Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 384
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der Saat verführen lasse, zu lange damit zu zaudern.
Wer klug ist, lernt die Art, wie eine hofnungsvolle
Saat beschaffen feyn muß, dadurch erkennen, daß er
von Zeit zu Zeit ein Getraide - Pflänzchen ausziehet,
und betrachtet, wie es nach und nach wurzelt und sich
bestaubet. Wann er dieses recht versteht, kann er
im Frühjahr bald und sicher wissen, ob Hofnung zu
einer guten Erndte da sey, oder nicht, und kann sich
darnach richten.
Eben so kann der Schade eines Hagelwetters in
der ersten Hälfte des Sommers noch zum Theil ersetzt
werden, wenn man sich sogleich nach der Beschäftigung
entschließt, umzupflügen, und nachdem die Zeit ist,
noch Gerste, Flachs, Rüben, und dergleichen zu be-
stellen. Oft versäumt man dieses durch blosses Zau-
dern, oder weil man die Beschaffenheit der niederge-
schlagenen Halme nicht versteht, ob sie sich wohl wie-
der aufrichten können, oder ob noch so viele unverletzt
sind, daß es vorteilhafter ist, sie stehen zu lassen, als
umzupflügen.
Wenn zuweilen in der Erndtezeit so anhaltendes
Regenwetter einfällt, daß man das Getraide nicht
vom Felde wegbringen kann, so erfordert die Noch,
es so zu machen, wie ein kluger Landwirts) in der
(Oberpfalz im Jahre 1771. gethan hat. Dieser gieng
in den Zwischenstunden, wo der Regen nachließ, mit
einer hinlänglichen Anzahl von Leuten auf den Acker,
ließ das Getraide schneiden und auf einer hölzernen
Bank die Aehren mit einem scharfen Beil oder Hacke-
messer abhauen, so daß sie auf ein darunter ausge-
breitetes Tuch fielen. Die Bank und das Tuch
wurde den Schnittern nachgetragen, so wie fie im
Acker fort rückten. Die abgehauenen Aehren that
man in Körbe, Fässer oder andere Gefäße, und fuhr
fie nach Hause. Hier wurden sie auf Böden, Ten-
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