Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 193
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Echr Verlöbnisse eingehen sollten, bis sie im Stande waren,
die Heyrath zu vollziehen. Der lange Umgang tauge
Es jn der Wurzel nichts. Oft entstehe daraus Mißhellig-
H <trr keit der Gemüther und dann Streit und Zank, und die
^lfy verderblichsten Processe. So gab der brave Seelior-
Ädige ger den ledigen Burschen noch andre Lehren vom Hey-
Wr zrr xathen, die er für nöthig hielt, und ermahnte sie zuletzt:
ete ße mer irgend ein Anliegen dieser Art auf dem Herzen
e und habe, solle sich ihm anvertrauen und er wolle ihm gern
chn, Mhen, auch bey den Eltern für ihn zum Besten re-
den.-— Zum Schluß erzählte er ihnen noch folgen-
dutel, de traurige Geschichte von einer durch eine unglückliche
zusW Heyrath gänzlich zu Grunde gegangenen Haushaltung,
Wg/ welche ihm ein Freund aus Schweden geschrieben
Gre Hane.
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mcke 2^las Richmann in Langholm hatte das Geld lieb
und war ein Harker herrischer Mann. Er legte den
W in Spruch: dein Wille soll dem Manne unrerwor-
essey fen und er soll dein Herr seyn, so aus, als ob
> zu des hje Frau gar keinen Willen haben dürfe, und dem
Kinder Manne blindlings gehorchen müsse. Was er nun be-
le G fahl, es mochte vernünftig oder unvernünftig seyn, das
nPer mußten seine Frau und Kinder auf der Stelle thun;
lit eirv stnst schlug er sie braun und blau. Daher wurde die
. Er' eheliche und kindliche Liebe von der Furcht vor ihm fast
unterdrückt, und man sah kein freundliches und ver-
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25.
Michel Wolfs Ehestandsgeschichte und Rin-
derzucht.

Ehestand ist Weheftand,
Wenn du freyst mit Unverstand.
Wählst du wohl? ist er gewiß
Dir ein irdisch Paradies,
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