Universitätsbibliothek Heidelberg, Urk. Barth 147

charter

[Heidelberg?], 1510 Februar 4

Der Artisten-Magister Johann Weiser von Ebersbach, Lizentiat beider Rechte und Kanoniker des Heidelberger Heiliggeiststifts, beurkundet, dass er von den Besitzern der zwei Gärten der Universität, die Judenfriedhof genannt werden und von denen der eine an den des Pfalzgrafen und der andere an den des Ruprecht Seidensticker grenzt und die oben durch die Plöck („Pfleck“) und unten durch das Gässlein am Wormser Hof abgeschlossen werden, 50 Rheinische Goldgulden erhalten habe. Dafür muss er jährlich um Mariä Lichtmess (2. Februar), am Tag zuvor oder danach, 2½ Gulden Zinsen zahlen. Als Sicherheit setzt Weiser sein Haus mit der gesamte Hofreite in der Unteren Straße gegenüber dem Kollegium ein, das zwischen dem des Lizentiaten Johannes Seibold und dem des Vikars des St.-Barbara-Altars liegt. Sollten Weiser oder seine Erben den Jahreszins schuldig bleiben, so erhalten sie eine Frist von sechs Wochen und einem Tag, um den Verzug auszugleichen. Sollte auch dann der fällige Betrag nicht eingegangen sein, so treten die Besitzer der Gärten in ihre Rechte ein und dürfen das Haus nutzen, bis der fehlende Betrag ausgeglichen ist. Daher verpflichten sich Weiser und seine Erben, das Haus in einem guten Zustand zu halten, damit es keine Wertminderung erfahre und stets als ausreichendes Pfand dienen könne. Die Rückzahlung des Darlehens wird verabredet. Sobald die vollständige Summe einschließlich des (eventuell noch ausstehenden) Jahreszinses gezahlt ist, verliert die vorliegende Urkunde mit ihren Bestimmungen ihre Gültigkeit, das Haus fällt an Weigel oder seine Erben zurück und die Besitzer der genannten Gärten oder deren Erben haben in dieser Sache keine Ansprüche und Forderungen mehr. Ankündigung des Stadtsiegels, das auf Bitten des Johann Weiser von Ebersbach von den Bürgermeistern Valentin Bock und Valentin von Richshofen angehängt wurde, ohne dass daraus Forderungen an die Stadt abgeleitet werden können.
Language: German

Citation link: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/barth147  
URN: urn:nbn:de:bsz:16-diglit-118322  
DOI: https://doi.org/10.11588/diglit.11832
Metadata: METS
IIIF Manifest: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/iiif/barth147/manifest.json

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