DIE FAMILIE GOGEL,
deren Gemäldefammlung infolge Ablebens des fetzten Sproßes
veräußert werden Jod gehört den altfrankfurter Handels-
familien an, die in der "Freien Reichsftadt eine Rode ge-
fpieft haben. Ein Hans G, wanderte um die Mitte des
16. Jahrhunderts aus Antwerpen ein und nahm Jo leb-
haften Anteif an der Gründung der Neuftadt Hanau, daß
fein Sohn im Jahre 1626 afs Bürgermeifter diefer Stadt
farh. Die Nachkommen gründeten in Frankfurt eine Wein-
handfung am Kleinen Hirfchgraben Nr. lo, die fpäter mit
einem BankgeJchäft vereinigt und in die „gofdene Kett" am
Roßmarkt 15, Ecke des Safzhaufes verlegt wurde. Der
damalige Senior der Familie, Johann Noe G. III, ließ in
diefem Haufe im Jahre 1783 feine prächtige Gemälde-
fammlung verfteigern, die neben einigen Rembrandt, Frans
Hals, Rubens und van Dyck genannten Bildern auch das
Hauptwerk des Balthafar Denner enthielt, feine Tochter als
„büßende Magdalena" darßellend das den für diefe Zeit
bedeutenden Preis von 425 Gulden erzielte. Die Familien-
bildniffe, von denen Johann Noä G. I im Jahre 1715 eine
Inventuraufnahme gemacht hatte, wurden damals zurück-
behalten. Diefe bilden neben einigen neueren Arbeiten die
Hauptftücke der jetzt zu verweigernden SAMML LING
GOGEL. Die Porträts von J. G. Ziefenis, D. de Savoye,
J. D. Bager, Franz Lippold und die Jpäter noch hinzu-
gekommenen Bildniffe von C. Louife Seidler, Paffavant,
Jakob Becker find, foweit nicht figniert, nach Familien-
Überlieferung, wie von alter Hand auf der Rückfeite der
Bilder vermerkt, den Malern zugeßhrieben, nachdem ein-
gehende Unterfuchungen von Fachleuten die Richtigkeit der
Zufchreibungen erkannt batten. Wir haben es alfo mit
intereffanten Stücken zu tun. Aber auch unter den nicht
genau beftimmten Bildniffen (Graff, Verfpronck, Antwerpener
Meister), weiter unter den Porträts unbekannterer Künftler
(Behr, Groot, Amy), wie unter den neueren Gemälden der
Sammlung (Carl Morgenftern, A. Gogel) befinden fich be-
langreiche Stücke, fo daß die Kollektion in ihrer Vielfeitigkeit
gewiß manchem Intereffe begegnen wird,
deren Gemäldefammlung infolge Ablebens des fetzten Sproßes
veräußert werden Jod gehört den altfrankfurter Handels-
familien an, die in der "Freien Reichsftadt eine Rode ge-
fpieft haben. Ein Hans G, wanderte um die Mitte des
16. Jahrhunderts aus Antwerpen ein und nahm Jo leb-
haften Anteif an der Gründung der Neuftadt Hanau, daß
fein Sohn im Jahre 1626 afs Bürgermeifter diefer Stadt
farh. Die Nachkommen gründeten in Frankfurt eine Wein-
handfung am Kleinen Hirfchgraben Nr. lo, die fpäter mit
einem BankgeJchäft vereinigt und in die „gofdene Kett" am
Roßmarkt 15, Ecke des Safzhaufes verlegt wurde. Der
damalige Senior der Familie, Johann Noe G. III, ließ in
diefem Haufe im Jahre 1783 feine prächtige Gemälde-
fammlung verfteigern, die neben einigen Rembrandt, Frans
Hals, Rubens und van Dyck genannten Bildern auch das
Hauptwerk des Balthafar Denner enthielt, feine Tochter als
„büßende Magdalena" darßellend das den für diefe Zeit
bedeutenden Preis von 425 Gulden erzielte. Die Familien-
bildniffe, von denen Johann Noä G. I im Jahre 1715 eine
Inventuraufnahme gemacht hatte, wurden damals zurück-
behalten. Diefe bilden neben einigen neueren Arbeiten die
Hauptftücke der jetzt zu verweigernden SAMML LING
GOGEL. Die Porträts von J. G. Ziefenis, D. de Savoye,
J. D. Bager, Franz Lippold und die Jpäter noch hinzu-
gekommenen Bildniffe von C. Louife Seidler, Paffavant,
Jakob Becker find, foweit nicht figniert, nach Familien-
Überlieferung, wie von alter Hand auf der Rückfeite der
Bilder vermerkt, den Malern zugeßhrieben, nachdem ein-
gehende Unterfuchungen von Fachleuten die Richtigkeit der
Zufchreibungen erkannt batten. Wir haben es alfo mit
intereffanten Stücken zu tun. Aber auch unter den nicht
genau beftimmten Bildniffen (Graff, Verfpronck, Antwerpener
Meister), weiter unter den Porträts unbekannterer Künftler
(Behr, Groot, Amy), wie unter den neueren Gemälden der
Sammlung (Carl Morgenftern, A. Gogel) befinden fich be-
langreiche Stücke, fo daß die Kollektion in ihrer Vielfeitigkeit
gewiß manchem Intereffe begegnen wird,


