Beer, Johann Christoph; Ilger, Franz Anton [Oth.]
Das Gericht der Elteren Auf dieser Welt. Das ist: Kurtze und deutliche Erklärung Der Grossen Schuldigkeit der Elteren, Welche sie haben ihre Kinder ehrlich und Christlich zu erziehen: Eingetheilet in II. Theil, Deren der I. Erweiset was die Elteren ihren Kinderen in Zeitlichem zu lehrnen schuldig, und II. Zu was sie in Geistlichem gegen selbe verbunden seyen: Um besserer Klarheit willen In etlich geistlichen Gesprächen vorgestellet Zwischen Einigen Eltern und ihrem Pfarr-Herrn — Lintz: verlegts Frantz Antoni Ilger, Buchhandler, 1751 [VD18 14845350]

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gegen ihre Rinder in Zeitlichem» 29
!. Einen zeitlichen zwar alldieweilen sol-i. so wohl
che Kinder ihre beste Jahr und Zeit derJu-tm Zettls
«end in dem Bettel verzehren, und bereut-Hen/
halben auch H- im geringsten nichts erlehr-
nen, wormit sie einem ehrlichen Menschen
ein Stuck-Brodt abverdienen können,
woraus dann erfolget, HI. daß sie in im-
merwahrender Armuth leben, auch ihr Le-
ben gantz armseelig und elend enden müsi
sen.
Noch weit einen grösseren Schaden aber u- als t«
fügen solche grausame Elteren solchen ihren Getstlt-
Kinderen an der Seelen zu, welcher in die-u>^
sem hauptsächlich bestehet, daß diese ihre
Kinder aus Mangel der Nahrung und aus
Antrieb der Armuth in die allcrschweriste
Sünden dardurch gestürtzet werden: Also Histori ant
lesen wir in dem Heil. Evangelio, daß der H.SHrtft.
höllische Geist Christum dcn HErrn versu-
chet habe, aber eben nur damahls am aller-
meisten, da er selben in der Wüsten fastend
und hungerig angetroffen, wie das Evan-
gelium meidet: Hernach hungeret ihn. 4,
Uber tvelche Wort der gelehrte Theodore-
tus also sagt: , V Uleoäo-
-vit . Der Feind har den Hunger r-r. l. praq
gesehen / dessentwegen har er den Sieg "«l- c. r»
verhoffet, und geglaubet, Christus der
HErr solle ihme zu Gefallen etwas thun,
damit er ein Brodt bekomme: Was aber
der höllische Geist dißfalls von Christo dem
HErrn umsonst verhoffet hat, das erhal-
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