Bechstein, Johann Matthäus
Getreue Abbildungen naturhistorischer Gegenstände: in Hinsicht auf Bechsteins kurgefasste gemeinnützige Naturgeschichte des In- und Auslandes für Eltern, Hofmeister, Jugendlehrer, Erzieher und Liebhaber der Naturgeschichte (Band 7): Siebentes Hundert — Nürnberg, 1807

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Schauer-Klapperer.
disr Oefnung an, hat den, grössten Durchmesser, die
beyden andern sind kleiner. Alle Stucke der Klapper
sind so in einander geschachtelt, dass allemal zwey
■Drittheile des einen in dem folgenden stecken. Von
den drey, Wülsten jedes Stücks sind allemal zwey ver-
steckt, nur der erste .ist sichtbar.' Das äusserste Stück
der Klapper allein ist ganz sichtbar; und die ganze
Klapper besteht also, von aussen angesehen, aus die-
sem Stück und den ersten Wülsten der übrigen. Die
beyden versteckten Wulste jedes Stücks stecken in dem
folgenden, füllen seine Höhlung aus, und verhindern,
! däss es nicht von der Klapper abfallen kann; da aber
sein Durchmesser ikleiner ist, als der des darauf fol-
genden Stücks, so spielt jedes frey um das andere,
und nur das nächste Stück am Körper sitzt an der Haut
fest, die übrigen hängen mit dem Körper der Schlange
durch keine TVIuskel, durch keine Nerve oder ein Ge-
fäss irgend einer Art zusammen, können daher weder
Nahrung noch Zuwachs erlangen und sind nur eine
äußere Hülle, die sich bewegt, wenn sich die Schwanz-
spitze; bewegt, aber grade nicht-anders als ein frem-.
der Körper, den man der Schlange an den Schwanz
gebunden hätte. Diese Bildung der Klapper scheint
auf den ersten Anblick sehr sonderbar, allein die Ver-
wunderung hört auf, wenn man die Art untersucht,
wie sie hat gebildet werden müssen. Die verschiedenen
Stücke derselben wurden nach und nach erzeugt/und
jedes derselben hieng bey seinem Wacbsthum mit der
Haut des Schwanzes zusammen, denn ohne, das hätte
es keine Nahrung erhalten können; auch findet man
an dem Rande der Stücken, die jetzt nicht mehr mit
dem Körper zusammenhängen, noch Theilchen von der
Haut des Schwanzes, an der sie ehemals felthiengen.
Wenn ein Stück gebildet ist, so erzeugt sich unter ihm
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