Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

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z8 M(o)(D_,
Freundin von Ihren traurigen Gedancken zu
bringen ; Unterdessen muß man mir bey dieser
Gelegenheit thun was Ich will / und vielleicht
kommet die Zeit/ daß man deinem Rath folgen
wird / bey diesen Worten schwieg diePrintzeffin
still / stunde auf- um weilen es schon spach war/
wiederum nach Ihrem Schloß zu gehen.
Wehrend dieser Unterredung empfände der
Printz unbeschreibliche Regungen; Wann der
Nähme eines Frembden Ihm ein wenig Hoff«
nung gab / so war der Rest Ihm viel zu dun-
ekel / um selbigen auf sich zu ziehen / und sich aner?
innerend deß erhaltenen Briesss/ welcher alles/
was die Eigen-Liebe Jhm billich mehr als einem
andern zum Trost vorbildete / zernichtete > so gieng
Er als der Betrübteste aller Menschen auß dem
Garten ; Keine Nacht war jemahlen gleich der-
jenigen / die Er dazumah! hatte; ein jedes Wort/
welchesgesprochen / kam Ihm wieder zu
Gedächtnuß / Er zog darauß ein neues Gisst,
wodurch Seine Eyffersucht je mehr und mehr sich
nährete; die Mattigkeit/ welche Er in Ihren
Augen bemercket hatte > schien Ihm eine Ver-
spottung zu seyn. Was? ruffte Er auß / Sie
liebet / diese Undanckbare / Sie liebet einen
Frembden; Ich hab dieses von Ihrem eigenen
Munde verstanden / dieser Schluß wird mir
das Leben kosten / weilen er zu Lleb eines andern
gemacht ist/ und soll dann der unglückseelige
Printz der Van^len , sich nichts als seine Ver-
achtung haben erwerben können; Aber wo ver-
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