Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

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einen weiß und beliebt machen kan. Dieser war
von Geburth ein ir^isner, welcher durch die See-
Räuber auf den Küsten der Barbarey gefangen
worden- und auß Furcht der Marter die k^Lkome-
rLnische Kel^jon zum Schein angenommen;
Gleichwie er nun in seinem Hertzen das Verlan-
gen hegete/ wiederum zu der wahrhafftigenKir-
chen zu tretten / so hatte er auch allezeit die Hoff-
nung / daß die Außwechßlung vieler Gefange-
nen/ welchevon ein als anderer Seiten geschähe/
ihm die Freyheit geben würde / sich unter die-
jenigen zu verstecken / welche nach Europa zuruck
kehren würden ; Aber weilen der Krieg dazu-
mahlen in voller Flammen war / stunde er von
diesem Vorhaben gantz geruhiglich ab/und ver-
liesse sich allein auf seine dabey führende gute
Meynung/ welche ihm doch in etwas verhüfflich
zuseyN/vielzu schwach war; Eswäreihm zwar
ein leichtes gewesen/ ein so edles und Wunder-
würdiges Gemüth / als selbiges/ deß Printzen
der ViM^len wäre/ auf seine Seiten zu bringen/
und dieses um desto ehender / als er bey einem so
jungen Waisen eine Standhafftigkeit fände-die
ihme selbsten mangelte, Doch vergnügte er sich
nur diesen in seiner Seelen zu bewundern/ ohne
Ihm von seinem Vorhaben Nachricht zu geben/
und mit seinem Rath hierinnen hülffliche Hand
zu leisten. So einen starcken Eindruck in sein
Hertze hatte Ihm der Schröcken der vergängli-
chen Marter seines Lebens verursacht; Er wäre
derowegen nur um sein/ deß Printzen/ äusserli-
ches
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