Erotzbritanniens in der Frag«
der Ruhrbesetzung zu snischuldiqen. Vielsach hat man d!e Anqabcn
der englischen Reqierungsvertreter auch als Austakt zu einer qrotzen
Propaqanda für Stärkung der englischen Lustmacht und deshalb alr
übertrieben anqesehen.
D-e folgenden zahlenmähigen Angaken ze'qen, datz di « mili.
tärische Laqe Englands gegenüber Frankreich
durch das Fehlcn «iner starkcn enalischen Luft-
macht in der Tat geradezu trostlos ist:
1. An Flieqerverbänden besitzt England auf den
Lritischen Jnseln zurzeit 9i4 Squadrons. da-' sind auf dem Papier
17 4 Fluqzcnqe in der Front und als erste Reserve. Diese erstaun-
lich geringe Anzahl Verbände und Fluaieuqe findet ihre Begründung
>n der schnellen Auflösunq der e- ql'schen Flieqertruvpe nach dem
Krieqe und in der Festlequnq der Mafle der englischen Luftmacht
im Auslande. Jn Konstantinopel, Aegypten, im Ira»
und in Indien Lefinden sich 22!4 Squadrong. die für ein« krieqe«
rische Entwicklunq in Eurora aus-allen. Wenn der enqlische Luft»
minisier d!e Zabl der zurzeit vorhan>enen Front-Fluqzeuq« auf 351
anqibt, so kann sich diese Zahl nur auf di« yesamte englisch« Flieger»
trupve Leziehen. Der Etat ist also bei weitem nicht erreicht.
Frankreich dageqen hat im Frieden auf französtschem Doden
162 Escadrillen m!i zusammen 1488 etatsmätziaen Fluqzeugen.
Dazu kommen etwa 36 Escadrillen in Alqier, Marokko und
Tunis, die zum Teil herangezoqen werden könnten. Die Gesamt-
zahl der vorhand«n«n Militär-Fluqzeuqe wurde von amtlicher Seit«
in der französischen Kammer für Ende 1922 auf 4266 angeg«b«n. Di«
Etatszahl der Frantfluqzeuqe ist also weit übertroffen.
2. Die Ueberlegenheit Frankreichs wird noch grötzer, wenn ma»
die Orqanisation und Eliedvrung d«r beiderseitiqen Flieger»
kräfte vergleicht. Die zur Verteidiqung der Lritifche« Insel»
zur Verfügunq stehenden SX Squadrons müflen der Flott« und de«
Keer«. d«r Luftaufklärunq. der Abwehr feindlicher Fluqzeuqe und
d«r Durchfuhruaq eigener Bombenanqriffe dienen. Eine Zufammen»
faflung in qrützere Nerbände isi unterblieben.
Frankreichs Escadrillen dageqen stnd j« nach ihrer b«ab»
sichtiqten Nerwendnnq unterfchieden in Aufflärunasstaffeln. Jaad-
staffeln. Bombenstaffeln fift Taq- und folche für Nachtanqriffe. Si«
sind wohl qeqliedert in Eruppen zu mehreren Escadrillen, In Flieger»
reqimenter und Brioaden, ja der Kern der Flieqsrkampfkräfte ist
zufammenqefatzt zn einer Lustdivision. bestehend aus 269 Iag-dfluq»
-euqen und 240 Dombenstaf-feln. FLr reine Kampszwecke stehen
Frankreich schon im Trieden etwa 166 Staffeln mit 1660
Fluqzeugen zur Derfüaunq.
3. Die vorstehenden Zahlen qeben nur die Friedens»
allederunq wieder. Die Siärke der Fliegertruppe im
Krieqe ist nicht unweftntlich bedinot von der Entwicklunq des
zivilen Luftverkehrs und der Le'stunqsfähiqkeit der Flug.
zsugindustrie. H!er liegen d!« stillen Kriegsrelerven an t«ch»
nischem Persoval und Flnazeuqen.
Englands Luftverkehr ist unbedeutend. Rur drei kurz«
Linien vermitteln den Derkehr mit dem Festland: von Londo«
na» Paris. nach Amsterdam nnd nach Köln. Jn Enaland
selbst ist nur di« Lini« Londo n—M anch « ster in Betrieb. Nur
zögernd greift di« Reqiernng mit staatlichen Sub»
ventionen helfend e i n. Der englifchen Inld-rstrle fehlen
daher Aufträge für die Zivillustfahrt: und di« kleine englisch»
Flieqertruvpe zehrt nnter dem Druck des Eeddes-Sparvroqramms
noK immer von alten Krieqsbeständen. So lieqt die' «tnst
bluhende Flugzeug I nd.ustri e Englands gänzlich
darnieder.
Frankreichs Jndustrie daqegen w>rd nicht nur durch d«n
Bed-arf der ktarken Fl!eg«rtrupv« an neuen.Fluqzeuqen. sandern auch
durch V«stell"nq«n ü>r di« privaten Lustvetkehrsqefellfchaften reich
befruchtet. Eine gesKickte Proraqanda hat es autzerdem verstanden,
im Avslande vor allem in SLidamerika und den Trabantenstaatey
des östlichen Europas, dauernde Absatzoebiet« tür fran-ösisch« Fluq.
-euoe zu schaffen. So konnte der französische Unterstaatsfekretär iür
Luftfahrt mit Befriediaunq feststellen. datz in den ersten 11 Monaten
des Iabres 1922 in Frankreich 3 3 66 neu« Flugieuge herqesteltt
seien. Die Nerqleichszahl für England ist nicht b«kannt: sie kan»
nur »nbedeutend sein.
Frankre'chs Luftverkehr umfatzt« 1922 eff qroß« Linien. An
L'nien ins Ausland ftien qenann»: Pa i. i s -L ondon, Nari s—
Pra a—W arschau. Pari s—B udanest, Pari s—B rüss«k,
Pari s—M arseill e—A lqier. Reiche staatüche Subventionen
erhalten den Luftv«rkebr lebenskähig.
4. llebsr die beabsichtiqte Krieqsaliederuna der eng-
lischen Fliegertruvp« ist nichjs bekannt. Es feblt England vor
allem an einer starken schlaabereiten Luftstreitmacht, d!e imstand«
wäre. die einziq w-rkfame Lustvertcidiq-.ina a'lsiuführen — den Luft-
anarisf qeaen den Eeqner Lber ftinen Flughäftn. Zur Dermehrunq
ieiner völlig unzulanql'chen Flieqerwafft ist Enqlanld zunächst auff
>as noch vom Krieqe her stammende fliegende Personal vnd auk
Krieosfluqz«uge anqewiesen.
Frankreich daqeqen verfüqt stir den sofortiqen Elnsatz üb«,
leindlichem Eebftt vor allem Lb«r seine Flieqerkampfkräfte. 1666
Fluazeuqe, für Kampfzwecke zwsckmätzia aeqliedert. qegen «twas mehr
als hunn«rt Fluazeuoe. die allep möqli»en Aufaabon pereckit werden
sollen! We!t vorausschaiiend ab«r hat Frankreich für dft sofort ein.
»ul«!tende Verstärkuna ft-ner Flie-er-kräfte qesorqt. Sein Bestand
an Flugzeuaen und di« LeistunasfShigkeit seiner Industrl«. di« so-
als-ch voll in den Dienst des Staates treien wivd. sin-d bereits er-
wähnt. Von d«n 660 im Dienst der Lllstverkehrsaeftllfchaffte« L«.
ündlichen Fluazeuqen wird ein grotzer Teil als Vombenflugzeug«
Nerwendung f>nden.
Auch der Vedarf an fl!«qend«m Perfonal fcheint gestchert. Neben
der Ausbildung in der Flieqertruppe während der Dienstzeit ui»d
anschlietzend als Kavitulant befftht in Frankreich die MöaliLkeit,
sich auf Kosten des Ktaates schon vor der Dienstzeit in „Frelstrllen^
privater Fliegerschulen, di« unter einer gewiflen militärijchen Auft


