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Altertumsverein zu Wien [Editor]
Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien — 50.1918

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I. Berichte
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Protokoll der am 28. April 1917 [...]
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https://doi.org/10.11588/diglit.72001#0014
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IV

Endlich die kraße Verblendung der Entente, die sie veranlaßte, die Friedensanbote der Mittel-
mächte in brüsker Weise abzulehnen. Eitelkeit, Geldgier und Hochmut, genähret durch lügnerische
Kriegsberichte, Verleumdungen und teuflische Ränke, um die eigenen Völker in eine Kriegsstimmung
hinein zu hetzen, waren die Ursache der Verblendung. Jene Absage der Friedensanbote bildet den
Wendepunkt des Krieges. Die glorreichen Entscheidungsschlachten auf französischem Boden, die
Fortschritte des U-Bootkrieges mit dem Gefolge von Teuerung und Hungersnot werden jene Ver-
blendung hinwegnehmen und ein schreckliches Erwachen der Ententeländei zur Folge haben, wogegen
auch Amerika nicht helfen kann. Das wird sie für den Frieden geneigter machen.
In allen diesen Wendungen tritt uns ein höheres Walten entgegen, das wir nicht verkennen
können, und auf welches wir vertrauen, daß die Hoffnung auf den bald kommenden Frieden in
Erfüllung gehe."
Über Aufforderung des Vorsitzenden verließt hierauf der Generalsekretär A. Kremei den
Jahresbericht über die Vereinstätigkeit im abgelaufenen Jahr (Beilage I). An der Stelle desselben, an
der er der verstorbenen Vereinsmitglieder gedenkt, erheben sich die Anwesenden zu deren Gedächtnis
von den Sitzen. Der Jahresbericht wird von der Versammlung angenommen.
Sodann erstattet der Kassaverwalter des Vereines Z. Hussa den Bericht über die Kassen-
gebahrung (Beilage 11), welcher von der Versammlung einstimmig genehmigt wird.
Der Kassaverwalter teilt dann für den abwesenden Verwalter der Fonde zur Herausgabe der
„Quellen zur Geschichte der Stadt Wien" und der „Geschichte der Stadt Wien", Herrn Regierungsrat
Louis List, den Bericht über den Stand dieser Fonde mit (Beilage III). Auch dieser Bericht wird
einstimmig genehmigt.
Im Anschlusse an diese Berichte verliest Herr Josef Galiczel< für die Kassarevisoren das
Revisionsprotokoll für den Verein und die beiden Fonde (Beilage IV). Der Antrag der Kassarevisoren
den beiden Kassaverwaltern das Absolutorium zu erteilen, wird einstimmig angenommen.
An Stelle der diesmal ausscheidenden Ausschußmitglieder, Hofrat Dr. Friedrich von Kenner,
Baurat Richard Jordan, Regierungsrat Louis List, Landesarchivar Dr. Anton Mayer, schlägt der
Ausschuß diese Herren zur Wiederwahl vor. Anstatt des verstorbenen Ausschußmitgliedes, Hofrat
August von Schaeffer, wird vom Ausschuß Dr. Lothar Groß, Vizearchivar im k. u. k. Haus-,
Hof- und Staatsarchiv, zur Neuwahl vorgeschlagen.
Herr Landesgerichtsrat Dr. Eisler erbittet sich das Wort und schlägt die Wiederwahl der
Genannten per acclamationem vor. Die Ausschußanträge und der Antrag des Herrn Dr. Eisler
werden einstimmig angenommen.
Als Kassarevisoren für 1917 werden die Herren Josef Galiczek, Josef Kalous, Eduard
Voglmayer, als ihre Ersatzmänner Direktor Krolop und Dr. Rudolf Gruber zur Wiederwahl
vom Vorsitzenden vorgeschlagen. Einstimmig angenommen.
Schließlich beantragt und begründet der Vorsitzende namens des Ausschußes die Wahl zweier
um die Vereinsinteressen besonders verdienter Herren: Dr. Theodor Gottlieb, Kustos I. Klasse an
der k. u. k. Hofbibliothek, und A. Trost, Kustos der städtischen Sammlungen, zu korrespon-
dierenden Mitgliedern. Einstimmig angenommen.
Der Vorsitzende schließt, da weitere Anträge nicht vorliegen, die diesjährige Generalversammlung.
Wien, am 2. Mai 1917.
Vorsitzender: Protokollführer:
v. Kenner. Dr. Josef Kallbrunner.

Verifikatoren:

Dr, Eisler.

Anton Dachler.
 
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