Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

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werden: Die Gütigkeiten meiner Angebetrenen
haben folglich mein Schicksaal beglücket; und
in dem letzten Stich / den es mir giebet/ hatte
Ich meine Hoffnung auf Ihre schöne Hand/
meine neue Ketten ertragen zu können / gesetzet.
Alles fehlet mir/ weil Sie mich verlasset; Lasset
also einen Unglückseligen sterben/ welcher lieber
durch Ihre Grausamkeiten sterben- als durch die
Gunst einer andern leben will.
Grausamer! ruffte kclime auß / nachdem
Sie dieses ö-ller gelesen/ Du wirst sterben/
zweifle nicht daran! Was vor Verachtung fügt
Er nicht dem Abschlag meiner Dienste bey. Ja/
Ja ! Ich will Dich fühlen machen/ was eine er>
zürnete Dame kan. Sie sagte noch mehr und
nützliche Sachen, davon die Vollbringung Ihr
so wenig möglich als Ihr Hertze dazu gcneiget
war; Dann endlich liebte Sie den Printzen je
mehr und mehr/ die Schwerigkeiten verursach-
ten bey Ihr/ was sie bey vielen zu verursachen
pflegen- der Verdruß / den Ihr diescrübele Fort-
gang erweckte / veranlaßte Sie schnell zu der
Printzcffin zu eilen / um selbige deß Giffts/das
Sie in sich nehrete / theilhasstig zu machen:
Weilen Sie nun ohne Aufhören dahin bemühet
lvare - Ihr in das Hertze zu greiffen / so führte
Sie Ihr wiederum alles an/ was Sie vor den
Lari gerhan hätte / und fügte der vorgegebenen
Untreue dieses Printzen noch alles bey/ was ein
gefährlicher und verschmitzter Kopff zu erdencken
tüchtig ist / ein eingenommenes Gemüthe da-
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