Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 422
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Landes-Ausgaben wieder anwendet/ wodurch es bald wie-
der in die Beutel derjenigen, welche die Abgaben bezahlt
haben, und insbesondere der Landleute zurück fließt. Denn
alle, welche von der Herrschaft Besoldungen oder sonst Geld
empfangen, geben das meiste wieder für Essen, Trinken
und Kleidung aus, und dieses kommt zuletzt an den Bauer,
für Geteaide, Schlachtvieh, Butter, Käse, Eyer, Wolle
und Fla.rs Wollte aber ein Fürst alle Abgaben erlas-
sen, so könnte er seine Diener, Soldaten und Arbeitsleute
nicht besolden; dies- könnten alsdann nichts kaufen: und
so müßte dcr Bauer sein Getraide und andere Waaren,
die er zu Markt bringt, behalten und müßte alles entbeh-
ren, was er nicht ohne Geld bekommen kann. Die Rä-
the und alle Diener würden alsdann auch keine Dienste
mehr thun wollen, und da würde alle Zucht und Ordnung
aufhören. Der Stärkere würde dem Schwacher» das
Seinige nehmen; der Wollüstige würde ungehindert sei-
nes Nächsten Weib und Tochter schänden; der Zornige
würde ungestraft wüthen und morden; der Listige würde
den Einfältigen vor sehenden Augen betrügen. Zeder würde
sich dann selbst Recht zu schaffen suchen, und so würden
Zänkereyen, Schlägereven, Mordthaten und Mordbren-
nereyen überhand nehmen, daß niemand seines Lebens und
Eigenthums sicher wäre, und die Menschen würden sich
allmählich aufreiben, und die schöne Erde zu einer wüsten
Einöde machen. Dieses schreckliche Unglück würde ge-
schehen, wenn keine Regenten waren, oder wenn sie sich
keine Abgaben von den Unterthanen bezahlen liessen. Die
Unterthanen haben also selbst den größten Vortheil von den
Abgaben, und der Herr hat, gleichsam als Haushalter,
nur die Sorgen davon, und wer nur ein wenig nachdenkt,
wird begreifen, welche schwere Sorgen alles dieses machen
muß. Es hat nun wohl noch kein Regent in der Welt
sich dieser Sorgen in Person so sehr angenommen und
deshalb ein so arbeitsames Leben geführt, wie der große Rö-
ntg von Preußen. Er steht im Sommer des Morgens
4 Uhr und im Winter z Uhr auf, wenn er auch noch müde
ist. Er braucht keine Viertelstunde, sich anzuziehen, und
dann geht er sogleich an seine schweren Geschäfte, welche alle
nach den Stunden eingetheilt sind. Erft liest er die einge-
laufenen Briefe, deren oft ein solcher Haufen sind, daß er
kaum darüber Hinsehen kann; und auf jeden schreibt er, was
die EabinetS s Rathe darauf antworten sollen. Viele be-
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