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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0711

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"S. 87. Aprrl 1923.

BeiblaLL der Badischen Post

Leite L

Aus der Stadt.

Zm neuen Gaswerl

r"" unseren Vericht über die Besichtigung des neuen
wii-E b durch den ReichsbunddeutjtherTechnik
Neiin-!? solgenden einen technischen Bericht dcs Schriftfiihrers
. Der ^snruppe:

n ^en Igi^?üichen Besichtigung des auf historischem Boden in den
Meiien errichtetcn Wcrkes — fanden sich doch bei de'n Schacht-
^berr^st bem in Urzsiten vom Neckar durchflossencn Eslände
einer Römerniederlassung — ging ein sehr lehrrcichir

^irug Bortrag des Oberbaurats Kuckuck

vör^ fesielnden Worten darlegte, wie es gerads unserer
r,^°Nden.fEn war, die vor Jahrhunderttausendcn Hlühenden und
Lusi„r.«^3en Urwäldcr, die durch Naturereignisie vcrsunken und
^Nbelt (siüutz Zu unsersm wichtigen Bodenschatz — Kohle -- ver-
^iikeiK.„l"°rn, durch die Easindustrie !n alter Farbenprachi und
»m wieder erstehen M lassen. Wird bei der direkten Vcr-

Wohlfahrtspflege (soziale Fürsorge) mit besonderer Berücksichtigung
der Jugendwohlfahrt (S engl: Störungen dcr Stimme und Sprache
(Kümmel): Rassehygiene (Dresel): Religion und Philosophie in
Cbina und Ja--an (Krause): Der Mensch zur Eiszeit in Europa
(Wahle): Deutschland und Frankreich im Wandel der Iahr-
hunderte (E a r t e 11 i e r i): Napoleon I. (W i n - e l b a n d): Die
Alpen (S ch m i t t h e n n e r): Einführung in die Volkswirischafts-
lehre (Salin): Die Krists des m'odernen Staatsgedankens
Weber): Eeoloqische Eeschichte, der Heidelherger Eegend

Salomon). — Professor Andreas, der Nachfolger des 'nach
München berufenen Professor Oncken hat seine Lehrtätigkeit an
der hiesigen Universttät aufgenommen. Vom kommenden Winter-
semester äb wird er auch, wie sein Vorgänger, jeweils Montags ein
für weitere Kreise bestimmtes Kolleg abhalten.

r, "I von"ön-der Kohle ausgespeicherte Urweltsonncnschcin in
Erme jetzt nutzbar gemacht, so gelingt es durch die Ver-
Lustabschluß — irockene Destillation — die in der
^ e>M-^""?kimden Kräfte viel besier auszunützen, einesteils durch
^as, andernteils durch dcn hochwertigcn Koks.
U.^obl»n ""i dem Wege trockenen Destillation aus
jfme iw- " »usgetriebenen Rohgas sind aber die wichtigsten Erund-
iü k^igas ^ chemischen Industrie gerade in den für das eigentliche
» ubor^^üuschten Beimengungen, dem Teer u. a. enthalten:
d°. ?H°"de, schwarzbraune Teer Lildet das Ausgangsprodukt
stSrieLo„.herrl!chsten Farbstoffe — Anilinfarben, Jndigo —, der
"°uen Düfte — Parfllm —, sowie der wichtigsten Arznei-
Sacharins. des Treiböles, Benzols, Naphthalins,
k Dixkl ^unger, von Sprengstoffen und vielem anderen mchr.

j-3anze Jndustrie zu zerstören. bezw. für stch nutzbar zu
kahn f. ^>e Absicht unsercr ehemaligen Feinde. Die Folgen da-
>d> ist -,, i l^er selbst vorstellen; denn das Wichtiqste für Deutsch-
o, rzeit nicht die Erzeugung von Leuchtaas, sondern dic Ee-
»d^Utli^"? Veredelung der dabei anfallcnden Ncbenprodulte,

1 .uasttz^A des Teers. Das ursprllngliche Hauptgebiet der Eas-
s ? dur^'^.btädte mit Licht zu versorgen, ist ja ichon heute groszen-
i »NoNk,--^ fchnell ausblühende, durch die Wasserkraft von der
sio lastin ""3>ge Elektrizitätskraft Lbernommen, während das ehe-
^Utg°i--3° Nebenprodukt der Easerzeugung heute zum wertvollen
Ud beworden ist.

^.Heidelberg kann sich rühmen, an der Vcrvollkomm-
K habeg - ^rverwertung einen sehr wcsentlichen Anteil genommcn
^Uein k,'?°um es Männer, wie Bunsen, v. Beyer u. a., in seinen
n Nach^ ^erbergte.

^oersichi. n>- der Vortragende noch an Hand von Zeichnungen und
boo^Ianen den Eang der eigentlichen Easerzsugung erläytert
uann die

Mn Bestchtigung des Werkes

feiner und des Betriebsleiters Klose Fiihrung. Die
hs ^ifenbon sich dabei ein Bild machen, in welcher Weise das

^aq°Ä-"N'N3en anrollende Kohlenmaterial rein mechanisch mit-
te». Uach D lpper entladen, im Silo aufgespeichert wird, um von da
d>°.! stek>°»^nrf den sog. Retorten — das sind feuerfeste, hier scnk-
M d,,»» Behälter — zugefiihrt zu werden. Diese Retorten
,-W der gf^ Eeneratorfeuerung geheizt und dabei unter Lustab-
^ do « Ee flüchtigen Bestandteile entzogen. Währcnd diese
Nohgas — ständig abgeführt werden, wird der in den
>>>i^3 j>," -'sibleibende weitzglühende Koks nach vollendetrr Ent-
>de?-*ein -^nfacher aber sinnreicher Weise abgelasien, gleich gelöscht
f>ix ^8ef,,m.t^nnisch zu einem hoch gelegenen Brecher- und Sortier-

AU eilieill gl>n, ge>r;jr>>->, __

^3gen . ?nn wo aus ebenfalls mechanisch die Verladung in
>V3s g„ "folgen kann.

?i« i53e Nkn Retorten austretende heitze Eas gelangt Lber eine
Hei^Ifer- , Nermeidung des Rückströmens in die Kondensatoren,
D° - luftgekühlt den grötzten Teil des Teergehaltes ab-
^iin «Nts°, Rest von Teer wird dann nüch durch Stohkonden-
^ „ntz in denen das von einem Eebläse anzesaugte Eas

- , r ... c>-^,—...

z^ngep r-»-- ........ -.

^ Ugh auf seinem Wege verschiedene Ablenkungen zu

^i»-0 von die schweren Beimengungen abzuscheiden.

dlz^Flmng -pver besreite Rohgas enthält abcr noch Ammoniak und
- L?iz- >i?fi..beides Stoffe, die vor der Verwendung des Eases

--

Leuchtmittel entfcrnt werden mussen.
f>ek ^usch Nd die Reinigung von Ammoniak aus nasiem Wege durch
f>äs^wes°i ^ Eases mittels fein verteilten Wasiers erfolgt, muh
„ u>asierstoff auf chemischem Wege entfernt werden, indcm
>,fu D°„i,3rohen Behältern durch Horden geführt wird, die mit
amMew UMand reichlich r ' '

beg^ vder der als Abfallp...,.. ..

Ifi NgL, U^n. Lux-Masse reichert sich der Schwebel an und das
Ndi^ dem Nerlassen dieser verschiedcnen Reiniger gebrauchssertig.
^^igenii-^rotzen Stationsgasmesser wird cs gemessen und dann
Ü dvrö, Easbehälter zugeführt. In dicsem Behälter, dessen

^tv^igt, ^ ?dn Stand der unten in Wasssr eintauchcnden Easglocke
ni>i° Es T/i-Gas unter einem für den Eebrauch zu hohen
str-sii Drn^utz deshalb für den Eintritt in das Leitungsnetz in
, lahz «a vermindert wcrdcn, was mittels besonderer Apparate
sij'U'nechanisch erfolgt.
vch Eewinnung un

i>esai,??°are Maschinen vorhanden sind. sei nur nebenvei er-
Ent?5öN°n eine Anlage fllr die Fernversorgung mit Eas auf
?Us ^i der N r-^nen ohne Easbehälter an der Verbrauchsstelle.

feytliifch^Ü3ung fiel neben der überaus zweckmätzigen auch
-eie^E a»f ^.Efweiterungen Rllcksicht nchmcnden Anlage ganz be-
üjy aae ^ überall — auch beim Transport der Waaen auf dem
iAechg„„-uc e n s ch e n - und Tierkraft unter Verwendung
?eriK,iu>a Antriebe mLglichst a u s g e s ch a l t e t i st.
m»,.uet°„ ^ecommendo Renaraturen werden in einer modern ein-

einer modern ein-
Versuche Apparate

vö^r^ Anrrieve mogticyp ausgej
idiUiüen mr^°nnnende Reparaturen werden in
F§^auj ^Üftätte sofort ausgeführt, auch fllr

^kv,'3e ^gkNedienungsmannschaften der Anstalt sind helle ge-
aebe;,. und Baderäume vorhanden, in denen von der Ab-
Äv^Ubgö'ües Warmwasier neben Kaltwasier für Brause- und
,'Ueg ^ l'eo-n Versüguna stebt. In direktem Anschlutz nn diese
° t °?5rschli»k,L ^ luftigen Ankleideräume, in dcnen jeder Arbei
UUjh^lg,^ gbaren Sck>rank besibt. Neben dem Ankleideraum liegi
Än Aerl^^i Tischen und Bänkcn versehene Spciferaum, der
Aei^Ugemoin nilungen und Vorträgen benutzt wird
it^m^atzarii^uren die Teilnehmer der Besi-Htignng erstaunt. in
tz, dgk, 3^er Weise der In der Fabrikation allgemein gültige

Die Vrenghchpreise.

Z>ts>T( big"3 °as Erzeuqnis vom Eintritt in den Betrieb als Roh-
ü..ey gl,/-v, Nerlallen des Werkes in ständiaem nicht zurück-
> üle I kr-"!-enden Werdegana sein sall. amb bier trotz der
Uyd d^"fi f^on gevlanten ErweiterungsmLglichkeit streng
i». D;^U!k bn^ "fch in Verbindung mit den modernen Hilfsmitteln
d>er d.NesiK Mirtschaftlichkeit erzielt wird.

3i»i>-°>e Wö°>,-^N3 hat aber auch gezeiqt, datz dabei dem TeKniker
üu zi°v°!."ui5it aegeben ist, auch für sein Svezialgebiet Nutzen
»d, ifsui, ^ ^ ist daher zu hoffen, datz auch bei der

Neckarkanalbauarbciten der Staustuse Wicblingen

k!?iisiv^ten „3?ch den Reichsbund im Hinblick auf die intsresianten
?> -Erdzörderunasbetriebe eine sebr reae Bcteiligung

i>ez3"esfvunkt 2.45 Uhr am Bismarckplatz, Eäste sind will-
, "g dergs>;?3 dadurch, datz auch Techniker anderer Fachgebiete
i ^3tschlg«?3e Arbeiten kennen lerncn, für dis Eesamtentwick-
s mancher fördernde Anstofi gegeben wird.

Dipl.-Jng. W. Bauer.

Man schreibt uns: Die Preisbildung des Vrennholzes in
den Staatswaldungen war in letzter Zeit wiederhokt Gegen-
stand der öffentkichen Kritik. Diese meist abfällige Beurteilung der
Preispolitik des Staates ist sachlich nicht begründet. Wohl sind auch
die Brcnnholzpreise mit der Geldentwertung gestiegen: die Preis-
steiaerung war aber durchaus angemesien, es erreichen die heutigen
Anschläge des Brennholzes nicht den mit der Teuerungsziffer der
allgemeinen Lebenshaltung vervielfachten Friedenspreis. Der Ver-
waltungsaufwand, die Hölzzurichtunaslöhne und nicht zuletzt die
llnterhaltungskostcn der durch die Holzabfuhr in Anspruch aenom-
menen Waldwege sind schon seit längerer Zeit derartig im Wachsen
begriffen, datz die gerinaen Holzsorten bei dem ietzig'cn Preisstand
des Brennholzes ohne Verluste der Wirtschaftsführung N'cht mehr
aufbereitet werden können. Die Auffasiunq der aüf den Fernbezug
anaewiescnen Vedarfsgemeinden geüt übrigens übereinitimmend
dahin. datz der Brennhölzeinschlaq nickit dnrch allzustarken Druck auf
die Waldbesitzer unierbunden werden dürfe, obwohl gerade diese
Eemeinden durch die hohen Bahntransvortkosten besondcrs
belastet werden. Die Erfahrunaen der vergangenen Zeit haben
nämlich qezeiqt, datz der Brennholzeinschlaq in einer für die Ver-
braucher nachteiligen Weise eine Einschränkunq ersahren
wird, wenn bei der Festsetzuna der Anichläge in den Staatswal-
dungen, die gleichzeitg für die übrigen Maldungen ols Anaemesien-
beitsvreise qelten. diese zu sehr qedrückt werden. Die süddeutschsn
Nachbarstaaten haben meist wesentlich höhere Brennholzpreiss als
Baden. Es geht dies aus der folgenden Vergleichung der Preise
für einen Ster Vrennhclz hervor:

2. Kl. 2. Kl.

Vuchenscheiter, Vuchenprügel, Nadelscheiter, Nadelprügel.
Baden 26 066 1. Kl. 26 400 20 866 1. Kl. 18 200

(mittl. Preisgruppe) 2. Kl. 18 200 2. Kl. 13 000

Bayern 33 000 1. Kl. 28 00» 28 200 1. Kl. 23 200

2. Kl. 21 400 2. Kl. 18 200

Hesien 43 800.

Die württemberaischen Nreffe sind ebsnfalls etwas höher wie d?e
badischen, einen weiteren Mahstab Lieten die Preise des Holzes,
sowe'it es im freien Handel verwertet wird. Hier Letraaen die
Brennbolzvreise das Doppelte und mehr der amtlichen Anschläas.

Schlietzlich sei noch daraus hinaewiesen, datz unter Zuorunde-
legunq der amtlichen Holzpreise die Brennwerte des Holzes
aiich bei den beutigen ermätzigten Koblenpreiscn noch erhebliih
billiger zu steheii kommen wie die Brennwerts entspr.'chender
Kohlenmengen.

* FLr das deutsche Volksopfer. Wie uns mitgeteilt wird, haben
die städtischen Veamten auch im Monat April durch einen vrozen-
tualen Abzug am Eehalt zum deutschsn Volksovfer Leiaetragen.
Die Spende für April beträgt insgesamt rund 3 200 000 Mark.

* Frühlingsfahrten von Verlin nach Siiddentschland. Am

6. und 13. Mai veranstaltet das Mitteleuropäische ReiseLLro 5 Lis
Otägige Frühlingsfahrten Berlin—He idelb erg und Berlin—
Baden-Baden mit bequem ausgcstatteten Aussichtswagen der
Reichspost. Die 624 Kilometcr lange Kraftwagenfahrt Halberstadt—
Heidelberg kostet 120 000 Mark, bis Baden-Baden 140 000 Mark.

* Widerrnf von Vildstreifen. Vor kurzem ging durch die Presie
die Nachricht, dah die Vorfllhrung der Lciden Filme „Die Minder-
jährige" und „Der Fürst der Berge" im Widerrufsvcrfahren von
der Oberprüfstelle in Verlin verböten wurde. Dcr Widerruf der
beiden Filmwcrke, die hier zur Norführnng gelangt warcn, ist von
dcm Heidelberger Ortsausschuh für Lichtspiel-
pflegc beantragt worden.

* Postverkehr nach der Rheinpfalz. Die Annahme von Paleten
und Wcrtbriefen für bie Rheinpfalz ist eingestcllt.

* Ein Lönsabend. Der Verein „Badische Heimai" hat am
Mittwoch abend dem niedersächsischen Dichter Löns Eastrecht ge-
währt. Datz der Verein damit dcn Wünschen vieler entgegen-
gekommen ist, bewies der überaus starke Besuch der Veranstaltung.
Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden der Ortsgruppe Heidel-
berg ..Badische Heimat", Prof. Fehrle, entwarf Geheimrat Prof.
Dr. Panzer in scharfen llmrissen ein Lebensbild des Dickiters,
lietz die Hörer mitgeben von der Wiege Löns' am Weichselstrand bis
zu seinem Erab in Frankreichs Erde. Der Eindruck, den dis Aus-
führungen Eeheimrat Panzers machte, wurde uoch vertieft durch
Eedichtvorträge (Frl. Panzer), durch Lieder (Frl. Pretorius)
und Eesänge zur Zupfgeige. die am besten für die dichterische Urkraft
Löns' zeugten. Der Abcnd hinterlietz einen sehr starken Eindruck.

* Aus dem Stadtteil Schlierbach Am vergangenen Sonntag
bereiteten in dcr Vergkirche zu Schlierbach die vereinigten evango-
lischen Kirchenchöre von Schlierbach und Ziegelhausen
einer zahlreich amvesendcn Gsmeinde eine cihebende Feierstunde.
Jn wohltuender Abwechslung führten sie, teils einzcln, teils gemsin-
sam, in Motetten und geistliche Üieder cin, die von sieghrftem Jubel
und klagender Sehnsucht durchzogen waren. Datz beide Chöre felt
in der Hand ihrer Dirigenten lagen, war das Verdienst von Haupt-
lehrer Auth (Ziegelhausen) nnd des Herrn Krämer (Heidel-
berg). Dazwischen trug Fräulein Agnes Schli e r (Alt) mit arotzer
Innigkeit und Klangfülle Kompositionen ven Bach nnd Händci vor.
während Hauptmann Schavcr (Celle) und Lehrer Zobeley
(Violine) mit gervohnter Meisterschaft die Anwesenden erfreute.
Musikdirektor Otto Autenrieth waltete scines Amtes an der
Orgel, deren Register leider nicht für e:n Konzert voll ausrsichen.
Alle Mitwirkenden haben ihr Destcs gegeben. Tatz die Feicr tiefe
Empfindungen in oen Herzen der grotzcn sZuhörerschaft auslöste,
bcwiesen die rcichen Spendcn zum Besten cvangelischer Liebeswerke
im Stadtteil Schlierbach. Man hosft auf cin ferneres, ebenso wohl-
gelungenes Zusammenwirken beider Kirchenchöre zum Aufbau der
Eemeinde.

* Eröfsnung der Mannheimer Crfindungen-Mesie. Am Freitag-
vormittag 11 Ühr wird in Anwesenheit !dcs Ehren-, Presse- mid
Messeausschusses, der Äussteller und der Mit'glieder des veranstalten-
den Reichsverbandes Leutscher Erfinder e. V.. Mannheim, fowie der
Mitgli'eder staatlicher und städtischer Kommissionen z. V. der Rosen-
aartenkommission und des Stadtrats, die 3. Deutsche Erfindunqen-,
Neuheiten- un!d Jndustrie-Mesie wahrscheinljch durch einen badischen
Minister eröffnet. Nach dem sich hieran anschlietzenden Rund-
gang werden di« Kassenschalter dem allgemeinen KarteN'verkauf
zugänglich gemacht. Dort stnd auch Vereins- und Schülepkarten zu
stark ermätzizten Preifen zu haben. Der 64 Seiten starke trefflich
ausgsstattete Führer dürfte bei seinem verhältnismätzig geringen
Preis besonders in der Eeschäftswelt zahlreiche Jnteresienten find-en.

* Rusgegebencr Einbruch. Am Sonntag, den 23. April, nach-
mitiags zwischen 1)4 und 6)4 Uhr stieg ein bis jetzt noch Uiibelannter
durch ein Äbortfenster einer im Stadtteil Kirchheim gelegenen
ZigarreNfabrik in der Rlbsicht e!n, einen Diebstahl zu begehen. Da
er jedoch verschlossene Türen vorsand, mutzte er unverrichteter Sache
wieder abziehen.

* Fundunterschlagung. Am 24. April über Mittag hat ein
Fuhrmann auf dem Wege von Rohrbach nach Heidelberg einen Sack
Hajer verloren, der gejunden und nicht abgeliefert wurde.

Zum Tode der GroMerzoßln Luife.

Die Bestimmungen für die Beischungsfkierlrchkeiten

der versiorbenen Grotzherzogin-Witwe Luise konnten von dcm erst
am Dienstag nachmittag 'im Neuen Schlotz Baden cingetroffensn
Erotzherzog Friedrich znnächst nur unter gewissem Vorbehalt
getroffen werden, da die lZeit der Ankunft der Köniqin von
Schweden, mit deren Eintreffen von der Jnsel Lapri zu rechnen ist,
noch nicht feststeht.

Zunächsi wird die Leiche dex Heimgegangenen ini Schlotz
Vaden aufgebahrt und am Donnerstag von 3—5 Uhr ncrchmittags,
sowie am Freitag von 16-12 Uhr vormittags und 3—5 Uhr nach-
mittags für den Zutritt der Oeffcntlichkeit freigegeben. Allen den- .
jenigen, die der Verstorbenen im Leben nahegestanden haben oder
ihr auch sonst ein dankbares und verehrungsvolles EeLenlen be-
wahren, ist dadurch Eelegenheit gsgeben von der Heimgegangenrn
Abschied zu nehmen.

Am Samstag, den 28. April, findet im Neuen Schlotz in Baden
voraussichtlich nachmittags eine Trancrfeier statt, zu der Ein-
ladungskarten im Schlotz in Empfang genommen wcrden können.

Es wird jedoch dara'uf ausmerksam gomacht, datz eine Berücksich-
tigung der Raumverbältnisse weaen nur in beschränktem Umfange
stattfinden kann. Besondere Einladungen ergehen nicht. — Die
UeberfLhrung der Leiche dcr Verstorbenen von Schlotz Baden
nach dcm Mausoleum im Fasansngartcn in Karlsruhe sindet
in der Nacht von Sonntag auf Möntag in aller Stille statt.
Die Beisctzung ist für Möntag, den 30? A- ril, vormittaas in Aus-
sicht aenommen. Sie erfolgt in der Grotzherzoglichen Grablapelle
des Mausoleums in Karlsruhe. Äuch hierzu können Kortcn crhoben
werden. Die Ausgabestelle für diese Karten wird ebenso wie die
genaue Zeit der Trauerseicr Lekannt gegelien wcrden. Auch in der
Grotzherzoglichsn Eruftkapelle in Karlsruhe nötigt der Platzmangel
zu äutzerster Veschränlung.

Der König von Schweden ist am Donnerstag 10.50 Uhr
bier eingetroffen. Am Miitwoch und am Donnerstag abend ^and im
Neuen Schlotz eine Hausandacht statt, der die nächsten Ange-
hörigen und die Umgebung dcr vcistorbcncn Grotzherzogin an-
wohnten.

Die Teilnahme der badischen Reqierung.

— Karlsrnhe, 26. Aprff. Zum Ableben der Erotzherzoqin-Witwe
Luise wird uns vom Staatsministerium berichtet: Der
Minister des Jnnern hat einen Ministerialbeamten zur Verwaltung
des ehem. grotzherioalichen .ffauses nacki Baden delegiert. um
sich über die aus Anlatz der UeberfLhrung der Vcrstorbenen
nach Karlsruhe erforderlichen Vorkehrungen zu örientiercn. Eeitern
abend trat die badische Regieruna zu.einer Beratunn zusammen.
Sie beschlotz, der grotzherzoglichen Familic durch Ministerialdirektor
Leerg ihr Beilcid aussprechen zn lassen. Wie man dem Staats-
präsidenten mitteilte, wird die Beisetzuna crst am Ende der Woche,
unter Umständcn erst zu Veginn der nächsten Woche crfolgen.

Das Beffcid dcs Landtags.

Landtagspräsident Wittemann richtete im Namen des
badischen Landtagcs an die grotzherzoqliche Familie zum
Ableben der Erotzherzogin-Witwe Luise folgendes Telegramm:

Neues Schlotz Baden-Baden. Kön'gliche Höheit! Mit Jhnen
traucrt in herzlicher Anteilnahme der badische Landiag um den
Heimgang der hohen, edlen FLrstin, der Grotzherzogin Luise. deren
Andenkon wegen ihrer Lberaus grotzen Verd'enste um die Heimat
ein unvergetzliches und gesegnetcs bleiben wird.

gez.: Landtagspräsident Wittemann.

* Aus der Theaterkanzlei wird uns geschrieben: Das sogenannte
Märchenspiel „Androklus und der Löwe" verdient einen ausdrück-
lichen Hinweis. Es ist in der Mischung von gewichtigen Ereignisien
und kindlicher Naivität, von Leinahe tragischem Ernst und reinstem
Humor und Satire eines der persönlichsten und wertvollsien Stücks
Bernard Shaws. Das blutrünstige Rom der Christenoerfolaungen
wird zu einem entzllckcnden, grotesk-komischen Schauplatz für die
Legende vom Schnetder Androklus, der im Wald einem Löwrn einen
Dorn auszieht und in der Arena wiedererkannt wird, als er dem- '
selben Löwen zum Fratze vorgeworfen werden soll. Das kommt leib-
haftig auf die VLHne und in einem Stil, der die eleaante Dialektik
des mondänen Europas von heute in dis römische Welt der grau-
samsten Eeschehnisse, in dic Zcitcn einer gewaltiqen Weltenioende
verwebt. Dabei sind Gespräche darin, die zum Ernstesten gehören,
was in den letzten Jahrzehnten geschrievcn ist. Das Stück wird
diesen Samstag zum ersten Male anfgeführt.

^ Polizeiüericht vsm 25. April. F cstg e u om m c n wurden:
ein Maschinist weqen Verdachts des schweren Diebstahls, ferner ein
Bettler. — Zur Anzeige gelangten 42 Personen, darunter zwei
ledige Kaufleute wegen unerlaubten Handels mit Zigaretten. ein
hiesiqer Wirt wegen Preistreiberei und N'ahvungsmittelfälfchilng,
13 Verfonen, die unvorschriftsmätzi.ge Eewichte beim Wiegen »er-
wendeten, wsgen Zuwiderhandlung gegcn die Mah- nnd Eewichts-
ardnung, 2 Personen wegen grobcn Unfuas, 5 Ruhestörer. 4 Aus-
länder wegen Nichtbeachtung der Melüevorschrift und 5 Krastwagsn-
fllhrer wegen zu schnellen Fahrens, — Eestohlen wurdcn: am
25. April.'varin. 0 Ühr, ein vor dem Hause Hauptstratze 7 hier auf-
gestelltes Herrenfahrrad, Marke „Srori", Wert 306 006 Mk,, am
24. April in einer Wirtfchaft der Mittelstaidt Äurch Erbrechen eines
Schlietzkorbes ein fast neu?r grauer 'Stofsanzug, ein getragener blauer
Stoffanzug, 2 weitzleinene Herrenunterhosen, 3 weitze Herrenheniden
mit Netzeinsatz, 6 Paar verschiedenfarbige Herrensocken, ein weihes
Handtuch, ein grau und blau gestrickter Selbstbinder, ein Rasier-
apparat im Gesamtwerte von eiwa 400 000 Mk. Als Täter kommen
in Betracht ein angeblicher August Speiser, Mechaniker aus
München und ein angeblicher Emil Heinz, Laborant aus Frei-
burg. Veide siiid etwa 20 Iahre alt, mittel- und unter mittelgrotz,
sprechen Layerischen Dialekt und sind flüchtig geaangen. nachidem sie
ihren S'chlafkollegen die Kleidungs- und Wäscheftiicke entwendet
battsn. Um Fahndung und Festnahme der Täter crsucht die Poli.zei.
Forner wurde gcstohlen nach Erbrechen eines Eartenhäuscheiis im
Eewann „Mittlere Rot" (Handschiihsheim) am 25. April ein Ham-
mey, eine Beitzzange und ein Samenkdstchen mit Samen im Eesamt-
werte'von 30 000 Mk.

k. NutzloK, S5. Avril. Gcstcrn seiertcn dcr frttliere Waldtztttcr
Hcrb und Icine Ekcfran in scltcncr getstiger und körvcrlichcr Frisch«
bie goldene Hochzeit. AbcndS brachtcq die bciden Geiangvercine
L-ieberkranz und Sänaerbunb dem Hochzeitsvaar ein woblgclnngcneS
Ständchen. Hcrb ist Veteran von 1870/71.

n. Kloster LoSsnseld, 20. Avril. Am vcrganaencn Sonnta.g wurLe
bicr cine Ortsgruvve bcs Vereins „Babiichc H e I m a t" gegrttndet.
Ncben ber Fördcrung dcs Scimatsinncs und dcr Erforichung dcr Heimat-
aeichichte will die ncue Ortsgruvve auch das Scimatlied pflcgcn. Zn
dicsem Zweck wird cinc GcsangSabteiluna angcgliedcrt. Es ist crfrcnlich,
datz aucki auf dcm flackien Lande das Hcimatcmvfindcn gemeckt wird, dcnn
nirr durcki Einfüblcn in das Wescn der Heimat kann unscrc alt: Volks-
kraft wieder gewonncn werden. Bcdaucrlickierweile baben ttcki aucki im
Dorfleben burch dic Zcitvertznltnisse manckicrlci Mitzbräuchc cinge-
schlichcn, die abgcstcllt werden dttrfen. Datz im Kloster Lobcnfcld, dcstcn
bistorische Vcrgangcntzeit ja jcdcn Heimatmcnschsn anziekt, für eineii dcr-
artigen Verein dcr rlchtige Voden ist, verstebt sich von felbst.

Uvtlei'deadsvkiuilkssrl vam 23. Lpril, 8 vdr morgsns.

!I«Ii»- I ^ H lilzz

z-rliam.

»sindürz.

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t!IINI>I!N.

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