Königliche Museen <Berlin> [Editor]
Beschreibung der antiken Skulpturen mit Ausschluss der pergamenischen Fundstücke — Berlin, 1891

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auf sein Idol gelehnt, statuarisch: Friederichs-Wolters Nr. 1485 == Clarac 690 B,
1598A) und der einer Priesterin oder überhaupt Verehrerin des Götterbildes, auf
das sie sich lehnt.

587. Römerin als Fortuna. Statue. Weifser Marmor. H. 2,29.

Ergänzt ist vom Bildhauer Troschel die Nasenspitze, der
rechte Arm mit der Schulter und einem Stück des Rückens, Stücke
vom oberen Teil des Füllhorns und den Früchten, der Rand der
Basis, Stücke der Gewandung; die Rückseite ist vernachlässigt.
Der Kopf ist nicht gebrochen.

Gefunden 1828 in Falerii-auf dem Grundbesitz des Conte
Lozzano; 1842 durch Waagen in Rom erworben. Abgebildet bei
Clarac 451, 825 (ohne Ergänzung) und 438 H, 2464 G.

Die Figur steht (Pos. 3, r.) aufrecht da. Sie ist bekleidet
mit einem Chiton und einem Himation, welches über die linke
Schulter, hinter dem Rücken her um die rechte Hüfte genommen
und über den linken Unterarm geschlagen ist. Im linken Arm
hält sie ein Füllhorn; das einfach gescheitelte Haar ist mit einem
Diadem geschmückt, vor dem noch eine geknüpfte, auf die
Schultern herabfallende Binde liegt. Die Gesichtszüge recht-
fertigen die frühere Benennung als Lucilla nicht, sind überhaupt
stark im Heratypus idealisiert. Im Gewände bemerkt man veräufserlichte
ahmung hellenistischer Motive.

Nach-

588. Knieendes Mädchen. Statue. Griechischer weifser Marmor. H. 1,01.

Nur der Torso ist antik; ergänzt sind der Kopf, Hals, die Schultern, der
Rücken, die rechte Brust, beide Arme mit der Sandale in der Linken, das linke
Knie, sowie der ganze untere Teil der Figur von der
Mitte des linken Oberschenkels an in ziemlich wag-
rechter Grenze samt der Plinthe.

Gefunden bei Frascati in dem vermeintlichen
Landhaus des Marius. Aus der Sammlung Polignac
(Auktionskat. S. 37); früher in Sanssouci. Oesterreich
Nr- 47i- Gerhard, B.A.B. Nr. 60. Levezow, Familie
des Lykomedes, Taf. IX, S. 37, 44, 60. Clarac 650B,
1500B; vgl. Stark, Niobe und die Niobiden S. 234.

Die Figur ist die einzige von den früher zur sog.
Familie des Lykomedes gerechneten Statuen, welche
noch jetzt die auf diesen Zusammenhang weisende Er-
gänzung zeigt; im Begriff die Sandale anzulegen soll sie erschreckt über die kriege-
rische Verwandlung des Achill sich umblicken. Eine gesicherte Deutung ist bisher
nicht gefunden, versucht wurde die auf Melpomene, eine Niobide oder Psyche,
vorgeschlagen auch die Ergänzung als Knöchelspielerin. Die Bewegung würde zu
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