Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Beschreibung der antiken Skulpturen mit Ausschluss der pergamenischen Fundstücke — Berlin, 1891

Seite: 325
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Arme und dem bärtigen Kopfe derselben, ferner das ganze Grabmal mit der In-
schrift: D.M. Modestae. \ Fortunatus \ coniugi \ bene merenti \fecit.

Auch die untere Ecke rechts dieses Grabmals mit den Buchstaben t i am
Ende der fünften Zeile ist zwar nicht neu angesetzt, wie das Uebrige, aber auf
den alten Grund modern aufgearbeitet. Ganz überarbeitet sind endlich die Köpfe
der beiden Klageweiber.

Unbekannter Herkunft. Gerhard, B.A.B.
Nr. 135 g.

Eine Frau in langem Chiton und
Mantel, der der Ergänzer irrtümlich einen
bärtigen Kppf gegeben hat, sitzt nach links
gewandt in einem Lehnstuhl. Hinter ihr
steht (Pos. 2, 1.), bekleidet mit Schuhen und
einem um die Hüften zusammengeschürzt

bis auf die Unterschenkel herabfallenden Gewände, das den Oberleib ganz frei
lässt, die Haare gelöst herabhängend, ein Klageweib, das beide Hände auf die
Brüste schlägt. Sie ist halb nach links gekehrt; von ihr abgewandt steht in ganz
gleicher Tracht eine zweite Klagende, die mit der linken Hand anscheinend das
Haar rauft, die rechte auf die Brust schlägt. Der Reliefgrund ist nach der obern
und untern Randfläche zu leise gewölbt; die Randleiste rechts ist wie ein Pilaster
mit einer Fufsgliederung versehen. Der linke Arm der einen Klagenden tritt mit
dem Ellbogen weit.in diesen Rand herein. — Flüchtige Arbeit.

840. Grabrelief eines römischen Ehepaares. Italischer weifser Marmor. H.0,64.
Br. 1,15. Relieftiefe 0,16.

Gut erhalten.

Aus Rom von der Via Appia; erworben 1866. Die Inschrift s. C. I. L.
VI, 2, 11284—85.

Die etwa in der Mitte der -Oberarme
abgeschnittenen Brustbilder in Unter- und
Obergewand, links des Mannes und rechts
der Frau, sind mit schräg herausschauenden
Köpfen in hohem Relief in die Platte, deren
ganz schlichter Rand rings stehen geblieben
ist, eingetieft. Sie sind ganz realistisch be-
handelt. Der bartlose Kopf des Mannes
zeigt tieffaltige Züge, am Munde eine Warze,
während die Frau mit gescheiteltem und in mehreren Wellen zurückgekämmtem
Haar, einem Grübchen im Kinn, jugendlicher erscheint. Sie reichen sich die Rechte;
an der an den Mantel gelegten linken Hand der Frau sind zwei Ringe, einer am
Mittelgliede des Zeigefingers, einer am hintern Gliede des Goldfingers sichtbar.
Unterhalb steht auf dem Rande in grofsen guten Zügen der ersten Kaiserzeit die
Inschrift: P Aiedius P. I. Amphio || Aiedia P. I. Fausta Melior.

PAIEDIVSPE AlEDI/VIM

AMPK1Q FAVSTA-MEÜÖR.
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