Deutsches Archäologisches Institut / Römisch-Germanische Kommission [Editor]
Bericht über die Fortschritte der römisch-germanischen Forschung: im Jahre ... — 3.1906/​7(1909)

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Bericht über die Tätigkeit der Römisch-Germanischen
Kommission im Jahre 1906.

Yon

H, Dragendorff.

Die Jaliressitzung der Kommission zur Aufstellung des Arbeitsplanes
fand am 12. März 1907 in Frankfurt a. M. statt. An derselben nabm zum
ersten Male Herr Prof. Dr. F. Koepp aus Milnster teil, der auf Vorschlag·
der Zentraldirektion von dem Herrn Reichskanzler in die Kommission berufen
ist. Durcb ihn ist jetzt auch die Provinz Westfalen in der Konnnission ver-
treten, vvas um so vvtinschenswerter erschien, als von Anfang an einer der
Schwerpunkte unserer Arbeit nach Westfalen gefallen ist.

Uber die Ausgrabungen, an denen die Kommission im letzten Jahre
betciligt war, kann hier kurz hinweggegangen werden, da die wissenschaft-
liehen Ergebnisse der meisten von ihnen in den folgenden Kapiteln ausführ-
licher zu behandelu sind. An den beiden gesicherten Römerplätzen West-
falens, Haltern und Oberaden, wurde die Arbeit energisch gefördert, an
beiden Orten uuter längerer persönlicher Beteiligung des Direktors. Daneben
wurde auch die Arbeit an dem Erdlager bei Kneblinghausen wieder auf-
geuommen, nachdem ein Zufall Herrn Hartmann zur Entdeckung einer älteren
Periode der Umvvallung gefiihrt hatte; die Annahme, dass vvir es hier mit
einer römischen Anlage zu tun haben, gewinnt dadurch vvieder an Wahrschein-
lichkeit.

Im Limesgebiet vvurde unter der örtlichen Leitung von Ilerrn Dr. P.
Goessler die von der Kommission im Verein mit dem Kgl. Landeskonserva-
torium in Stuttgart und dem Altertum.sverein inRottweil geplante Erforschuug
des wichtigen Römerplatzes in Angriff genommen, die eine Reihe von Jaliren
beanspruchen vvird.

Gemeinsam mit dem Provinzialmuseum in Trier grub die Kommission eine
besonders gut erhaltene Villa rustica bei Bollendorf a. d. Sauer aus, deren
Untersuchuug unerwartet dringend wurde. Die örtliche Leitung iibernahm liier
die Kommission durch Herrn Dr. G. Kropatscheek, der bei der Kommission
als Hülfsarbeiter tätig ist.

Auf dem Gebiet der Ringwallforschung mussten die drei in erster
Linie ins Auge gefassten Uuternehmungen, Grabungen auf der Grotenburg bei
Detmold, der Alteburg bei Metze in Ilessen und der Sehvvedenschanze bei
Hofheim in Unterfranken aus persönlicken Riicksichten fiir das neue Jahr
zuriickgestellt vvcrden. Wenn vvir trotzdem auch liier wichtige Resultate ver-
zeichnen können, so verdanken vvir das in erster Linie den Untersuchungen
von C. Schuchhardt, der zum Teil mit Unterstiitzung der Kommission Ring-
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