Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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schen und Vieh oft schlimme Krankheiten verursachen.
Um diese Gefahr abzuwenden, muß man das im Feld
rrnd auf den Wiesen stehen gebliebene Wasser durch
Gräben ableiten, und das Vieh nicht aus solchen
Pfühen saufen lassen. Die Brunnen müssen erst ge-
fegt werden, eh man wieder daraus trinket, und eS°
D besser, sich einstweilen des FtußwasserS zu bedie-
nen. Wasser und Schlamm muß aus den Gebäu-
den und Kellern, so bald als möglich, herausgeschaft.
Lind durch Oeffnung der Thüren und Fenster alles
ausgetrocknet werden. Auf die Fußböden in Stu-
ben und Kammern streut man des Abends trocknen
Sand, und schäft ihn des Morgens wieder hinaus.
Wenn das Wasser zwischen den Brettern durcbge-
drungen ist, und die Füllung angefeuchtet har, so
muß man lieber den Fußboden aufrerssen, und es da-
mit machen, wie weiter vorn in diesem Büchlein we-
gen des Schlammes vorgeschrieben ist. Man muß
die Stuben /Kammern und Keller oft mit Wachhol-
derbeeren durchräuchern, auch des Tages etlichemal
Eßig aufglühende Steine tröpfeln, daß er abdampe
cher. Alles feucht gewordene Gerüche, auch leinene
Zeuge und Kleider, muß man wohl an der Luft trok-
ricn und durchräuchern, ehe man es gebraucht. Man
thuk auch wohl, wenn man den ganzen Sommer hin-
durch lieber auf dem Dachboden schläft, als in den
feuchten Stuben und Kammern. — Zm Felde
oder auf den Wiesen darf man sich bald nach einer
Ueberschwemmung ja nicht auf die Erde fegen und
schlafen, und überall muß man den Leib und die
Füße wärmer halten, als sonst.

Nry.
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