Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

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Reden wir nichts mehr davon; Ich will dieje-
nige Neigung/die man verfluchet/ auß meiner
Seelereiffen; Aber dieses soll dienen/ mich einer
Gelassenheit zu ergeben / welche nicht anderst als
Mit meinemLeben ein Ende haben wird.
Der Brieff deß jungen Printzen hatte bey
derP^intzeffin und >ellme unterschiedliche Wir-
kungen , die eine sande darinnen die Besichti-
gung der Begriffe/ die Sie sich von seinem
Stand gemachet hatte / und eine neue Probe sei-
ner Treu ; Die andere sähe darinnen nichts als
Ursachen Ihrer Quaal. Ori würdigte Sie nicht
ein Wort zu reden / daß Sie angienge / seine
Worte betraffen auf eine Ehrenrührige Weise
einen Menschen, welcher seiner Meynung nach/
von Ihr noch nicht gehasst / und den Sie ver-
mög der vor denselben hegenden guten Meynun-
gen auch Ihr darunter liegenden eigenen Nutzens
willen / noch nicht leichtlich auß denen Gedan-
ckcn lassen würde. Diese zwey Freundinnen sehr
aufmcrcksam auf das/ was Ihre Persohnen be-
traff/ gaben auf das Übrige wenig Achtung/ und
keiim? dachte in dieser ersten Hitz/ eben so wenig
an die Gcburth deßOr!5,als^ki'me an denjeni-
gen/ wovon der Brieff Meldung Lhate: Nichts
destoweniger so glaubte 5e!>me auß einer gewissen
Absicht sich verbunden der Printzessn zu grzmli-
ren wegen Ihrer grossen Klugheit/unter denen
Ketten den Adel deß Spanniers entdecket zu
haben; Dieses war ein Vor-Urtheil / welches
sich auf das Zeugnuß eines Menschen / dem der
Wider-
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