Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

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Er meine Schwachheit erkennet hätte ? Was
mich anbelanget/ gnädigste Prinzessin- antwor-
tete kelime, so bin ich nicht derselben Meynung;
Ihr habet Euch starck angelegen seyn lassen.
Ihm Verachtung zu zeigen - und mich in seinen
Kopff zu setzen - daß der Verdruß und die Ver-
zweiflung hierüber Eure karne anzunehmen ihn
werden bewegen können ; keüme suchte genug-
sam scheinbare Ursachen hervor; aber Ihre eige-
ne Liebe liesse Sie bey einem so Ruhm-würdigen
Vorzug nicht recht schmeichle«; Indessen-wei-
len Sie tausend Wohltaten von der 2aume em-
pfienge- und daß die Aufrichtigkeit noch nicht
gar auß Ihrem Hertzen verbannet wäre- so un-
terliesse Sie nicht über diese Begebnüß betrübt
zu seyn ; Aber gnädigste Prin^ffin- sagte Sie
zu Ihr - nachdem Sie der Sachen ein wenig
nachgedacht: Weilen der Spannm den Weg
dieses -Orts so wohl gefunden - könte nicht auch
wohl ein anderer dahin gekommen seyn? Sol-
le nicht der Glantz der Steine in der Rahm die-
ses Bildnuß ein Geld-süchtiges Gemüth in Ver-
suchung haben setzen können ? Ich würde die-
ses gar gern glauben - was du dir nur einbildest-
um mich zu trösten - aber noch zu dem daß ich
gelesen : daß fast kein Manns-Bild unter allen
mehr getreu wäre - so empfinde ich bey mir eine
Erzittcrung- welche mir mein Unglück ankündi-
get. Wohlan dann / gnädigste Printzeffin/sag-
te felime hierauf noch einmahl- so nehme ich die
Freyheit/rin dem Eurigen gantz widriges Urtheil
E 5 zu
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