VORREDE.
Auf nachstehenden Blättern ist eine grössere Collection Arbeiten
von einem Künstler verzeichnet, über welchen das „Meister-Archiv“
(Verlag von E. Eckstein) schreibt:
Seit der Zeit, als die Franzosen Delacroix und Decamps den
Orient in den Gesichtskreis der modernen Landschaft aufgenommen
hatten, haben allmählich auch die Genremaler von seinen Schätzen im
ausgedehnten Masse Besitz ergriffen. Geht auch die Darstellung zu-
meist auf die zufällige Realität der Erscheinung aus, so ist doch von
naturalistischer Anschauung im jetzigen Sinne wenig die Rede.
Denn bei der Schilderung des Orients ist es in erster Linie der
Schimmer und die Luft jener südlichen Regionen, die zur An-
schauung zu bringen sind, und das figürliche Leben verbindet sich
hier mit der Landschaft in fast gleichem Wertverhältnis. Durch
das ureigenste Wesen des Morgenlandes muss sich diese enge Ver-
knüpfung wohl ergeben, da. in ihm Mensch und Natur gleichsam
wie verwachsen erscheinen und jener aus dem ihm umgebenden
Leben den Charakter unmittelbarer empfängt als in unseren Zonen.
So vermischten sich zumeist bei der Orientmalerei die Grenzen
zwischen Genre und Landschaft und höchstens überwiegen die
sittenbildlichen Darstellungen und damit die Figurmalerei etwas mehr.
Wohl der bedeutenste, wie überhaupt eines der grössten Talente
der neueren Zeit ist Max Rabes. Am 17. April 1868 im kleinen
posenschen Städtchen Samter geboren, war es des Knaben glühendster
Wunsch, Maler zu werden. Und wie es dem unausgesetzten Stre-
ben des Knaben gelang, die Vorurteile und mannigfachen Schwierig-
keiten zu überwinden, die sich dem Betreten der Künstlerlaufbahn
entgegenstellten, so kann der heute knapp 31jährige mit be-
rechtigtem Stolze von sich sagen, dass er nächst seiner natürlichen
Begabung nur dem intensivsten Fleisse, der rastlosesten Ausdauer


