Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

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zu Ihm/ erkannte Ihn gleich - und indem Sie
auß ungemeiner und gantz unvermutheter Freu-
de gleichsam in Unmacht fiele / sagte Sie nur:
Ach l mein Herr/ und bliebe alsdann gantz un-
beweglich hierüber in einer solchen Freude / die
Ihr fast das Leben gekostet hätte.
Der Hertzog eben so auß sich sechsten als
wie Sie / schlosse Sie in seine Arme / und
brachte Ihre Lebens-Geister allgemählich wieder
herbey. Man hörte lange Zeit nichts als halb
gebrochne Worte. So sehe Ich endlich Euch
wieder / meine geliebte Gemahlin / sagte der
Heryog / konnte Ich Euch dann nicht ken-
nen ? antwortete die Herrzogin / gantze hun-
dert Jahr würden nicht tüchtig gewesen seyn Euch
auß meinen Gedancken zu bringen. Orl sehr
aufmercksam und Ehrerbietig / unterstunde sich
nicht diese angenehme Liebkosungen zu unterbre-
chen. Doch wolte Hemrich zuletzt / daß Er
auch Antheil daran hätte / gab Ihn derowe-
gen seiner Frau Mutter so groß / von so schö-
ner Gestalt und so lieblich wieder/ daß Sie/
nachdem Sie Ihn auch geküsset / Ihn nicht
genugsam anschauen konnte. Am Ende dieses
wunderbahren Schau-Spiehls eröffnete der
-Herzog seiner Gemahlin mit wenigen Worten
alles/ was Ihm begegnet wäre / ohne der Liebe
seines Sohnes zu vergessen / welche Er glaubte/
daß sie Ihm theuer kommen würde / und doch
hernach so glücklich außgegangen wäre. Kaum
N 5 wußte
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