Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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worinn es sich überfrißt, aufläuft, so stecke ihm ein Stroh-
band ins Müul, «ad binde es über den Kops zusammen ,
welches die Schaafhirten auszänmen nennen, und dabey
laß es ftep herum springen, bis es den Klee herauswirft,
Schweine dürfen, wenn sie noch jung sind, nicht heiß
und nicht zu aut gefüttert werden, müssen auf dem Stall
immer trocken liegen, und wöchentlich einmal eine Handvoll
Buchenasche unter das Fressen bekommen. Es darf ihnen nitz
an Sausen fehlen , und, im Sommer muß man sie an heißen
Tagen nicht austreiben. Wer sie so halt, verliert keins ast
der Braune. Wider diese Krankheit ist das beste Mittel,
gleich im Anfang dem Thier etltchmal Ader zu lassen Das
sogenannte Rankkorn oder Gerstenkorn, welches die
Schweine von großer Hitze und Durst bekommen, ist eben
die Krankheit, wie dfe Blattern beym Rindvieh, und wird
auch so kurirt, indem man das Schwein auf den Rücken
wirft, ihm das Mauk mit einem Stock aufsperrt, und die
Blatter, welche am Gaumen sitzt, aufschneidet.
Wenn Vieh von einem wöchigen Hund gebissen wird, so
brenne die Wunde sogleich mit einem glühenden Eisen,
Hernach streue ein wenig Spannistk - Megenpvlver dar-
auf, und belege sie mit einem Pflaster von Wachs, JnslichL
und Wagenschmier oder Pech zu gleichen Theilen unter
einander geschmolzen. Durch dieses Pflaster erhalte die
Wunde z bis 4 Wochen lang im Schwären; indem du
wenn es nachläßt, wieder ein wenig Spanisch-Fliegenpul-
ver einstreuest. Innerlich gieb dem gebissenen Tdier fünf
Abende nach einander, nach dem letzten Futter Wolfskir-
schenbtatter ein. Einem Pferd erst 4,5 und zuletzt 6 Loth,
die man klein aeschnitten unter den Haber mischt; einem
Füllen bis g Loth. Einer Kuh oder einem Ochsen r bis s
Loth. Schaafen, Ziegen und Schweinen ein halb bis r
Loth. Hat man gepulverte Wurzel, so giebt man davon je-
dem nur halb so viel.
Von den vielen andern Krankheiten des Viehes
Wird bald ein besonderes zweytes Bändchen dieses Büch-
leins gns Licht gestellt werden.

Ende des ersten Bändchens.
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