Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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Bequemlichkeit, den Nutzen und dis Gesundheit
fast in allen Wissenschaften gemacht; und man macht
deren immer noch mehrere, weil der Forschgeist deL
Menschen groß ist, und durch Nachdenken gar vie-
les kann zuwege gebracht werden, das man sonst
für unmöglich hielt — Selbst die Dinge, die wir
Nebeln des Lebens oder Unglück nennen, geben uns
gar oft Gelegenheit unfern Verstand durch Nach-
denken zu üben; denn die Nach ist bekannck'ch ein
guter Lehrmeister. Durch fleißiges Nachdenken wer-
den wir immer klüger, und lernen daher auch alles
besser machen, als es vorher war. Hilft ein Mensch
dem andern, und der andere dankt ihm herzlich und
hilft wieder, wo er kann, so wächst m deyden Her-
zen die Liebe, und beyde werden besser. — Dieses
besser werden steigt immer mehr, jemehr wir Dinge
kennen lernen, jemehr wir ihren Nutzen einsehen und
sie zu unserm und andern Menschen besten anwenz
Len. Daraus seht ihr nun ganz offenbar, daß der
liebe Golt die ganze Erde, mit allem was darauf
und daran ist, so eingerichtet hat, daß wir Men-
schen alles immer besser zu machen und besser zu wer-
den suchen müssen, wenn wir anders ein recht ver-
gnügtes Leben darauf führen wollen, und wenn es
uns darum zu thun ist, Bilder Gottes hieniedeu zu
werden.

Dürfte ich doch nun, meine lieben Freunde, nutz
Zuhörer, zu dieser Betrachtung weiter nichts mchr
hinzufügen, als den herzlichen Wunsch, daß wir
und alle Menschen auf der ganzen Erde diese Absicht
Gottes redlich erfüllen, und recht schöne Ebenbilder
von ihm werden möchten. Allein es giebt leider gar
viele, die noch weit von diesem Glück entfernt sind,
Und Lenen es auch gar nicht darum zu thun ist, sich
ihm
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