Der Altaraufsatz im Stifte Klosterneuburg.
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Alle uns bekannt gewordenen enthalten nach der Ausgiessung des h. Geistes auch noch die Aufnahme
und Krönung Mariens, zusammengestellt mit König Salomon, welcher seiner Mutter Bethsabe den Thron-
stuhl an seiner Seite anweist und mit dem Könige Assuerus, welcher die Königin Esther an seine
Seite setzt.
Daran schliesst sich in den Handschriften zu Salzburg und Kremsmünster, wie auch in
den beiden zu Braunschweig aufbewahrten handschriftlichen Schilderungen der Glasfenster des
Klosters Hirschau:
a) Die Darstellung der Consumatio saeculi per ignem, zusammengestellt mit der
Sündfluth, der Zerstörung der fünf Sodomitischen Städte in den beiden ersteren Handschriften, und mit
der letzteren Darstellung und der Verschlingung der Städte Dathan und Abiron in den beiden Braun-
schweiger Handschriften f) und,
b) Die Darstellung des zu Gericht sitzenden Christus, mit den Vorbildern des Urthei-
les Daniels über die Greise und des Salomonischen Urtheilsspruches in den Handschriften zu Salzburg
und Kremsmünster, und dem letzteren Typus mit der Tödtung der Mörder Sauls durch David in den
Braunschweiger Handschriften 2).
Die Salzburger und Kremsmünsterer Handschrift, welche hiermit schliessen, enthalten
noch unterhalb der beiden die Mittelbilder begleitenden vorbildlichen Darstellungen und zwar links die
Führung der Seeligen zur Pforte des Paradieses, rechts die mit Ketten an den zum Höllenrachen schrei-
tenden Teufel gefesselten Verdammten.
Die Freuden und der Lohn der Seeligen, welche hier nur angedeutet erscheinen, werden in den
beiden Braunschweiger Handschriften zum Gegenstände von zwei selbstständigen mit alttestamen-
tarischen Vorbildern begleiteten Darstellungen genommen und zwar sehen wir zuerst Gott Vater auf
dem Thronstuhle sitzend, in seinem Schoosse die Seeligen haltend, umgeben von den alttestamen-
tarischen Darstellungen der Himmelsleiter Jakobs und des freudigen Gastmales, welches die
Söhne Jobs feiern; auf dem letzten Blatte endlich Christus sitzend und eine Seele krönend, zu-
sammengestellt mit dem Bräutigam des hohen Liedes, welcher seine Braut krönt und dem En-
gel, welcher dem Evangelisten Johannes die Braut, das Weib des Lammes zeigt3).
Aus dem Angeführten ersehen wir zur Genüge, dass der geistige Abschluss der Bildreihe unseres
Emailwerkes keineswegs nur diesem eigenthümlich, sondern in der gesammten Anschauungsweise unserer
Vorfahren begründet erscheint, und demgemäss auch in weiteren typologischen Bilderkreisen seinen
Ausdruck gefunden hat.
i) Auch die Concordantia caritatis enthält auf Fol. 234 die Darstellung dieses Weltendes mit der Zerstörung der
fünf Sodomitischen Städte und den Dienern zusammengestellt, welche von dem Feuer des Ofens ergriffen werden , in
welchem sich die drei Jünglinge befanden.
2) Die Concordantia caritas enthält zweimal die Darstellung des zu Gericht sitzenden Christus, einmal auf Fol. 37,
zusammengestellt mit dem Apokalyptischen Reiter mit Schwert und Krone und dem Urtheil sprechenden Könige Salo-
mon, und auf Fol. 223 mit den alttestamentarischen Vorbildern des Joseph, welcher jedem seiner Brüder zwei, dem
Benjamin aber fünf Überkleider zum Geschenke macht und mit dem. Gesichte des Evang. Johannes von dem Menschen -
sohne mit der Sichel.
3) Die gedruckten Ausgaben der Biblia pauperum schliessen entweder mit der Krönung Mariens, oder führen den
Cyclus darüber hinaus, in der in den Braunschweiger Handschriften angegebenen Weise; Letztere enthalten, wie
bereits erwähnt, nur die wortgetreue Wiederholung der Biblia pauperum, nach welcher die Hirschauer Fenster ange-
fertigt wurden.
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Alle uns bekannt gewordenen enthalten nach der Ausgiessung des h. Geistes auch noch die Aufnahme
und Krönung Mariens, zusammengestellt mit König Salomon, welcher seiner Mutter Bethsabe den Thron-
stuhl an seiner Seite anweist und mit dem Könige Assuerus, welcher die Königin Esther an seine
Seite setzt.
Daran schliesst sich in den Handschriften zu Salzburg und Kremsmünster, wie auch in
den beiden zu Braunschweig aufbewahrten handschriftlichen Schilderungen der Glasfenster des
Klosters Hirschau:
a) Die Darstellung der Consumatio saeculi per ignem, zusammengestellt mit der
Sündfluth, der Zerstörung der fünf Sodomitischen Städte in den beiden ersteren Handschriften, und mit
der letzteren Darstellung und der Verschlingung der Städte Dathan und Abiron in den beiden Braun-
schweiger Handschriften f) und,
b) Die Darstellung des zu Gericht sitzenden Christus, mit den Vorbildern des Urthei-
les Daniels über die Greise und des Salomonischen Urtheilsspruches in den Handschriften zu Salzburg
und Kremsmünster, und dem letzteren Typus mit der Tödtung der Mörder Sauls durch David in den
Braunschweiger Handschriften 2).
Die Salzburger und Kremsmünsterer Handschrift, welche hiermit schliessen, enthalten
noch unterhalb der beiden die Mittelbilder begleitenden vorbildlichen Darstellungen und zwar links die
Führung der Seeligen zur Pforte des Paradieses, rechts die mit Ketten an den zum Höllenrachen schrei-
tenden Teufel gefesselten Verdammten.
Die Freuden und der Lohn der Seeligen, welche hier nur angedeutet erscheinen, werden in den
beiden Braunschweiger Handschriften zum Gegenstände von zwei selbstständigen mit alttestamen-
tarischen Vorbildern begleiteten Darstellungen genommen und zwar sehen wir zuerst Gott Vater auf
dem Thronstuhle sitzend, in seinem Schoosse die Seeligen haltend, umgeben von den alttestamen-
tarischen Darstellungen der Himmelsleiter Jakobs und des freudigen Gastmales, welches die
Söhne Jobs feiern; auf dem letzten Blatte endlich Christus sitzend und eine Seele krönend, zu-
sammengestellt mit dem Bräutigam des hohen Liedes, welcher seine Braut krönt und dem En-
gel, welcher dem Evangelisten Johannes die Braut, das Weib des Lammes zeigt3).
Aus dem Angeführten ersehen wir zur Genüge, dass der geistige Abschluss der Bildreihe unseres
Emailwerkes keineswegs nur diesem eigenthümlich, sondern in der gesammten Anschauungsweise unserer
Vorfahren begründet erscheint, und demgemäss auch in weiteren typologischen Bilderkreisen seinen
Ausdruck gefunden hat.
i) Auch die Concordantia caritatis enthält auf Fol. 234 die Darstellung dieses Weltendes mit der Zerstörung der
fünf Sodomitischen Städte und den Dienern zusammengestellt, welche von dem Feuer des Ofens ergriffen werden , in
welchem sich die drei Jünglinge befanden.
2) Die Concordantia caritas enthält zweimal die Darstellung des zu Gericht sitzenden Christus, einmal auf Fol. 37,
zusammengestellt mit dem Apokalyptischen Reiter mit Schwert und Krone und dem Urtheil sprechenden Könige Salo-
mon, und auf Fol. 223 mit den alttestamentarischen Vorbildern des Joseph, welcher jedem seiner Brüder zwei, dem
Benjamin aber fünf Überkleider zum Geschenke macht und mit dem. Gesichte des Evang. Johannes von dem Menschen -
sohne mit der Sichel.
3) Die gedruckten Ausgaben der Biblia pauperum schliessen entweder mit der Krönung Mariens, oder führen den
Cyclus darüber hinaus, in der in den Braunschweiger Handschriften angegebenen Weise; Letztere enthalten, wie
bereits erwähnt, nur die wortgetreue Wiederholung der Biblia pauperum, nach welcher die Hirschauer Fenster ange-
fertigt wurden.



