Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

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Und heute kamen sie so bald, aßen mit Frau und Kin-
dern, was der liebe Gott bescheret halte, und gierigen
erst nach dem Essen ins Wirthshaus zum Trinken.
Dem Wirth gefiel es freylich übel, daß seine Stube den
ganzen Nachmittag leer war, und daß er seine Brat-
würste selbst essen mußte. Er fieng auch an zu sticheln
und lose Reden zu führen wider den Herrn Pfarrer,
daß er ihm die Gäste verführte, und daß er die ganze
Gemeine bey lebendigem Leibe in den Himmel heben
wolle; da denn die gnädige Herrschaft zusehen möge,
wo sie die Tranksteuer her bekäme. Dergleichen und
mehr unnütze Worte ließ er fallen. Es stimmte
aber keiner von den Gästen mit ein: sondern sie erzähl-
ten ihm vielmehr, wie sie den Nachmittag mit dem
Herrn Pfarrer fast vergnügter zugebracht hätten, als
sonst hinter der Karte. Da ließ es der Wirth gur seyn,
um sie nicht aufrührisch zu machen: daß sie nicht etwa
auch des Abends aus seinem Hause wegblieben. Die
Bauern sprachen dann noch vieles von dem erschreckli-
chen Unglück, wenn einer im Grabe wieder aufwache
und von dem erfrornen Sohne des Schinders zu Kalbs-
dorf. Ein jeder sagte, was ihm dabey einfiel; und die
meisten meinten, wenn der Schinder mit seinem ersror-
nen Sohne zu ihnen gekommen wäre, so hätten sie ihm
wohl auch das Fenster vor der Nase zugemacht: aber
doch mußten sie alle den Mann loben, der so fromm
und christlich an ihm gehandelt hatte. Endlich wur-
den sie darüber einig, daß sie den Herrn Pfarrer bitten
wollten, daß er ihnen öfter so etwas aus dem Nord-
und HülfsbüchleLn vorläse, wenn sie es nicht selber
von dem gnädigen Herrn bekommen könnten. Der
Schulze nahm es auf sich, dieses dem ehrwürdigen Herrn
zu melden, und dann bezahlte jeder seine Zeche und
gieng fröhlich nach Hause. Der Schulze trug sogleich
den folgenden Tag dem Herrn Pfarrer das Verlangen
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