Bernoulli, Johann Jacob
Griechische Ikonographie mit Ausschluss Alexanders und der Diadochen (Band 1): Die Bildnisse berühmter Griechen von der Vorzeit bis an das Ende des V. Jahrh. v. Chr. — München, 1901

Seite: 137
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DIE EXEMPLARE DES LATERANISCHEN TYPUS 137

1. Statue im Lateran, Bennd. und Seh. No. 237 [der Kopf
abgeb. Taf. XVI] *, in den dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts zu
Terracina gefunden, von Tenerani ergänzt und zwar in einzig vor-
züglicher Weise, so dass trotz den vielfachen Beschädigungen überall
das Ursprüngliche wiedergegeben scheint. Am Kopf sind Nase,
Augenknochen, rechte Backe, Stirnhaar ergänzt; an der übrigen
Figur die rechte Hand, beide Füsse, der Schriftkasten und die Plinthe.

2. Herme im Capitol, Philosophenzimmer No. 33 (abgeb.
Bottari 1.38).s Der Kopf aufgesetzt, aber das Hermenstück der Haupt-
sache nach alt und zugehörig. Auf dem unteren Rand in grossen
schönen Buchstaben die moderne aus dem 16. oder dem Anfang des
17. Jahrhunderts herrührende Aufschrift niNAAPOC. Der ganze Hin-
terkopf und Anderes neu. Früher in der Sammlung Giustiniani.

3. Herme ebenda No. 34, sehr verwaschen. Nase, Herme neu.

4. Kopf in Villa Albani, Kaffeehaus No. 731 (Phot beim
arch. Inst, in Rom), mit besonders scharf gezogenen horizontal lau-
fenden Brauen, auf moderner Herme mit der Aufschrift Solon, zu
welch letzterer ohne Zweifel die fälschlich ebenso bezeichnete Flo-
rentiner Replik (5) Anlass gegeben. Nase neu.

5. Marmorkopf in den Offizien zu Florenz, Inschriften-
saal No. 287, Dütschke III. 363 (abgeb. Visconti Icon. gr. I.
Taf. IX. a), auf nicht zugehöriger Herme mit der Aufschrift COAUJN
ONOMO0ETHC. Als Sophokles zuerst von E. Braun erkannt.8

6. Bronzekopf in Florenz, Mus. archeologico (Phot. Arndt),
auf nacktem Brustausschnitt, wie es scheint, etwas abwärts gerichtet.
Zusammen mit anderen Dichterporträts im Meer bei Livorno ge-
funden.4

Nicht aus eigener Anschauung sind mir bekannt:

7. Der Kopf in Ny Carlsberg zu Kopenhagen, Katalog von
1898 No. 318. Zum Aufsetzen auf eine Statue.

8. Die Büste des Marchese Fr. Canali in Rieti, dinobile eserena
fisonomia in cui il dott. Heibig, forse non a torto, ha creduto rico-

1 Unter den Abbildungen der ganzen Statue heben wir hervor: Mon. d. Inst. IV.
Tf.27; Garrucci Mon. del. Mus. lat. Tf. 4; Bennd. u. Seh. Bildw. d. Lat. Taf. 24;
Baumeister Denkm. III p. 1685; Christ Gr. Lit. 6; Arndt-Bruckmann Gr. u. r. Por-
träts 113-115; Collignon Hist. d. lasculpt. gr. II. p. 349.

2 Canini Iconogr. 28; Bellori Imag. poet. 59; Gronov Thes. II. p. 60 und ganz
schlecht Righetti I. 71.

8 Vgl. oben p. 38.

4 Welcker A. D. I. p. 459 und V. p. 97; Amelung Führer durch Flor, p. 277.
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