Becker, Robert; Bastianini, Giovanni [Editor]
Die Benivieni-Büste des Giovanni Bastianini: zur Geschichte der Fälschungen ; Vortrag im Wissenschaftlichen Verein zu Breslau — Breslau, 1889

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hin40 führt er von Malern als „moderni“ an: Lionardo
da Vinci, Domenico Gliirlandajo, Sandro Botticelli,
Filippino Lippi und Lorenzo di Credi. Hieran reiht er
als Vertreter der Bildhauerei: Donatello, Desiderio
da Settignano, Luca della Robbia, Lorenzo Ghiberti,
Andrea del Verrochio, Antonio Rossellino, Filippo
Brunellesco, Mino da Fiesoie, Antonio Pollajuolo,
Matteo Pollajuolo, Michelangelo Buonarotti, Andrea
Sansovino, Antonio dal Ponte a Sieve.

Wenn man diese beiden von Albertini gegebenen
Listen von Vertretern der Wissenschaft und bedeutenden
Künstlern seiner Zeit mit einander in Verbindung und
Beziehung bringt, so regt sich ganz von selbst der
berechtigte Gedanke, dass in einer Epoche blühender
Porträtkunst diese Künstler von jenen Gelehrten
Bildnisse hergestellt haben mögen. Nun wissen wir
aus Vasari, dass Lorenzo di Credi thatsächlich den
G. Benivieni porträtirt hat. Ausserdem ist von dem
Geschichtschreiber Matteo Palmieri (gest. 1475), den
Albertini zusammen mit den Benivieni erwähnt, noch
heut im Museo nazionale zu Florenz eine Porträtbüste
erhalten, deren Schöpfer Antonio Rossellino ist.47 In
diesen beiden Thatsachen liegt eine Art beweisender
Kraft, wenigstens zur Erhärtung der Wahrscheinlich-
keit der Vermuthung, dass, wenn die Büste eines
Benivieni auftaucht, diese — wenn auch nicht gerade
von Antonio Rossellino oder Lorenzo di Credi — so
doch von einem zeitgenössischen Künstler des
Quattrocento gearbeitet ist.48

Wer die Geschichte der Benivieni-Büste hört,
kann leicht zu dem Glauben kommen, ihr eigenthiim-
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