Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

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kionarcken mehr Freyheitals sonsten ; Sie war
steygebigund keck/ Sie nähme keine Vertraute
zu Ihr / und gab endlich dem 5xenier eine
Stunde in einer sehr annehmlichen Grotten,
allwo Sie verhofften alle Lieblichkeiten einer er«
sten Zusammenkunfft zu geniessen ; Der Engel-
länder begab sich eilend dahin ; Aber statt der
ungemeinen Brunst der Liebe / welche Sie ver-
hofftete / stunde Sie einen grausamen Zorn auß,
welchen äpcnser an den Tag zu geben sich befugt
zu seyn glaubte: Seine Verweise waren so ver-
wirrt/ daß kelime darauf nicht antworten kon-
te; Habt Ihr Eure Vernunfft verlohren- sagte
Sie zu Ihm / nachdem Sie Ihn ein wenig
hatte reden lassen ; Hab ich nur um desselben
willen Euch zu sehen so viele Mühe angewendet/
daß Ihr mich außzancken sottet ? Erläutert
Euch , ich werde Euch gewiß überweisen können;
Der Engelländer / nachdem er einen Theil seiner
Wuth außgelaffen/ erzehlte die vermeynte Per-
sohnen seiner Eyfersucht / ohne seines unglückli-
chen Streits zugedencken. kellme kam über diese
Argwöhne das Lachen an / und unerachtet der
Kellexion, welche Sie auf 2srime zu machen
schuldig war / so machte Sie sich doch gar kein
Gewissen alle Heimlichkeiten Ihrer Wohltha-
terin zu entdecken / um sich bey Ihrem Gelieb-
ten zu entschuldigen ; Und nachdem Sie es sei-
nem Willen überlassen , wie Er sich dessentwe-
gen gegen ^srime danckbar bezeigen woltt/ so er-
zehlt Sie Ihm alsdann, wie Sie öffters an
den
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